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Neue Erkenntnisse über die Gletschermumie

Korrekturen an Ötzis Geschichte: Das haben Wissenschaftler nun herausgefunden

Immerwährendes Forschungsprojekt: die Mumie Ötzi.
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Immerwährendes Forschungsprojekt: die Mumie Ötzi.

Über 800 Wissenschaftler haben die Gletschermumie Ötzi bereits untersucht. Dabei sammeln die Forscher immer weiter nützliche Informationen. Nun hat ein Forscherteam aus Norwegen neue Entdeckungen gemacht.

München/Bozen – Ötzi, die Gletschermumie aus dem Tisenjoch am Schnalstal in Südtirol, ist die wohl am besten untersuchte Mumie der Welt. Doch die rund 5.300 Jahre alte Leiche des Eismanns regt zu immer neuen Untersuchungen an. Über 800 Forscher aus aller Welt haben sich schon mit der in einer Kühlkammer im Museum Bozen aufbewahrten Leiche beschäftigt. Nun haben Wissenschaftler um den norwegischen Gletscherarchäologen Lars Pilø die Zeitkapsel-Theorie unter die Lupe genommen und in mehreren Punkten als falsch zurückgewiesen.

Körper war Schneeschmelzen ausgesetzt

Die Zeitkapsel-Theorie besagt, dass Ötzi schon kurze Zeit nach seinem gewaltsamen Tod auf über 3000 Metern Höhe – er starb, nachdem ihn ein Pfeil von hinten in der linken Schulter getroffen hatte, was zu inneren Blutungen führte – für immer im ewigen Eis eingefroren und damit konserviert wurde. Bis dann die Gletscherschmelze am 19. September 1991 dazu führte, dass das Nürnberger Ehepaar Simon ihn bei einer Wanderung zufällig entdeckte. Doch ganz so einfach war es wohl nicht, berichten die Wissenschaftler im englisch-sprachigen Fachjournal „The Holocene“. Tatsächlich war der Körper zumindest in den ersten 1500 Jahren, also zwischen 3300 und 1800 vor Christus, wiederholten Schneeschmelzen ausgesetzt. „Es gibt keine Anzeichen, die die Theorie von der plötzlichen Klima-Abkühlung zum Zeitpunkt von Ötzis Tod unterstützen.“ Immer wieder wurde sein Körper zumindest teilweise freigelegt.

So erklärt sich wohl auch, dass Ötzi, der mit dem Gesicht nach unten lag, am Hinterkopf eine hautlose Stelle aufweist. Die Forscher gehen auch davon aus, dass Ötzi im Frühling oder Frühsommer (nicht im Herbst) starb und auf einer Schneedecke liegen blieb. Später schmolz der Schnee und Ötzi rutschte nach unten in eine Mulde – die spätere Fundstelle. Immer wieder wurde die Stelle mit Schnee überdeckt, der phasenweise wieder schmolz.

Chancen auf eine weitere Mumie steigen

Dadurch erklärt sich auch, dass einzelne Tier- und Pflanzenreste gefunden wurden, die teils 1000 Jahre jünger sind als die Mumie selbst. Sie wurden einfach später hineingeweht oder von Tieren eingeschleppt. Erst vor etwa 3800 Jahren, sagen die Gletscherforscher, fror die Mulde tatsächlich dauerhaft zu – ehe sie dann Anfang der 1990er-Jahre wieder auftaute. Die Forscher gewinnen dem Klimawandel gewissermaßen auch etwas Positives ab: Die Chance sei gestiegen, dass durch die Gletscherschmelze eine weitere prähistorische Mumie gefunden werden könne.

dw

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