Brandanschlag in Gabersee: Täter stellt sich der Polizei

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Die Johanniter betreuten die Patienten des Klinikumtrakts, der aufgrund des Feuers evakuiert werden musste. 

Er hatte einen Mann mit Benzin übergossen und war seit dem auf der Flucht. Nun hat sich ein 50 Jahre alter Rosenheimer als Tatverdächtiger bei der Polizei gemeldet. Er war schon einmal wegen schwerer Brandstiftung aufgefallen.

Wasserburg – Erfolg für die Polizei, große Erleichterung für die Mitarbeiter des Wasserburger kbo-Inn-Salzach-Klinikums in Gabersee: Der Brandstifter vom vergangenen Wochenende ist in sicherem Gewahrsam. 

Der Mann, der sich in den frühen Stunden des Sonntags Zutritt zu einer Station des Wasserburger KBO-Inn-Salzach-Klinikums im Ortsteil Gabersee verschafft, einen Pfleger mit Benzin übergossen und anschließend Feuer im Gang der Station gelegt hatte, hat sich der Polizei gestellt. 

Dringend tatverdächtig: Ein 50 Jahre alter Rosenheimer

Er war zuvor bereits ins Visier der Ermittler geraten. Es handelt sich nach Angaben der Polizei um einen 50-jährigen Rosenheimer. Mittlerweile wurde der Mann in einer Fachklinik untergebracht. 

Die Kripo sucht nun noch den Kanister, in dem der Mann das Benzin transportiert hatte. Die Polizei bestätigte, dass der Mann zuvor bereits einschlägig aufgefallen war. 

Das Personal hatte großes Glück

Es war ein brutaler Angriff, den ein Pfleger und die anderen Mitarbeiter der Klinikstation nur mit Glück ohne schlimmere Verletzungen überlebten. Wie bereits berichtet, klingelte der Brandstifter am Sonntagmorgen, gegen 1.25 Uhr, an einer Station auf dem Gelände des kbo-Inn-Salzach-Klinikums in Wasserburg, Ortsteil Gabersee. Nachdem ihm ein Pfleger die Türe geöffnet hatte, übergoss er diesen sofort mit Benzin. Der Pfleger konnte sich zwar in Sicherheit bringen. 

Doch nun entzündete der Täter den im Flur verschütteten Brandbeschleuniger, es kam zu einer Verpuffung, Flammen waberten über den Boden. Der Brand konnte vom Personal glücklicherweise schnell gelöscht werden.

Während die Mitarbeiter des Klinikums noch gegen die Flammen kämpften, wandte sich der Mann zur Flucht

Mehrere Menschen mussten wegen des Verdachts auf Rauchvergiftung untersucht werden, der Pfleger hatte Benzin ins Auge bekommen und blieb stationär im Krankenhaus. 

Der Druck wurde ihm zu groß 

Das Fachkommissariat 1 der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim übernahm umgehend die Ermittlungen und gründete zur Klärung der Tat die Ermittlungsgruppe (EG) „Kanister“. Der Name spielt auf einen der wichtigsten Anhaltspunkte an: den Fünf-Liter-Kanister mit auffälligem gelben Verschluss. 

Hatte ihn der Täter weggeworfen? Wenn ja, wo? Wenn nicht – war das ein Indiz dafür, dass er mit dem Auto gekommen war? 

Feuerangriff auf Pfleger in Klinikum

Neun Mitarbeiter umfasste diese Gruppe, sie übernahmen mit Hochdruck die Fahndung nach dem Täter. Unter anderem ging die Polizei sofort mit einer Täterbeschreibung an die Öffentlichkeit. 

So geriet auch der jetzt festgenommene Mann mehr und mehr ins Visier der Fahnder. Zudem überprüfte die EG „Kanister“ im Rahmen der Ermittlungen mehrere mögliche Tatverdächtige, unter anderem den 50-jährigen Mann aus Rosenheim. 

„Aufgrund der zum Befragungszeitpunkt noch nicht verifizierten Spuren und Indizien konnte dem Mann die Täterschaft zunächst nicht nachgewiesen werden“, erläutert Polizeisprecher Stefan Sonntag den Fortgang der Ermittlungen. Offenbar aufgrund des hohen Fahndungsdrucks kam der 50-Jährige in der Nacht auf Mittwoch jedoch zur Polizeiinspektion Rosenheim und gab an, der Täter des Brandanschlags zu sein. 

Weiterführende Ermittlungen der „Kanister“-Ermittler in den vergangenen Tagen erhärteten den bereits bestehenden Verdacht. Und die Ergebnisse dieser Ermittlungen untermauern das Geständnis des Mannes. 

Der Täter ist offenbar krank

Der dringend Tatverdächtige war sozusagen einschlägig bekannt. Bis ins Jahr 2015 hinein war er einige Jahre lang wegen versuchter schwerer Brandstiftung im Maßregelvollzug in einer Fachklinik untergebracht gewesen. Maßregelvollzug: So heißt es, wenn eine Tat unter normalen Umständen eigentlich ins Gefängnis führen würde, der Richter aber wegen der Krankheit des Beschuldigten die Einweisung in eine geschlossene Abteilung einer Fachklinik verfügt. Ein offenbar kranker Täter also, Kripo und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass der Mann auch am vergangenen Sonntag in einem psychischen Ausnahmezustand gehandelt hat. 

Der zuständige Ermittlungsrichter erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, einen Unterbringungsbefehl. Der Mann wurde stationär in einer geschlossenen Fachklinik aufgenommen. Nach dem Bezinkanister wird weiterhin gesucht, die Kripo ermittelt weiter. Unter anderem auch, ob und welche Verbindungen der Täter zu der Klinik im allgemeinen und zur Station im besonderen gehabt haben kann.

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