Bayerische Polizei fasst nur jeden neunten Fahrraddieb

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München – Fahrraddiebe in Bayern werden immer seltener gefasst.

Die Polizei konnte im vergangenen Jahr in gerade einmal 3231 Fällen die Tat aufklären. Insgesamt wurden 2016 knapp 29 000 Fahrräder und damit statistisch gesehen knapp 80 Fahrräder am Tag als gestohlen gemeldet.

Die Aufklärungsquote liegt mit 11,2 Prozent im Freistaat aber noch über dem Bundesdurchschnitt. Dies geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor.

Damit geht die Aufklärungsquote zurück. Im Jahr 2012 konnte immerhin noch bei jedem siebten Fahrraddiebstahl ein Täter ermittelt werden. Vor fünf Jahren hatte jedoch die Zahl der geklauten Drahtesel mit mehr als 30 800 noch deutlich über dem von 2016 gelegen. Nach Angaben des Landeskriminalamtes richten Fahrraddiebe in Bayern einen immer höheren Schaden an: 14,6 Millionen Euro betrug der Gesamtschaden der verschwundenen Fahrräder im vergangenen Jahr. Das sind rund 900 000 Euro mehr als im Vorjahr. Ein Grund dafür sei der Diebstahl sehr hochpreisiger Modelle wie Elektrofahrräder.

Die Aufklärungsquote liegt in Bayern aber immer noch deutlich höher als im Bundesdurchschnitt: 2016 lag die Quote deutschlandweit bei 8,8 Prozent, 2012 waren es noch 9,7 Prozent gewesen. Spitzenreiter unter den Bundesländern waren im vergangenen Jahr übrigens Thüringen und Niedersachsen. Im Nordwesten wurden 13,4 Prozent, in Thüringen konnten 2016 gar 14,7 Prozent der gestohlenen Räder beziehungsweise ihre Täter ermittelt werden.

Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer an Fahrrad-Diebstählen aus. Viele Delikte tauchen in keiner Statistik auf, weil sie erst gar nicht angezeigt werden. Um die Chancen auf das erfolgreiche Aufspüren der Täter zu verbessern, empfiehlt die Polizei die Verwendung geeigneter Schlösser sowie Maßnahmen zur Identifizierung der Fahrräder.

Opfer gestohlener Autos können sich in Bayern übrigens deutlich größere Hoffnungen auf eine Aufklärung machen – hier lag die Quote 2016 bei 57,5 Prozent. 2012 waren es sogar noch 60,8 Prozent gewesen.  till/dpa

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