Suche nach Atommüll-Endlager

Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE): Wer ist das überhaupt?

Diese gelben Fässer für Atommüll stehen im Endlager für schwach und mittelradioaktiven Atommüll in Morsleben. Die Debatte um die Suche nach einem Endlager für die endgültige Entsorgung von Deutschlands Atommüll hat mit dem Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) neue Fahrt aufgenommen.
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Wohin mit dem Atommüll aus deutschen Kernkraftwerken? Die Antwort auf diese Frage soll die Bundesgesellschaft für Endlagerung finden.
  • Moritz Kircher
    vonMoritz Kircher
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Bis 2050 soll es in Deutschland ein Endlager für Atommüll aus deutschen Kernkraftwerken geben. Den Standort suchen und finden, das Endlager bauen und betreiben soll die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Doch wer ist das überhaupt? Hier gibt es die Erklärung.

Peine – Gibt es in Deutschland einen Ort, an dem für tausende von Jahren Atommüll sicher gelagert werden kann? Und wenn ja: Wo ist dieser Platz? Fragen, die nicht alleine wissenschaftlich zu klären sind. Seit Jahrzehnten tobt darum mittlerweile in der Bundesrepublik eine Debatte. Und dort, wo der Atommüll möglicherweise hin sollte – nach Gorleben etwa – schlug die Debatte um in wütenden Protest der betroffenen Anwohner.

Bundesgesellschaft für Endlagerung im Jahr 2016 gegründet

Es ist also alles andere als eine einfache Aufgabe, ein geeignetes Endlager für Atommüll zu finden. Ein Endlager, das nicht nur den geologischen Ansprüchen genügt, sondern auch politischen. Das Endlager muss von den Betroffenen akzeptiert werden. Eine Aufgabe, die der Bundesgesellschaft für Endlagerung obliegt. Aber wer ist diese BGE überhaupt?

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Die Bundesgesellschaft für Endlagerung wurde im Juli 2016 gegründet. Sitz der BGE ist in im niedersächsischen Peine, unweit der Landeshauptstadt Hannover. Die ist eine sogenannte bundeseigene Gesellschaft und ist als solche dem Bundesumweltministerium angegliedert. Die Aufsicht über die BGE führt das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung.

BGE betreibt bestehende Lagerstätten für Atommüll

Aufgabe der Bundesgesellschaft für Endlagerung ist die Suche, der Bau und der Betrieb eines Endlagers für radioaktiven Abfall. Die Aufgaben der BGE ergeben sich aus dem Atomgesetz (AtG) und dem Standortauswahlgesetz (StandAG). Die BGE ist dabei hervorgegangen aus mehreren Vorgängern: der Asse-GmbH, der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe sowie Teilen des Bundesamtes für Strahlenschutz.

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Schon heute ist die Bundesgesellschaft für Endlagerung Betreiber für die bisher bestehenden Lagerstätten von Atommüll. Diese sind die Schachtanlage Asse, wo die BGE auch für die Rückholung der bislang eingelagerten Kernbrennstoffe zuständig ist. Außerdem trifft die BGE dort Maßnahmen, eine Überflutung der Schachtanlage zu verhindern.

Schacht Konrad und Endlager Morsleben in BGE-Zuständigkeit

Darüber hinaus betreibt die BGE das Endlager Schacht Konrad – ein stillgelegtes Bergwerk in Salzgitter, in dem bereits schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert werden. Auch das Endlager Morsleben (Sachsen-Anhalt), das schon zu DDR-Zeiten als Lagerstätte für Atommüll diente, fällt in den Zuständigkeitsbereich der Bundesgesellschaft für Enlagerung.

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