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28 Millionen Dosen verimpft

Bayernweit 16 Impfschäden seit Start der Corona-Impfungen anerkannt

Eine Spritze liegt auf zwei Pflastern, darunter befindet sich ein weißes Papier mit der Aufschrift Impfung. Für die Booster-Impfung werden in Deutschland bisher nur mRNA-Impftsoffe von Biontech und Moderna eingesetzt.
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Viele Menschen haben Angst vor der Corona-Impfung – weil sie die Nebenwirkungen der Impfstoffe fürchten.
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
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Rund 100 Anträge auf Impfschäden wurden in Bayern dieses Jahr jeden Monat gestellt. Nur ein Bruchteil wurde bislang anerkannt.

Bayreuth - Seit Beginn der Impfungen gegen das Coronavirus vor mehr als eineinhalb Jahren sind in Bayern bisher 16 dauerhafte Impfschäden anerkannt worden. Von den insgesamt 984 Anträgen auf Anerkennung eines Impfschadens im Kontext mit der Corona-Impfung wurden bislang 242 abschließend bearbeitet, teilte das zuständige Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) in Bayreuth mit. Davon wurden 216 Anträge abgelehnt und 10 zurückgenommen (Stichtag: 17. August). Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind seit Start der Impfkampagne im Freistaat fast 28 Millionen Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht worden.

Da jeder Fall und jedes Gutachten einzeln geprüft werden müsse, dauere die Sachbearbeitung oft an, erklärte ZBFS-Sprecher Benjamin Vrban. Welche Impfschäden die 16 Betroffenen erlitten haben, gab die Behörde aus Datenschutzgründen nicht bekannt. Allgemein werden die aus Medien bekannten Schäden wie Herzmuskelentzündung oder Sinusvenenthrombose geltend gemacht, sagte Vrban.

Zu den Nebenwirkungen heißt es auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts, das die Sicherheit von Impfstoffen in Deutschland überwachte, wörtlich:

  • Einzelne Fälle einer Myokarditis und/oder Perikarditis wurden nach Nuvaxovid berichtet, davon auch wenige Fälle aus Deutschland.
  • Eine Auswertung zu Meldungen von chronischem Müdigkeitssyndrom und Long COVID-ähnlichen Beschwerden ans Paul-Ehrlich-Institut und ein Vergleich mit internationalen Meldungen in der Nebenwirkungsdatenbank bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA hat bis zum Datum dieser Auswertung kein Risikosignal ergeben.
  • Letzteres gilt auch für eine Auswertung von Verdachtsfallmeldungen aus Deutschland zu verschiedensten Zyklusstörungen bei Frauen im gebärfähigen Alter und Krampfanfällen nach COVID-19 Impfstoffen.

Damit ein dauerhafter Impfschaden anerkannt werde, müssen die Beschwerden mindestens sechs Monate andauern. Das Paul-Ehrlich-Institut verweist darauf, „dass auch Reaktionen in zeitlicher Nähe zu einer Impfung nicht unbedingt im ursächlichen Zusammenhang mit einer Impfung stehen müssen“.

Paul-Ehrlich-Institut

Das Paul-Ehrlich-Institut in Langen ist das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Der neue Behördenname löste am 23. Juli 2009 die alte Bezeichnung Bundesamt für Sera und Impfstoffe ab.

Die Melderate von Verdachtsfällen in Deutschland betrug laut neuestem Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts für alle Impfstoffe zusammen 1,8 Meldungen pro 1.000 Impfdosen, für Verdachtsfälle schwerwiegender Nebenwirkungen und Impfkomplikationen 0,3 Meldungen pro 1.000 Impfdosen. Die Melderate nach der Boosterimpfung sei deutlich geringer als nach der Grundimmunisierung. Dabei ist wichtig zu beachten, dass jeder Mensch ganz einfach per App oder Mausklick eine vermeintliche Nebenwirkung ohne vorherige ärztliche Überprüfung melden kann.

Menschen, die durch öffentlich empfohlene Impfungen gesundheitlich auf Dauer geschädigt werden, können eine Versorgung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) erhalten. Je nach Schweregrad steht Impfgeschädigten eine Grundrente zu. Statt der bislang 156 bis 811 Euro monatlich werden nun mit Berücksichtigung der Inflation 164 Euro bis 854 Euro pro Monat gezahlt. Zudem sind Zusatzzahlungen möglich, abhängig von den Impfschäden und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Betroffenen. Bei den 16 Anerkennungen in Bayern wurden in 8 Fällen unter anderem Versorgungsrenten gewährt, wie das ZBFS mitteilte.

mz/dpa

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