FINANZSKANDAL

Bischofsberater sieht Versäumnisse auch bei der Kirche

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Der Dom zu Eichstätt: Das Bistum ist von einem Finanzskandal erschüttert. Foto: dpa

Eichstätt – Das Bistum Eichstätt hat gestern weitere Details zum Skandal um ungesicherte Darlehen in Millionenhöhe bekannt gegeben.

Der Münchner Rechtsanwalt Ulrich Wastl, der das Bistum seit Herbst 2015 berät, betonte: „Wir sind Opfer und nicht Täter.“ Gleichwohl bescheinigte er dem Bistum auch Missstände und Versäumnisse in den Mechanismen der Vermögensverwaltung. Zu lange sei nach dem Prinzip „Vertrauen ersetzt Kontrolle“ gehandelt worden.

Generalvikar Isidor Vollnhalls sprach von einer „schmerzlichen Erfahrung“. Das Vertrauen in einen ehemaligen leitenden Mitarbeiter der Finanzkammer sei „schwerwiegend enttäuscht worden“.

Laut Wastl fädelte dieser inzwischen verhaftete Mitarbeiter zwischen März 2014 und Mai 2016 insgesamt 31 großteils unbesicherte Darlehensgeschäfte mit US-Immobilienprojektierern über eine Gesamtsumme von umgerechnet 48,2 Millionen Euro ein. Diese Summe entspricht nach den Worten des Juristen dem höchsten denkbaren Schaden, der sich derzeit aber noch nicht endgültig beziffern lasse. Allerdings seien bereits fällige Kredite in Höhe von 21,5 Millionen Euro bis heute nicht zurückgezahlt worden. Wastl bestätigte, dass das Gesamtvolumen der Darlehen etwa einem Sechstel der Finanzanlagen des Bistums entspreche. Dies sei aber nicht gleichbedeutend mit dem Vermögen der Diözese.

Die Projektgrundstücke befänden sich überwiegend in und um Dallas/Texas sowie in Florida. Der Diözese seien bei den Geschäften sieben bis zehn Prozent Zinsen in Aussicht gestellt worden. Alle Verträge seien nach dem Vieraugenprinzip getätigt worden. Das bedeutet, dass sie auch vom damaligen Finanzdirektor abgesegnet wurden. Dieser sei von seinem Mitarbeiter womöglich getäuscht worden, fügte der Anwalt hinzu. Eine Genehmigung der Geschäfte durch den Diözesanvermögensverwaltungsrat sei nicht erforderlich gewesen.

Wastl und Vollnhalls stellten klar, dass der entstandene Schaden weder die Stellen und Löhne von Mitarbeitern im Bistum noch Projekte der Pfarrgemeinden gefährde. Der Schaden sei dem Vermögen der Diözese entstanden; Kirchensteuereinnahmen, aus denen die laufenden Ausgaben bestritten werden, seien nicht betroffen.

Der Bistumsberater führte außerdem aus, welche Maßnahmen inzwischen auch auf Betreiben von Bischof Gregor Maria Hanke zur Neuordnung der Vermögensverwaltung ergriffen worden seien. So laute eine Vorgabe des Bischofs, künftig Geistliche von der Kontrolle des Vermögens fernzuhalten. Dies sei im neu besetzten Diözesanvermögensverwaltungsrat bereits realisiert worden, in den ausschließlich externe Fachleute berufen worden seien. Neue Anlagerichtlinien sähen außerdem das Verbot von Eigenanlagen vor.  kna

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