„Bayerns Landwirtschaft bleibt stark“

Heute wird Gerd Sonnleitner 65: Im Herbst gibt er auch sein letztes politisches Amt als europäischer Bauernpräsident ab. Foto: dpa
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Heute wird Gerd Sonnleitner 65: Im Herbst gibt er auch sein letztes politisches Amt als europäischer Bauernpräsident ab. Foto: dpa

Interview zum 65. Geburtstag von EU-Bauernpräsident Sonnleitner

Ruhstorf – Zurück auf den Hof, einfach nur Bauer sein – darauf hat sich Gerd Sonnleitner gefreut. Vor einem Jahr hat der langjährige Bauernpräsident die Führung im deutschen wie auch im bayerischen Bauernverband abgegeben. Aber zu Hause auf seinem Hof im niederbayerischen Ruhstorf war er gerade einmal die Hälfte der Zeit. Noch ist er Präsident des europäischen Bauernverbandes Copa – und hat zuletzt die schwierigen Verhandlungen zur EU-Agrarreform bis zur Endphase begleitet. Im September gibt Sonnleitner auch den Copa-Vorsitz ab – rechtzeitig zum Beginn des Rentenalters: Heute wird er 65 Jahre alt. Wir haben mit ihm gesprochen – beziehungsweise ihm 14 Satzanfänge vorgelegt, die er vervollständigen musste:

-In 20 Jahren Brüsseler Agrar-Politik habe ich.....

...mitgeholfen, als Bauernpräsident Europa weiter zu entwickeln und die europäische Landwirtschaft im gesamtpolitischen und ökonomischen Bereich bei der Globalisierung abzusichern.

-Seit ich nicht mehr Deutscher Bauernpräsident bin, ist...

... mehr Zeit für meinen Bauernhof und meine Familie.

-Die schönste Erinnerung an meine Zeit als bayerischer Bauernpräsident ist...

... die Entwicklung hin von einer staatlich gelenkten Abnahme und Preisgarantie hin zur Marktorientierung. Die bayerischen Bauern sind hier sehr wettbewerbsstark geworden im internationalen Vergleich.

-Das größte Problem für mich war...

... letztlich alle davon zu überzeugen, dass die Marktorientierung der richtige Weg ist. Und dass wir stark genug sind, dies auch umzusetzen und zu beweisen.

-Ohne meine Frau...

... hätte ich nicht so lange Präsident sein können.

-Als Bauer daheim genieße ich...

... die körperliche Arbeit. Wenn man hier was arbeitet, sieht man sofort den Erfolg oder den Misserfolg. In der Politik kann man immer darüber streiten: Was war gut, was war schlechter, was ist Mittelmaß...

-Bei der Ernte in diesem Jahr...

... werde ich natürlich voll und ganz dabei sein. Das kalte Frühjahr und die Trockenheit jetzt machen uns zu schaffen. Aber das ist das Leben und die Wirklichkeit eines Landwirts.

-Junglandwirten rate ich...

... blickt optimistisch in die Zukunft. Die Zukunft braucht Euch! Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln, Energie und Klimaschutz wird immer größer. Das bedeutet große Chancen für die nächste Generation.

-Ein eigenes bayerisches Agrarministerium sollte...

... weitergeführt werden, um die Bedeutung der Landwirtschaft für Bayern gesamtökonomisch zu unterstreichen. Ein eigenes Ministerium trägt auch zum Erhalt des Rückgrats des ländlichen Raums bei.

-Wenn ich im Herbst auch nicht mehr Europäischer Bauernpräsident bin, dann...

... habe ich noch mehr Zeit für meinen Betrieb, kann Investitionen tätigen und die nächsten Jahre planen.

-Landwirtschaft in Bayern wird in der Zukunft...

... immer stark bleiben. Wir haben ein eigenes Profil, international eine sehr hohe Reputation und Anerkennung. Die Marke Bayern wird im Premiumbereich angesiedelt. Von daher gibt es gute Startpositionen für die Zukunft.

-Meinem Nachfolger Heidl rate ich...

... ich rate keinem Nachfolger etwas. Er ist klug genug, um das zu tun, was richtig ist.

-Als deutschen Agrarminister wünsche ich mir nach der Bundestagswahl...

(lacht) Da halte ich mich raus. Zuerst lassen wir die Menschen wählen. Ich hoffe, dass sie richtig wählen.... Dann schauen wir, welche Koalition sich zusammenrauft. Und dann kann ich Namen nennen.

-Zum Geburtstag wünsche ich mir...

... eigentlich nur Gesundheit und weiterhin die Schaffensfreude, wie ich sie jetzt habe. Ich bin glücklich, wenn mich Freunde besuchen, die Familie wieder mal zusammenkommt. Das sind für mich die Freuden eines Geburtstages mit 65 Jahren.

Das Interview führte

Claudia Möllers

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