Die Bahn will sechs Milliarden Euro verbauen

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Die Bahn baut – in Zukunft wohl noch häufiger als bisher. Seit Freitag gibt es dazu präzisere Infos: Auf über sechs Milliarden Euro summieren sich 50 Projekte im S-Bahn-Netz. Manches liegt allerdings noch in ferner Zukunft.

50 PROJEKTE

von dirk Walter

München – Vom A wie Abstell- und Wendegleis in Weßling bis Z wie zweites Gleis Steinebach-Seefeld-Hechendorf – das S-Bahn-Netz soll umfassend ertüchtigt werden. Am Freitag schaltete die Bahn dazu eine neue Homepage frei (www.bahnausbau-muenchen.de), auf der rund 50 Vorhaben erstmals übersichtlich mit „Projektsteckbriefen“ aufgelistet sind. Die zweite Stammstrecke mit Kosten von bisher 3,849 Milliarden Euro (inklusive Risikopuffer) ist dabei nur ein, wenngleich das wohl teuerste Vorhaben. Bayerns Bahnchef Klaus-Dieter Josel gibt sich betont optimistisch: „In zehn bis 15 Jahren werden wir einen umfassend modernisierten Bahnknoten München haben.“

Wahrscheinlicher ist, dass einige Projekte noch länger auf der Agenda bleiben werden. Noch am leichtesten zu bewerkstelligen sind behindertengerechte Modernisierungen von S-Bahn-Stationen. Auf der Homepage sind 28 Vorhaben aufgelistet. Beispiele: Der Ausbau der S4-Station Buchenau ist mit 9,3 Millionen Euro veranschlagt, der der S6-Station Stockdorf mit 4,3 Millionen Euro. Einige Projekte sind pure Vision: etwa der S-Bahn-Nordring, heute ein Güterzuggleis, auf der künftig S-Bahnen von Johanneskirchen bis Fasanerie/Allach geführt werden könnten. Kostenschätzung und Terminplan gebe es noch nicht, heißt es im Projekt-Steckbrief. Wenig konkret sind auch einige andere Projekte: Walpertskirchener Spange (145 Millionen/Finanzierung offen), S4-Ausbau von Pasing bis Eichenau (ca. 500 Millionen/Baurecht wohl ab 2024), Ausbau Dachau-Petershausen (Machbarkeitsstudie in Vorbereitung, kein Terminplan).

Sehr viel konkreter sind da schon die Informationen zum S-Bahn-Ringschluss von Erding zum Flughafen. Die beiden Bauabschnitte sind auf zusammen 425 Millionen Euro veranschlagt. Inbetriebnahme: voraussichtlich abschnittsweise 2024 (Flughafen-Schwaigerloh), 2027 (Schwaigerloh-Erding) und 2029 (Erding-Altenerding).

Bisher kaum diskutiert wurde über die Erweiterung des Bahnhofs Pasing. Das Ausbauprogramm sieht den Bau eines weiteren Bahnsteigs im Norden vor. Er ist notwendig, wenn nach Fertigstellung der zweiten Stammstrecke auch Regional-S-Bahnen aus Buchloe und Mering in Pasing halten sollen. Auch hier steht man am Anfang: Kosten- und Terminplan fehlen.

Kritiker der zweiten Stammstrecke wird vielleicht etwas anderes versöhnen: Der Bau eines Regionalzugbahnhofs Poccistraße am Münchner Südring ist fest versprochen. 40 Millionen soll das kosten, die Inbetriebnahme wäre im Dezember 2026, also zeitgleich mit dem zweiten Tunnel.

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