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Ob Skitour, Schneeschuhwandern oder Winterbergsteigen

„Oft vergessen, aber überlebenswichtig“ - DAV-Tipps für Einsteiger im alpinen Wintersport

Bei Touren im winterlichen alpinen Gelände benötigt der Wintersportler einiges an Wissen und Erfahrung.
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Bei Touren im winterlichen alpinen Gelände benötigt der Wintersportler einiges an Wissen und Erfahrung. Die Corona-Pandemie erschwert es derzeit, praktische Erfahrung zu sammeln. Gleichzeitig wird der Wintersport in den Alpen immer attraktiver.
  • Christina Eisenberger
    VonChristina Eisenberger
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Der Wintersport in den Bergen wird für viele Menschen immer attraktiver. Gerade die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung noch verstärkt. Doch was muss ich beachten, wenn ich im winterlichen Gelände der Alpen unterwegs bin? BGLand24.de hat beim DAV Berchtesgaden nachgefragt:

Berchtesgaden - Ob Skitour, Schneeschuhwandern oder Winterbergsteigen - die Menschen zieht es auch in der kalten Jahreszeit in die Berge. Einigen Sportlern fehlt aber noch die Erfahrung, wie man sich im winterlichen Alpingelände verhält und etwa Gefahren erkennt. Eine Verschütteten-Suche nach einem Lawinenabgang durchführen, muss eben geübt sein.

Umso dramatischer ist deswegen die derzeitige Kombi: Viele Menschen drängt es während der Corona-Pandemie in die Berge. Gleichzeitig finden kaum LVS- oder andere Ausbildungskurse statt. BGLand24.de hat beim DAV Berchtesgaden nach ein paar Tipps und Tricks gefragt:

Ich bin Einsteiger und möchte im freien Gelände eine Tour gehen. Kann ich das machen?

„Grundsätzlich ist von Touren im freien Gelände abzuraten, wenn ich keine Erfahrung oder Vorkenntnisse habe“, stellt Daniel Hrassky vom DAV Berchtesgaden fest. Eine Alternative seien für Skitourengänger die Pistentouren.

Auch für Pistenskitouren gibt es Regeln. Skitourengeher sollen etwa nicht kreuz und quer über die Piste aufsteigen, sondern den Pistenrand nutzen und hintereinander gehen. Pistensperren gehören unbedingt eingehalten. Beim Einsatz von Seilwinden herrscht Lebensgefahr! Der DAV hat zehn Empfehlungen für Skitouren auf Pisten aufgestellt.

Lawinenlagebericht: Worauf muss ich besonders achten?

„Der Lawinenlagebericht ist eine grundlegende Beurteilungshilfe, keinesfalls aber eine Rückversicherung. Es ist möglich dass ich bei großer Lawinengefahr nicht verschüttet werde, aber genauso gut kann ich bei geringer Lawinengefahr eine Lawine auslösen“, so Hrassky.

Der Lawinenlagebericht wird in der Wintersaison täglich vom Lawinenwarndienst Bayern herausgegeben und beantwortet folgende Fragen:

  • Wie groß ist die Lawinengefahr? 
  • Welches Problem ist dafür verantwortlich?
  • Wo sind die besonders gefährlichen Geländebereiche?
  • Und wie sieht es in der Schneedecke aus?

 „Der Lawinenlagebericht liefert mit seinen vielfältigen Informationen das Fundament für die Tourenplanung und zur Entscheidung vor Ort“, so Hrassky weiter. Doch jeder Hang ist unterschiedlich. Deswegen muss ein Tourengeher während der Tourenplanung als auch im Gelände stets entscheiden: Kann ich diese Route gehen bei der derzeitigen Lawinenwarnstufe gehen?

Die Lawinenwarndienste verwenden europaweit ein einheitliches System. Somit lässt sich auch der österreichische Lawinenlagebericht genauso lesen wie der bayerische.

Welches Teil gehört unbedingt in meinen Rucksack, das aber viele vergessen?

„Oft vergessen, aber überlebenswichtig, ist eine Rettungsdecke oder besser ein Biwaksack. Selbst im Falle einer einfachen Verletzung, wie z.B. eines Bänderrisses in Folge eines Sturzes, kann die Zeit zwischen Alarmierung und Eintreffen der Rettungskräfte je nach Gelände und Wetter mehrere Stunden dauern. In dieser Zeit besteht die akute Gefahr einer Unterkühlung oder Erfrierung“, so Hrassky.

Was sowieso immer im Rucksack sein sollte, ist eine Schaufel und eine Sonde. Ein LVS (Lawinenverschüttetensuchgerät) gehört in der Regel am Körper angebracht und auch auf „Senden“ eingeschaltet. Und die meisten haben es sowieso dabei: ein voll aufgeladenes Handy, damit im Fall der Fälle auch ein Notruf abgegeben werden kann. Wichtig ist dabei, dass das Telefon möglichst weit vom LVS untergebracht wird, um das Signal nicht zu stören. Die seitliche Oberschenkeltasche oder die Deckeltasche des Rucksacks ist etwa geeignet, der Schultergurt am Rucksack hingegen nicht.

Was vergisst vielleicht auch mal der fortgeschrittene Alpinist, im Gelände zu beachten?

„Die Rückzugsgebiete der Tiere zu beachten. Die Natur, insbesondere die Tierwelt der Alpen, reagiert im Winter auf Störungen sehr empfindlich. Zwar sind Wildtiere an die rauen Bedingungen sehr gut angepasst, nicht aber an den Kontakt mit Menschen. Wenn ihnen Skifahrerinnen oder Snowboarder zu nahe kommen, flüchten sie. Dabei verbrauchen sie viel Energie, die sie ersetzen müssen. Nahrung steht im Winter jedoch nur sehr eingeschränkt zur Verfügung. Häufige Störungen können den Tod bedeuten“, so Hrassky.

Für Wintersportler gilt insbesondere, die Dämmerung und Nacht zu meiden. In dieser Zeit nehmen die Wildtiere ihre Nahrung auf. Außerdem müssen Wald- und Wildschongebiete beachtet werden. Diese dürfen zum Schutz der Tiere nicht betreten werden.

Die LVS-Kurse sind alle abgesagt, reicht es, wenn ich mir die Theorie aneigne?

„Die beste Theorie kann die praktische Übung nicht ersetzen“, so Hrassky, „Im Notfall müssen die Abläufe trotz und gerade wegen der Extremsituation sitzen. Nach bereits 15 Minuten sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit dramatisch. Daher ist es aktuell empfehlenswert, sich selbst in einer Gruppe zusammenzufinden und von einem Bergführer eine praktische Einweisung geben zu lassen.“

Theoretisches Wissen rund um Lawinenarten und -gefahren sowie der Verschüttetensuche ist dennoch wichtig. Der DAV hat einige Tipps und Hintergrundwissen dazu zusammengestellt. Hrassky empfiehlt ebenfalls das „Safety Academy Lab“, in dem ebenfalls Lawinen-Basiswissen vermittelt wird.

ce

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