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Achtung: Airbnb-Betrugsmasche

Betrüger wollte Burghauser mit Airbnb über den Tisch ziehen

Auf Airbnb kommen einige Betrüger auf ihre Kosten
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Dieses Angebot fand Schlotter auf Airbnb.
  • Daniela Haindl
    VonDaniela Haindl
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Burghausen ist als Urlaubsort durchaus attraktiv, vor allem seit „Urlaub daheim“ eine echte Alternative für einen Flug ins Ausland geworden ist. In Ferienwohnungen fühlt man sich dann auch am Urlaubsort schnell wie „daheim“. Doch Vorsicht ist geboten: Betrüger nutzen Portale wie Airbnb um Interessenten abzuzocken. Auch mit Wohnungsangeboten in Burghausen.

Burghausen – Roland Schlotter ist Betreiber des Augustiner Brückenwirts in Burghausen. Derzeit ist er auf Wohnungssuche und das ist in der Stadt mit der längsten Burg der Welt nicht gerade einfach. Es gibt viel Konkurrenz: Monteure benötigen Zimmer und so manche Wohnung wird als Feriendomizil angemietet. Kein Wunder also, dass man auf der Suche nach einem Dach über dem Kopf auf Ideen zurückgreift, die nicht so alltäglich sind.

So fand Roland Schlotter schließlich ein Angebot auf dem Online-Portal Airbnb und konnte seinen Augen kaum trauen: Eine 1,5-Zimmer Wohnung für 378 Euro Warmmiete? Für Burghauser Verhältnisse geradezu ein Schnäppchen! Mit 13 Fotos und der genauen Adresse im Zentrum wird die frisch sanierte Behausung angeboten. Schlotter will es versuchen und schreibt der Anbieterin eine Nachricht. ‚Martina Deggendorfer‘ antwortet und entschuldigt sich für ihre verspätete Antwort. Groß- und Kleinschreibung nimmt sie nicht so genau, aber ihr Deutsch ist okay. Sie schreibt: „ich bin jetzt in Madrid – Spain, und ich war sehr beschäftigt mit meiner Arbeit.“ Dann erläutert sie die Miet- und Nebenkosten und beschreibt die Wohnung. „ich bin der besitzer der Wohnung, und ich verließ das Land mit meiner arbeit für einen 10 jahres vertrag in Madrid - Spain so habe ich beschlossen, meine Wohnung zu vermieten.“

Um dem Ganzen Glaubwürdigkeit zu verleihen ist ein Foto von ihrem Personalausweis beigefügt, welches hier aus Datenschutzgründen nicht veröffentlich wird. Schlotter sendet der Vermieterin die gewünschten Angaben. „Sie können die Wohnung für unbestimmte Zeit mieten, oder wenn Sie wollen, können Sie es auch für einen festen Zeitraum mieten“, antwortet diese. „Die wohnung ist voll möbliert, aber wenn sie wollen, können sie es unmöbliert mieten.“ Ein geradezu himmlisches Angebot, und tatsächlich zu gut um wahr zu sein.

Das Deutsch lässt inzwischen zu wünschen übrig und in den folgenden Zeilen verstärkt sich der Eindruck, dass ‚Martina Deggendorfer‘ keine Muttersprachlerin ist. Die E-Mail im Wortlaut: „Bevor ich Deutschland verlasse, hatte ich den geschäft mit AirBnb vorbereitet, damit meine anwesenheit nicht notwendig ist. Die schlüssel und alle benötigten papiere sind im besitz von AirBnb, bereit für die lieferung. AirBnb wird die lieferung für die schlüssel und den Vertrag zu Ihnen starten ,aber zuerst müssen Sie den wert von 1 miete monat (378 Euro) + Kaution (1.000 Euro) einzuzahlen (gesamt ist 1.378 Euro) in das AirBnb konto.“ Dann folgt eine Anleitung wie man sich anmeldet, die Miete bezahlt und wie Schlotter ein Foto seines Ausweises an die Vermieterin schicken soll.

In einer weiteren E-Mail klingt die angebliche Vermieterin erneut anders: Das ‚Du‘ ist verschwunden, Groß- und Kleinschreibung wird plötzlich beachtet und das Deutsch ist besser, klingt aber immer noch nicht nach Muttersprache. Es entsteht der Eindruck, als würde ein ganzes Team an den E-Mails arbeiten. Was mit den erhaltenen Ausweis-Fotos angestellt wird, kann man inzwischen wohl erraten. Vermutlich wurde der Pass und die Identität von ‚Martina Deggendorfer‘ genau auf diesem Weg ‚geklaut‘ und dann für den Betrug missbraucht.

Schlotter kommt alles „spanisch“ vor – was nicht daran liegt, dass die Vermieterin angeblich in Madrid lebt. Er veröffentlicht die Anzeige in Social Media und fragt nach weiteren Mietinteressenten. Prompt melden sich etwa zehn Betroffene, die zum Teil identische Vermieter-Mails in den Kommentaren posten. Unter anderem wurde auch eine 2-Zimmer-Wohnung in Burghausen angeboten.

Eine weitere betrügerische Wohnungsanzeige auf Airbnb.

Eine weitere Betroffene berichtet über den Kontakt mit der „Vermieterin in Madrid“ und gibt an, dass ähnliche Betrügerei auf ebay Kleinanzeigen laufen. Sie erläutert: „Man darf jedoch Wohnungen, welche über Airbnb laufen nur maximal 59 Tage am Stück vermieten. Wenn danach ein Mietvertrag ensteht, ist dieser nicht rechtskräftig und das Ganze ist am Rande der Legalität.“

Christoph Abfalter von der Polizeiinspektion Burghausen schreibt „Wir werden dem Sachverhalt nachgehen, da der Verdacht einer Straftat vorliegt.“ Außerdem empfiehlt er „die Polizei benötigt immer den entsprechenden E-Mail-Verkehr. Gut sind auch Screenshots der Anzeige bei Airbnb. In solchen Fällen empfiehlt es sich außerdem Anzeige bei der Polizei zu erstatten und auf keinen Fall Geld zu überweisen oder persönliche Daten preiszugeben.“

Auch die Verbraucherzentrale warnt vor Betrugsfällen, für die Portale wie Airbnb missbraucht werden. Auf der Homepage werden neun Tipps gegeben, wie Fake-Angebote erkannt werden, aber auch Hinweise, wie man sich im Falle einer bereits erfolgten Bezahlung verhalten sollte. Man sollte schnell handeln, heißt es da, und umgehend Bank oder Kreditinstitut informieren. So könne man eventuell sogar sein Geld zurück bekommen.

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