Bayern bibbert

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Emil (6) und sein Bruder Oskar (3) schlittern warm eingepackt über den zugefrorenen Weßlinger See nördlich von Starnberg. In dieser Gegend dreht auch Radl-Postbote Peter Balschukat (rechts unten) unbeirrt von der Kälte seine Runden. Ein Häppchen Schnee gönnt sich ein Elefant im Tierpark Hellabrunn. Fotos: Andrea Jaksch (2), Gebert/dpa

Eine arktische Kältewelle zieht durch den Freistaat und sorgt mit Temperaturen von bis zu minus 16 Grad für laufende Nasen und Sehnsucht nach der Ofenbank. Wir haben uns umgehört – und Tipps gesammelt –, wie Mensch und Tier mit der Eiseskälte umgehen.

Eiseskälte zum Wochenstart

von Josef Ametsbichler und Dominik Göttler

München – Peter Balschukat, 59, ist einer von den Unverwüstlichen. Bei jedem Wetter ist der Postbote mit dem E-Bike in seinem Revier in Söcking bei Starnberg unterwegs. Mit dem Radl ist er viel agiler als mit dem Auto. Doch wenn es richtig zapfig wird, muss sich auch der Hartgesottenste wappnen.

Balschukat, seit 30 Jahren bei der Post, tut es vielen Säugetieren gleich und lässt sich einen Winterpelz wachsen. „Für die ärgste Kälte lasse ich mir einen Bart stehen, das hilft für den Hals.“ Dieser Tage wird der Postler zudem die volle Wintermontur überstreifen, so haarig, dass es bei zweistelligen Minusgraden ohne geht, ist er auch wieder nicht. Skiunterwäsche, Mütze, Handschuhe, Thermojacke wie -hose. Und ab geht die Post.

Die Eiseskälte packt den Freistaat zurzeit fest mit ihren klammen Fingern. Das wird sich in den kommenden Tagen auch nicht ändern, sagt der Deutsche Wetterdienst: Wegen des eisigen Nordostwinds fühlen sich die Temperaturen ortsweise an wie bis zu minus 20 Grad – manche Alpentäler erreichen diese Temperaturen tatsächlich.

Aus medizinischer Sicht gibt es aber keinen Grund, sich nur noch am warmen Kamin zu verstecken. Jörg Schelling vom Münchner Institut für Allgemeinmedizin rät auch bei den Minusgraden zum täglichen Spaziergang – wenn auch gut eingepackt. „Einmal am Tag ein paar Schritte an der frischen Luft tun gut.“ Nur die Nase sollte unbedingt frei sein, denn durch sie wird die Atemluft angewärmt und strömt dadurch nicht gar so kalt in die Lunge. Wer sich mit Kindern auf zum Schlittenberg macht, sollte ebenfalls auf warme Kleidung achten – „denn sie strahlen über den Kopf besonders viel Wärme ab“. Also: Einpacken wie ein altgedienter Radl-Postbote – und die Gaudi kann losgehen.

Übrigens fährt auch den tierischen Begleitern der Eiswind in die Knochen. Evelyn Bauer vom Tierschutzverein Ebersberg zieht ihrem Pudel-Terrier-Mischling Vroni deshalb einen Hundemantel an. Vroni ist schon 16 Jahre alt, doch auch jüngeren Hunden tut ein Kälteschutz gut, sagt Bauer. Gerade kleine Rassen und solche mit dünnem Fell friere es leicht. Und da man Hunden schwerlich Winterschuhe überstreifen kann, hat Bauer noch einen Tipp: Salbe vom Tierarzt, die die Fußballen bei Kälte und Streusalz geschmeidig hält. „Trotzdem sollten Hundehalter es bei kurzen Gassigängen belassen“, rät Bauer – und die Hunde keinen Schnee fressen lassen. Denn der Dreck darin gibt Magen-Darm. Allgemein sollten Haustiere nachts im Haus oder in einem winterfesten Stall untergebracht sein.

A propos: Auch im Tierpark Hellabrunn hat man sich auf die Kälte eingestellt. So wurden manche Wassergräben abgelassen, damit etwa die Stachelschweine nicht auf dem Eis einbrechen. „Manche Tiere mögen es, wenn es so kalt ist“, erklärt Tierpark-Sprecherin Lisa Reininger. „Tiger, Panda oder Eisbär finden das super.“ Bei manch anderem Tierpark-Bewohner müssen die Pfleger aber besonders achtgeben. Die Elefanten dürfen derzeit nur kurz ins Freie, wenn ihr Gehege gereinigt wird. „Und dann müssen sie trocken sein, sonst holen sie sich eine Erkältung.“ Und auch bei den Giraffen ist Vorsicht geboten. Mit ihren langen Beinen ist Glatteis für sie besonders gefährlich.

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