Besuch bei den Praktikern

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Jeden Monat besucht Ernährungs- und Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) einen bayerischen Betrieb. Gestern ging die Tour nach Aying (Landkreis München). Dort sind Brauerei, Hotelgasthof und Landwirtschaft eng miteinander verbunden.

Landwirtschaftsminister Brunner in Aying

Aying – Auch ein Minister kann nicht alles wissen. Warum das Zwicklbier so heißt, wie es heißt, zum Beispiel. Franz Inselkammer, 34, Geschäftsführer der Ayinger Brauerei, leistete gerne Aufklärungsarbeit: Das Bier wird noch vor dem Filtern aus einem unter Druck stehenden Hahn, dem „Zwicklhahn“ entnommen. Den Schlüssel zum „Zwickeln“, dem Verkosten des reifenden, unfiltrierten Bieres, hatte früher nur der Braumeister. Damit den Hahn niemand versehentlich – oder aus Durst – öffnen konnte.

Für den Ernährungs- und Landwirtschaftsminister auf Inspektionstour machte der Braumeister eine Ausnahme und schenkte eine Runde aus. Der Besuch in Aying dürfte einer der angenehmeren Termine im Kalender von Helmut Brunner (CSU) gewesen sein. Sein Besuchsprogramm – ein Betrieb im Monat, der in den Aufgabenbereich des Ministers fällt – „bringt wertvolle Informationen für meine Arbeit als Staatsminister“, sagte Brunner. Es gelte, Politik nicht nur am grünen Tisch zu machen, sondern die „Rückkopplung mit der Praxis“ zu suchen.

Jährlich 15 000 Besucher tun es Brunner jedes Jahr gleich, verkosten das Ayinger Quellwasser, schnuppern am Hopfen und lassen die Braugerste durch die Finger rinnen. „Wir sind eine Brauerei, die erlebbar ist“, sagt Angela Inselkammer, die Frau des Senior-Bräus und Präsidentin des bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands. Doch die Brauerei ist nicht das einzige Standbein der Familie Inselkammer. Dazu kommen der Brauereigasthof mit Hotel und – ganz neu – die Landwirtschaft: Im nahen Kaltenbrunn hat die Familie 50 Hektar Land gekauft – mit einem Bauernhof in der Mitte. Dort plant Ursula Hollweck, 37, Schwester des Bräus, eine Mutterkuhhaltung, die unter anderem den Gasthof mit Fleisch beliefern soll. Mittendrin entstehen außerdem drei Ferienwohnungen für Urlaub auf dem Bauernhof.

Die Vielfältigkeit, die in Aying im Großen geschehe, sei vielerorts auch im Kleinen denkbar, betonte Brunner bei seinem Besuch. „Landwirtschaftliche Betriebe bieten dank der vorhandenen großen Wirtschaftsgebäude Möglichkeiten“, so der Minister. Nur ein Drittel der bayerischen Bauern verdiene allein an der Nahrungsmittelproduktion. Viele hätten neben der Landwirtschaft noch mehr Standbeine wie Ferienwohnungen oder einen Direktverkauf.

Solche Angebote brächten die Verbraucher in Kontakt mit der „Urproduktion“, führte Brunner aus. „Das ist wichtig für die dauerhafte Akzeptanz der Agrarwirtschaft.“ Dabei geboten sei künftig der Fokus auf Tradition, Regionalität und Qualität, so Brunner weiter. „Unser Ehrgeiz muss sein, dass wir uns abgrenzen von der Massenproduktion.“  ja

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