BOB-Lokführer vergisst Bahnhof

Der Bahnhof München-Solln. Hier hält am Wochenende auch die BOB – nur am Sonntag einmal nicht. Foto: Klaus Haag
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Der Bahnhof München-Solln. Hier hält am Wochenende auch die BOB – nur am Sonntag einmal nicht. Foto: Klaus Haag

In München-Solln . München/Holzkirchen – Am Donnerstag ist die Bayerische Oberlandbahn Thema im Landtag: Das Verkehrsministerium muss aufgrund zahlreicher Pannen in den vergangenen Monaten umfassend über den Zustand des Unternehmens Bericht erstatten.

Kupplungsprobleme, Verspätungen, Zugausfälle – die Liste ist lang, auch wenn es in den vergangenen Wochen nun wieder etwas besser läuft, wie die Bayerische Eisenbahngesellschaft erklärt.

Ob auch der jüngste Zwischenfall vom vergangenen Sonntag im Landtag zur Sprache kommen wird, ist unklar. Er würde wahrscheinlich Kopfschütteln bei den Abgeordneten auslösen, verbunden mit einem leisen Schmunzeln.

Was war passiert. Am Sonntag wollte Fahrgast Jens L. aus München zusammen mit seiner Frau vom Münchner Hauptbahnhof nach Solln fahren. Sie stiegen dazu – weil das schneller geht als die S-Bahn – in die Bayerische Oberlandbahn. Abfahrt planmäßig um 14.05 Uhr, Ankunft geplant um 14.15 Uhr. Doch dazu kam es nicht. Denn „der Lokführer ist ohne zu halten an der Haltestelle vorbeigefahren“, berichtet Jens L., der süffisant anmerkt: „Eigentlich sind wir immer gerne mit der BOB gefahren, aber der Zug sollte schon an den geplanten Haltestellen halten.“ So mussten die beiden bis Holzkirchen fahren. Bis dann der nächste Zug kam und in Solln hielt, verging gut eine Stunde.

BOB-Pressesprecherin Gabriela Wischeropp bestätigt den Vorfall: Der Lokführer habe einfach vergessen, in Solln anzuhalten. „Grund war menschliches Versagen, da die BOB ja nur am Wochenende in Solln hält.“ Man bedauere dies und werde sich mit Jens L. in Verbindung setzen – eine Entschädigung verspricht die BOB auch noch. „Selbstverständlich gilt das auch für weitere Fahrgäste, falls sich noch Betroffene melden.“  kg/dw

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