Standort stand zur Debatte

Feuerwehr-Großeinsatz am Bosch-Werk in Bamberg: Millionenschaden bei Brand - Gebäude einsturzgefährdet

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Brand in Bosch-Werk in Bamberg

Bosch will längerfristig an dem Werk in Bamberg festhalten - ausgerechnet zur Bekanntgabe muss aber erst einmal ein Brand bekämpft werden.

  • Im Bosch-Werk in Bamberg hat es gebrannt.
  • Es entstand ein Millionenschaden.
  • Zuvor gab es für die Mitarbeiter wichtige Neuigkeiten.

Video: Brand auf Werksgelände von Bosch in Bamberg

Update vom 8. November, 15.59 Uhr: Nach dem Brand einer Fabrikhalle im größten Werk des Autozulieferers Bosch in Bamberg ist das stark beschädigte Gebäude teilweise einsturzgefährdet. Die Halle dürfe derzeit nicht betreten werden. Es gebe Zweifel an der Statik, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken am Freitag.

Es müsse geklärt werden, ob die Betonträger des Daches halten. Eine Unternehmenssprecherin sagte auf Anfrage, Statikexperten würden die Halle untersuchen. Am Bamberger Produktionsstandort arbeiten mehr als 7000 Bosch-Beschäftigte.

Was das Feuer in dem Produktionsbereich für Galvanik ausgelöst hat, werde weiter ermittelt, sagte der Polizeisprecher. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung ergaben sich demnach bisher nicht.

Ob es zu Produktionsausfällen kommen werde, sei noch nicht abzusehen, sagte die Bosch-Sprecherin. Die Polizei hatte von einem Schaden in Millionenhöhe gesprochen. Genauer könne die Höhe derzeit nicht beziffert werden, hieß es von Bosch.

Brand bei Bosch: Mehr als 200 Einsatzkräfte in Bamberg im Einsatz

Update vom 8. November, 10.56 Uhr: Verletzt wurde bei dem Brand bei Bosch niemand. Die Mitarbeiter konnten sich alle rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Werksfeuerwehr von Bosch hatte bereits kurz nach dem Ausbrechen des Feuers gegen 13.30 Uhr mit den Löscharbeiten begonnen. Anschließend kamen mehrere Feuerwehren aus der Umgebung zu Hilfe. Letztlich waren an dem Großeinsatz mehr als 200 Einsatzkräfte beteiligt.

Wegen der starken Rauchentwicklung hatte die Polizei die Bürger in der Umgebung der Fabrik zuerst aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. 

Streifenwagen sperrten die Straßen und leiteten den Verkehr um. Nach zwei Stunden waren die Flammen unter Kontrolle und die Warnung konnte aufgehoben werden.

Eine Unternehmenssprecherin sagte, die genaue Schadenshöhe müsse erst noch geklärt werden. In dem Werk arbeiten mehr als 7000 Beschäftigte - es ist damit der größte deutsche Produktionsstandort von Bosch.

Brand bei Bosch in Bamberg: Millionenschaden

Erstmeldung vom 7. November, 18.56 Uhr: Stuttgart/Bamberg - Nach monatelanger Unsicherheit ist die Zukunft des größten deutschen Produktionsstandorts von Bosch in Bamberg geklärt. Die Beschäftigten des Autozulieferers reduzieren für die kommenden sechs Jahre ihre Arbeitszeit und müssen auf einen Teil ihres Geldes verzichten.

Im Gegenzug schließt das Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen bis ins Jahr 2026 aus und investiert in eine Neuausrichtung des Werks, das komplett am Verbrennungsmotor hängt. Werkleitung und Betriebsrat haben eine entsprechende Vereinbarung zur Standortsicherung ausgehandelt, wie sie am Donnerstag mitteilten. Zuvor waren die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung darüber informiert worden.

Feuer in Bamberger-Bosch-Werk: Ursache noch unklar

Kurz nach der Bekanntgabe der Vereinbarung brach allerdings ein Feuer in der Fabrik aus und verursachte nach ersten Erkenntnissen einen Millionenschaden. Nach Angaben von Polizei und Unternehmen wurde bei dem Brand am Donnerstagnachmittag niemand verletzt. Die Ursache des Feuers war zunächst noch unklar. Eine Fabrikhalle wurde so stark beschädigt, dass sie vorläufig nicht mehr betreten werden darf.

Über die Standortsicherung hatten sich zuvor die Arbeitnehmervertreter positiv geäußert. „Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden“, sagte Betriebsratschef Mario Gutmann der Deutschen Presse-Agentur. „Ich bin erleichtert, dass wir damit eine Neuausrichtung und Sicherheit bekommen. Vor allem die Sicherheit ist heute unbezahlbar“, betonte er. Mit der Vereinbarung gewinne man die nötige Zeit, um die Transformation des Standorts zu schaffen, und könne viele Arbeitsplätze erhalten.

Bamberger Bosch-Werk: Unternehmen hält an Standort fest

Bamberg ist im Verbund der Bosch-Standorte ein Leitwerk für Dieseltechnologie und der größte Produktionsstandort in Deutschland. Mehr als 7000 Menschen sind dort beschäftigt. Entsprechend stark bekommt das Werk schon seit längerer Zeit den Wandel in der Autobranche zur Elektromobilität und den damit verbundenen Rückgang der Nachfrage nach Verbrenner-Technologie zu spüren. Für einige andere Standorte hatte Bosch kürzlich schon Stellenstreichungen angekündigt. Andere Zulieferer wollen ebenfalls sparen und dafür die Zahl ihrer Mitarbeiter verringern.

Bosch Bamberg soll nun zu einem Standort für die Produktion von Brennstoffzellen ausgebaut werden. Eine Vorserienfertigung gibt es dort bereits. Auch in Verbrenner wird aber weiter investiert. „Wir können uns nun auf die Industrialisierung der mobilen und stationären Brennstoffzelle konzentrieren und zugleich die Verbrennungstechnologie weiterentwickeln - denn auch die Mobilität der Zukunft kommt ohne den modernen Verbrenner nicht aus“, betonte Gutmann.

Ein Großteil der Beschäftigten arbeitet bisher 35 Stunden pro Woche. Vom 1. April 2020 an sollen es dann sechs Jahre lang drei Stunden weniger sein - mit entsprechend sinkender Bezahlung. Wer bisher 40 Stunden arbeitet, muss um vier Stunden reduzieren. „Dies ist eine für das Werk Bamberg maßgeschneiderte Lösung, die in dieser Form neu bei Bosch ist“, sagte der kaufmännische Werkleiter Martin Schultz. Rund 6200 Tarifbeschäftigte sind davon betroffen, für den Rest gelten andere Regelungen.

Die Vereinbarung baue dem Standort Bamberg eine Brücke in die Zukunft, die man gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern geschlagen habe, sagte Bosch-Arbeitsdirektor Christoph Kübel. „Sie gibt uns und unseren Mitarbeitern dort über einen langen Zeitraum Planungssicherheit“, betonte er. Das könne, trotz jeweils unterschiedlicher Bedingungen, auch ein Beispiel für andere Standorte sein. Wo immer möglich, sei es besser, die Arbeitszeit zu reduzieren, als Stellen abzubauen.

In einer Werkshalle des Luftfahrtzulieferers Premium Aerotec in Augsburg hat es ebenfalls gebrannt. Der Brand habe auf jeden Fall Auswirkungen auf die Produktion im Augsburger Werk. Auf einem Raffineriegelände nahe Ingolstadt hat sich Anfang September eine schwere Explosion ereignet. Viele Gebäude in der Umgebung wurden beschädigt. Alle Ereignisse der Bayernoil-Katastrophe zum Nachlesen. In der oberbayerischen Stadt Weilheim ist es am Mittwochabend zu einem Brand in einem Krankenhaus gekommen.

Zu einem echten Feuer-Drama kam es nun in der Nähe von Aalen: Eine Frau verbrannte in einem Auto. Ihr Ehemann wurde festgenommen.

dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Mehr zum Thema

Kommentare