Ein bayerisches Ständchen für Benedikt XVI.

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

BESUCH ZUM 65-JÄHRIGEN PRIESTERJUBILÄUM . Vatikanstadt/München – Er braucht zwar inzwischen zum Gehen einen Rollator und wirkt etwas gebrechlich.

Aber geistig ist Benedikt XVI. voll auf der Höhe. Davon konnte sich die gut 120-köpfige Delegation aus Bayern überzeugen, die den emeritierten Papst an dessen Rückzugsort im Kloster „Mater Ecclesia“ im Vatikan besucht hatte, um ihm zum 65-jährigen Priesterjubiläum zu gratulieren.

Am Festtag „Peter und Paul“ empfing der 89-Jährige die Freunde aus der Heimat am Abend bei schönstem Wetter im Garten vor seinem „Austragshäusl“. „Ich fühl’ mich so richtig daheim“, strahlte der emeritierte Papst angesichts der vielen Gebirgsschützen, Trachtler, der Musiker und Politiker aus der bayerischen Heimat, mit denen er in Erinnerungen schwelgen konnte. „Er wirkt im Vergleich zum vergangenen Jahr schon ein wenig gebrechlich“, erzählt Martin Haberfellner, stellvertretender Landeshauptmann der Bayerischen Gebirgsschützen aus Kochel (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen), gestern auf der Rückreise von Rom. Man merke ihm das Alter schon an. „Aber mit Beginn der Gratulation ist er immer fröhlicher geworden und hat sich überaus gefreut, dass er Menschen getroffen hat, die er kennt.“ Er habe auch viel nachgefragt nach Bekannten aus der Heimat, wie es dem einen oder anderen Pfarrer gehe. Haberfellner war beeindruckt davon, an wie viele Menschen sich Benedikt XVI. erinnert.

Und dem 89-Jährigen entgeht offenbar kein Detail. Als Haberfellner ihm gratuliert, entdeckte der emeritierte Papst sofort das Festzeichen vom Patronatstag an der Joppe, das die „Patrona Bavariae“ zeigt. „Vor 400 Jahren ist vom damaligen Kurfürst Maximilian I. die Marienstatue an der Residenz angebracht worden. Wir feiern heuer 400 Jahre Patrona Bavariae, und das weiß der Papst natürlich alles noch viel besser.“ Vor 100 Jahren übrigens habe Papst Benedikt XVI. das Fest am 1. Mai kirchlicherseits bestätigt. Darüber haben sich der bayerische Papst und der Gebirgsschütze unterhalten. Es wurde gescherzt und geplaudert, Benedikt XVI. bekam eine CD mit Marschmusik und Schuhplattler lieferten eine Tanzeinlage. Ein unvergessliches Erlebnis mit viel Gfui. In 2000 Jahren habe es, so berichtet Haberfellner, nur zwei Päpste gegeben, die das 65-jährige Priesterjubiläum erreicht haben. Papst Leo XIII. (1810-1903) und der bayerische Papst.

Nach einer Stunde weißblauer Begegnung und dem gemeinsamen Singen der Bayern-Hymne war Benedikt XVI. rechtschaffen müde. „Ich möchte einfach ganz herzlich für alles  Vergelts Gott sagen“, hatte er allen gedankt. Und mit etwas Wehmut machten sich die Bayern auf den Weg zurück in die Heimat.  cm

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare