BERÜHMTE OPFER DER SPANISCHEN GRIPPE

Berühmte Opfer der spanischen Grippe Max Weber Er gilt als der Vater der deutschen Soziologie.

Max Weber. Er gilt als der Vater der deutschen Soziologie.

Max Weber, Jahrgang 1864, war im Jahr 1919 gerade wieder an die LMU in München berufen worden – an den renommierten Lehrstuhl für Nationalökonomie. Doch dann erkrankte er an der Spanischen Grippe und zog sich eine Lungenentzündung zu. Im Januar 1919 hielt er in München noch seinen berühmten Vortrag „Politik als Beruf“. Aber er konnte seine Vorlesungen schon bald nicht mehr halten. Am 14. Juni 1920 starb er an den Spätfolgen der Krankheit.

Frederick Trump

Der deutsch-amerikanische Unternehmer mit Wurzeln in Rheinland-Pfalz und Großvater des US-Präsidenten Donald Trump war eines der frühen Opfer der Spanischen Grippe. Er spazierte im Mai 1918 mit seinem Sohn Fred durch New York, als er sich plötzlich unwohl fühlte. Der Arzt diagnostizierte eine Lungenentzündung. Ein Fehlurteil. Wenige Tage später starb Frederick Trump, Jahrgang 1869. Er hinterließ seinem Sohn und seiner Frau 30 000 Dollar und seine Immobilienprojekte.

Egon Schiele

Seine Ehefrau Edith war im sechsten Monat schwanger, als sie in Wien an der Spanischen Grippe starb. Auch der expressionistische Maler Egon Schiele steckte sich an, er starb am 31. Oktober 1918. Der bedeutende österreichische Künstler wurde nur 28 Jahre alt. Er war das Enfant terrible der Wiener Kunstszene, viele seiner Bilder galten damals als anstößig. Heute erzielen sie bei Auktionen Millionenpreise.

Emma Graf

Auch Schriftsteller Oskar Maria Graf aus Berg am Starnberger See hat durch die Pandemie einen Angehörigen verloren – seine Schwester Emma. In seinem autobiografischen Roman „Das Leben meiner Mutter“ berichtet er davon. Seine Schwester war schwer krank, das wusste er, aber er hat es nicht geschafft, sich von ihr zu verabschieden – obwohl er es unbedingt wollte. „Es war schon zu spät“, schreibt er. „Emma lag im Aufkirchner Leichenhaus.“  sts

Kommentare