Mutmaßlicher Mörder jetzt in Deutschland

„Davor müssen wir sie schützen“ - Bewegende Worte auf der Beerdigung der Tramperin Sophia L. 

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Sophia L. wurde an der A9 umgebracht.

Die 28-jährige Sophia L. wollte von Leipzig nach Bayern trampen - und wurde unterwegs an der A9 umgebracht. Rund drei Monate nach der Tat wurde sie nun beigesetzt. 

Update, 16. September: Familie wehrt sich in Trauerrede gegen Missbrauch von Sophias Schicksal

Die beim Trampen getötete Studentin Sophia Lösche ist im Familien- und Freundeskreis beigesetzt worden. Das teilte ihr Bruder Andreas am Samstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Sie wurde demnach am Freitag auf dem Katharinenfriedhof in Amberg in der Oberpfalz zu Grabe getragen. Rund 200 Freunde und Familienangehörige begleiteten sie auf ihrem letzten Weg.

Die 28-Jährige war den Ermittlungen zufolge Mitte Juni beim Trampen umgebracht worden. Ein marokkanischer Lastwagenfahrer sitzt als ihr mutmaßlicher Mörder in Untersuchungshaft. Ihre Familie wehrt sich dagegen, dass Rechtspopulisten Sophias Schicksal für ihre Zwecke missbrauchen, etwa indem ein Bild Sophias auf Trauermarsch-Demonstrationen hochgehalten wird, wie zuletzt in Chemnitz nach Informationen der Familie geschen.. Das wurde nach Angaben ihres Bruders auch in der Trauerrede bei der Beisetzung betont.

Selfies auf dem AfD-Trauermarsch: Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann fotografierte sich in Chemnitz vor einem Foto einer Toten. Auch Sophias Portät soll nach Informationen ihres Bruders als Beispiel für durch Ausländer ermordete Deutsche durch Chemnitz getragen worden sein. 

Das Portal infranken.de zitiert aus der Trauerrede: "Wir können, wir müssen sie nicht mehr beschützen. Nur vor einem noch (...): vor dem Missbrauch ihrer Geschichte und ihres Namens. Wenn ihrem Namen, wenn ihrer Liebe, wenn ihrer Haltung und ihrem Schicksal Gewalt angetan werden, weil manche meinen, damit Hass und Kälte verbreiten zu können - und menschenverachtendes Reden und Verhalten rechtfertigen zu können - ja, davor können und müssen wir sie schützen."

Bereits nachdem bekannt wurde, dass ein Foto Sophias durch Chemnitz getragen wurde, erklärte ihr Bruder: „Wir lassen nicht zu, dass das Andenken an unsere Sophia für ausländerfeindliche Zwecke missbraucht wird. Wir stellen uns in ihrem Namen gegen die Instrumentalisierung ihrer Person für Hetze, Rassismus und Hass."

Update, 31. August: Mutmaßlicher Mörder von Tramperin in deutschem Gefängnis

Der mutmaßliche Mörder der trampenden Studentin Sophia L. ist nach Deutschland ausgeliefert worden. Der 41 Jahre alte Lastwagenfahrer sitze seit Freitag in einem Gefängnis in Oberfranken, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Bayreuth mit. Kripo-Beamte hätten den Marokkaner am Donnerstag in Spanien abgeholt und nach Bayern gebracht. Am Freitag habe ihm ein Richter am Amtsgericht Bayreuth den Haftbefehl wegen Mordes eröffnet.

Update, 29. August 2018, 10.50 Uhr: Sophia L. kann beigesetzt werden

Rund zweieinhalb Monate nach ihrem gewaltsamen Tod kann die Studentin Sophia L. nun beigesetzt werden. Die Bayreuther Staatsanwaltschaft habe den Leichnam am Mittwoch zur Bestattung freigegeben, teilte die Behörde mit. Erst vor kurzem hatten die spanischen Ermittler die Leiche nach Deutschland überführen lassen. Am Dienstag wurde dort nochmals eine rechtsmedizinische Untersuchung durchgeführt.

Update, 28. August 2018, 13.14 Uhr: Leiche der Studentin Sophia L. ist in Deutschland angekommen

Bayreuth - Der Leichnam der ermordeten Studentin Sophia L. ist von Spanien nach Deutschland gebracht worden. Das teilte eine Polizeisprecherin am Dienstag in Bayreuth mit. Zuerst hatte der Bayerische Rundfunk (BR) darüber berichtet. Der Leichnam soll nach einer weiteren rechtsmedizinischen Untersuchung schnellstmöglich zur Bestattung freigegeben werden. Die Polizeisprecherin machte keine Angaben, wann mit der Auslieferung des 41 Jahre alten Tatverdächtigen aus Spanien zu rechnen ist.

Die in Amberg in der Oberpfalz geborene 28-Jährige wollte Mitte Juni von Leipzig in Richtung Nürnberg trampen. Dabei wurde sie den Ermittlungen zufolge von dem 41 Jahre alten Lastwagenfahrer an einer Tankstelle an der A9 in Sachsen mitgenommen und in Oberfranken umgebracht. Die Leiche Sophias wurde eine Woche später in Spanien gefunden. Zwei Tage danach wurde der Lkw-Fahrer aus Marokko von der spanischen Polizei festgenommen. Der Fall hatte deutschlandweit für Aufsehen gesorgt.

Ursprünglicher Artikel, 27. August 2018: Wann wird der Tatverdächtige ausgeliefert? 

Bayreuth - Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Bayreuth am Montag mit. Ein von den spanischen Behörden parallel geführtes Ermittlungsverfahren sei nun abgeschlossen. Ein spanisches Gericht habe deshalb der beantragten Freigabe zur Überführung des Leichnams zugestimmt. Dieser soll nach einer weiteren rechtsmedizinischen Untersuchung in Deutschland schnellstmöglich zur Bestattung freigegeben werden. Auch die Auslieferung des 41 Jahre alten Tatverdächtigen aus Spanien stehe unmittelbar bevor.

Die in Amberg in der Oberpfalz geborene 28-Jährige wollte Mitte Juni von Leipzig in Richtung Nürnberg trampen. Dabei wurde sie den Ermittlungen zufolge von einem 41 Jahre alten Lastwagenfahrer an der A9 an einer Tankstelle im nordsächsischen Schkeuditz mitgenommen und in Oberfranken umgebracht. Die Leiche Sophias wurde eine Woche später in Spanien gefunden. Zwei Tage danach wurde der Lkw-Fahrer aus Marokko in Spanien festgenommen.

Der Leichnam der getöteten Studentin Sophia L. wird demnächst von Spanien nach Deutschland gebracht.

Kripobeamte der Ermittlungsgruppe „Rastplatz“ sollen den Tatverdächtigen in Spanien abholen und ihn nach Bayreuth bringen. Nach der Eröffnung des Haftbefehls wegen Mordes beim Amtsgericht Bayreuth soll er in einer oberfränkischen Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft kommen. Wann die teils noch ausstehenden Ermittlungsakten, Asservate sowie der Lastwagen nach Deutschland gebracht werden, stehe derzeit noch nicht fest, hieß es.

Unterdessen muss der Bruder der Getöteten schlimme Anfeindungen im Netz über sich ergehen lassen, weil er sich für Flüchtlinge einsetzt. Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat die Hasskommentare in Internet bei der Trauerfeier für die Verstorbene scharf verurteilt. 

dpa

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