Bande handelt mit MVV-Abos

Einkauf über ungedeckte Konten – Großrazzia mit 300 Beamten. München – Fünf Anführer einer rund 15-köpfigen Bande sind wegen Betrugs verhaftet worden.

Die Gruppe soll immer wieder Konten eröffnet haben, über die sie MVV-Jahreskarten und Handys kaufte. Die Konten waren jedoch nicht gedeckt. Die Waren verhökerte die Gruppe weiter – die Kontoinhaber tauchten unter, bevor sie zur Rechenschaft gezogen werden konnten. Der entstandene Schaden durch die Betrügereien liegt laut Bundespolizei im höheren fünfstelligen Bereich.

In den vergangenen Tagen durchsuchten Beamte 36 Wohnungen und Büros in München. Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt 15 rumänische und irakische Staatsangehörige, die durch betrügerische Kontoeröffnungen in über 60 Fällen hochpreisige MVV-Jahresabos und andere Waren – überwiegend Mobiltelefone – erlangt und weiterverkauft haben sollen.

Bei den Durchsuchungen am Mittwoch und Donnerstag, an denen mehr als 300 Bundespolizisten beteiligt waren, wurden Festplatten und Akten sichergestellt. Zudem beschlagnahmten die Ermittler Bargeld, eine Schreckschusspistole, zwei Butterflymesser sowie eine geringe Menge Marihuana.

Die mutmaßlichen Anführer, drei Rumänen (39 bis 55 Jahre) und zwei Iraker (20 und 30), wurden verhaftet. Ihnen wird banden- und gewerbsmäßiger Betrug zur Last gelegt. Die sichergestellten Beweise werden derzeit ausgewertet – womöglich gibt es weitere Mittäter. Auch gegen die Abnehmer wird nach Polizei-Angaben ermittelt. sven rieber

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