Behörden suchen nach einer Lösung für die Allianz Arena

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Bei einem Treffen sollen die Bedenken um die Verkehrssicherheit beim Stadion-Ausbau diskutiert werden – Reduzierung der Plätze denkbar. Mehr Plätze, mehr Verkehr, mehr Belastung – der geplante Ausbau der Allianz Arena stößt auf Skepsis.

Deshalb wollen sich am Montag, 23. Juni, die zuständigen Behörden zur Diskussion treffen. Teilnehmen sollen Planungsreferat, Kreisverwaltungsreferat, Polizei, Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und Autobahndirektion.

„Die offiziellen Stellungnahmen der einzelnen Teilnehmer liegen uns noch nicht vor“, sagt Karla Schilde, Sprecherin des Planungsreferats. Bei dem Treffen wolle man erörtern, ob der Ausbau der Allianz Arena verkehrlich in den Griff zu kriegen sei oder nicht. Je nach Ergebnis suche man dann das Gespräch mit dem Bauherrn, um einen Kompromiss zu finden – denkbar sei auch, die Zahl der geplanten neuen Sitzplätze zu verringern.

Der Ausbau der Allianz Arena sieht eine Erweiterung der Zuschauerränge auf 75 024 Sitze vor, die bei Spielen in der Bundesliga zur Verfügung stünden. Bei internationalen Begegnungen, bei denen Stehplätze verboten sind, wäre für 69 344 Zuschauer Platz. Mit den zusätzlichen Sitzen geht aber auch zusätzlicher Verkehr einher.

Deshalb dürfte beim Treffen der Behörden vor allem Skepsis über die Pläne der Bayern herrschen. Schon vor zwei Wochen hatte sich die MVG ablehnend gegenüber der Erweiterung geäußert (wir berichteten). Die U6 habe keine zusätzliche Kapazität für Stadionverkehr mehr, sei an Werktagen und während der Wiesn ohnehin schon ausgelastet. Auch die Polizei hatte Bedenken angemeldet, was die Sicherheit rund um den Stadionverkehr angeht.

Wenn die Behörden ein „Nein“ zum Stadion-Ausbau aussprechen, wird es auch für die Bewerbung um die EM 2020 schwierig. Denn dafür hatte der Deutsche Fußballbund (DFB) den Ausbau auf rund 70 000 statt bisher 68 000 Plätze zugesagt. Allerdings erwägt der DFB derzeit ohnehin, die Bewerbung für das Endspiel und die beiden Halbfinals der EM 2020 zurückzuziehen und sich stattdessen für alle Spiele der EM 2024 zu bewerben.

Der FC Bayern hat mittlerweile längst Tatsachen geschaffen: Schon nach dem letzten Saison-Spiel rollten die Bagger an, mittlerweile ist auch der Umbau von Sitz- zu Stehplätzen schon fertig. Ob diese aber auch genutzt werden dürfen, darüber muss die Lokalbaukommission entscheiden – momentan spricht noch vieles dagegen. Moritz Homann

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