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Händlerumfrage im Berchtesgadener Land und Traunstein zu Geschenketrends

Wenig Resonanz auf die Black Week in der Region – woran liegt‘s?

Ein Mann eilt mit einem verpackten Geschenk zwischen den anderen Passanten die Einkaufsmeile Zeil in Frankfurt entlang.
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An Aktionstagen wie dem Black Friday gibt es viele Angebote
  • Melanie Fischer
    VonMelanie Fischer
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Alle Jahre wieder stehen wir vor der Frage: Was verschenke ich nur zu Weihnachten? Damit es nicht wieder der langweilige Last-Minute-Gutschein wird, animieren viele Geschäfte die Kunden mit Black Week Aktionen zum Einkauf. Wie kommt dies bei den Kunden an? Und was sind die aktuellen Trends bei den Geschenken? Wir haben bei den Händlern in der Region nachgefragt.

Berchtesgadener Land/Traunstein - Rund ein Viertel des Jahresumsatzes erwirtschaften der Spielzeug- und Buchhandel im Weihnachtsgeschäft. In den letzten Jahren ist die Bereitschaft, Geld für Weihnachtsgeschenke auszugeben, deutlich gestiegen. Ob es in Zeiten von Kostenexplosionen dieses Jahr auch so sein wird, ist noch offen.

Keine Rabatte im Buchhandel, dafür viele Neuerscheinungen

Buchhändlerin Simona Riebow freut sich über den neuen Dallmayr-Band

Am häufigsten schenken die Deutschen immer noch Bücher. Simona Riebow von der Buchhandlung Rupprecht in Bad Reichenhall verkauft derzeit sehr viel von der aktuellen Bestsellerliste. Besonders setzt sie auf das neue Buch von Michelle Obama „Das Licht in uns“. Der lang ersehnte zweite Teil der Dallmayr-Reihe der Marktschellenberger Autorin Lisa Graf ist nun eingetroffen. Heiß begehrt sind signierte Exemplare. Auch alpine Bildbände werden gerne verschenkt. Kinder lieben besonders die großen Reihen wie „Gregs Tagebuch“, „Die Schule der magischen Tiere“, aber auch die Bücher von Paluten oder die illustrierten Harry-Potter-Bände. Bei den Kindersachbüchern empfiehlt sie Yuval Noah Hararis „Wie wir Menschen die Welt eroberten“.

Für Heidi Haunerdinger aus der Buchhandlung Stifel in Traunstein zählen zu den Toptiteln in diesem Jahr: „Eine Frage der Chemie“ von Bonnie Garmus, die Autobiographie von Werner Herzog sowie der regionale Titel „Der Geruch von Erde“ von Christiane Tramitz. „Ich bin Joy“ von Jenny Valentine ist ihr Favorit : „Die hat das Zeug zu einer Kinderbuchheldin.“ Im Moment verkaufen sich sehr gut Adventskalendergeschichten wie „Die Weihnachtsagentur“ von Rüdiger Bertram.

Rabatte kann der Buchhandel aufgrund der Buchpreisbindung nicht anbieten, das heißt Bücher kosten überall dasselbe. Somit kann der Buchhandel die Aktionswoche nicht für sich nutzen. „Im Moment verkaufen wir noch mehr Geburtstags- als Weihnachtsgeschenke“, so Riebow.

Beständiges Interesse an Unterhaltungselektronik

Florian Meilinger setzt auf Laptops und Tablets

Laut Florian Meilinger von Euronics Denk in Berchtesgaden geht der Trend bei der Elektronik in eine ähnliche Richtung wie die letzten Jahre. „Wir verkaufen nach wie vor viele Laptops und Tablets. Auch der Klassiker Smartphone ist vor allem in mittleren Preissegment beliebt.“ Zurückhaltung stellt er bei den Kunden nicht fest: „Von Energiekrise merke ich bisher zum Glück nichts, das kommt vielleicht erst im nächsten Jahr.“ Spielekonsolen liegen auch weiterhin ganz vorne beim Verkauf, ebenso Bluetooth-Boxen und -Kopfhörer.

Die ersten Weihnachtskunden hatte Meilinger schon im Oktober. - Kein Wunder bei den langen Lieferzeiten. „Ich habe aber im Sommer schon genug vordisponiert.“ Black Week Angebote gab es im Prospekt des Geschäftes. „Da geht es aber weniger um den Umsatz, sondern darum, dass die Leute den Laden kennenlernen und wiederkommen.“

Schmuck und Uhren: dieses Jahr vor allem als Geldanlage

Ingrid Iblacker und Andrea Straniak im Juweliergeschäft

Andrea Straniak von Juwelier Iblacker in Bad Reichenhall setzt dieses Jahr auf Silberschmuck von Pesavento sowie auf echten, zarten Goldschmuck mit Brillanten und Farbsteinschmuck mit Regenbogenfarben. Auch bei den Uhren spielen Farben eine große Rolle. Besonders beliebt sind grün, rot, nude und rosé. Auch bei ihr kamen die Kunden schon früh zum Weihnachtseinkauf. „Wir machen schon länger Weihnachtspackerl.“ Einen Rückgang bei den Ausgaben der Kunden kann sie nicht feststellen: „Das ist branchenbedingt. In Zeiten von Inflation ist Schmuck eine beliebte Geldanlage, die bleibt.“ In der Black Week gab es Rabatte auf Trendmarken, die aber nicht stark beworben wurden.

Bei den Spielwaren geht der Trend zum Holz

Marion Seigert verkauft am liebsten Puppen

Was wäre Weihnachten ohne leuchtende Kinderaugen beim Auspacken von Spielsachen? Marion Seigert vom gleichnamigen Geschäft in Freilassing stellt einen Trend weg vom Kunststoff- hin zum Holzspielzeug fest. „Außerdem verkaufen wir viele Puppen, ferngesteuerte Modellautos und natürlich Lego.“ Marken wie Star Wars und Pokémon sind auch immer noch der Renner. Das große Weihnachtsgeschäft ist allerdings bisher trotz vieler Rabatte ausgeblieben. „Seit Beginn des Ukrainekonflikts sind unsere Umsätze eingebrochen. Wir hoffen jetzt auf einen starken verkaufsoffenen Sonntag am 27. November, an dem wir 20 Prozent Rabatt geben.“

Wenig Resonanz auf Black Friday

In der Woche rund um den Black Friday hatten die meisten der befragten Händler besondere Angebote für die Kunden parat. Einstimmig war dazu die Meinung, dass sich solche Aktionen nicht besonders für kleinere Geschäfte lohnen. „Oft werden an solchen Tagen Altlasten billig rausgehauen. Große Händler verdienen daran und machen so eine Lagerbereinigung, wir profitieren aber wenig davon“, so Florian Meilinger. Marion Seigert setzt auch eher auf die noch kommenden Weihnachtsaktionen. Hinzu kommt, dass die meisten Händler ihre Angebote wenig beworben haben.

Buchhandlungen können aufgrund der Preisbindung in der Black Week keine Sonderangebote machen. „Wir sind als Sortimentsbuchhandel auf die Laufkundschaft angewiesen. Tage wie Black Friday finden hauptsächlich im Internet statt. Da kann der Einzelhandel mit den Preisen nicht mithalten“, so Heidi Haunerdinger. Dabei werde oft vergessen, dass Bücher im Einzelhandel über Nacht bestellt werden können, was ein Online-Anbieter selten schafft. Sie spricht von einer „traurigen Entwicklung“ hin zum Online-Einkauf. Dabei sei das Motto „buy local“ wichtiger denn je für den Erhalt des Einzelhandels.

Bleibt nun zu hoffen, dass mit den kälteren Temperaturen und den inzwischen geöffneten Christkindlmärkten die Kunden mehr in Weihnachtsstimmung kommen und der große Run auf die Geschäfte bald einsetzt.

mf

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