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Streit um Brenner-Nordzulauf

Bahn teilt gegen Brennerdialog Rosenheim aus: „Im Dampflokzeitalter stehengeblieben“

Der Wall des Brenner-Nordzulaufs in einer Visualisierung der Bahn. Er wird bis zu 80 Meter breit und mit Schallschutzmauer bis zu 15 Meter hoch.
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Der Wall des Brenner-Nordzulaufs in einer Visualisierung der Bahn. Er wird bis zu 80 Meter breit und mit Schallschutzmauer bis zu 15 Meter hoch.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Brennerdialog und Bund Naturschutz bliesen zum Generalangriff auf die Neubau-Planung für den Brenner-Nordzulauf. Nun wehrt sich die Bahn, mit harscher Kritik vor allem an den Bürgerinitiativen.

Rosenheim – „Deutlich neben der Spur“ – so beurteilen die Verantwortlichen für das Projekt Brenner-Nordzulauf die Äußerungen auf der Pressekonferenz der Bahnausbau-Gegner am Dienstag (wir berichteten).

Bahn keilt gegen Brennerdialog: „Große Verwirrung“

„Wenn sich die Bürgerinitiative Brennerdialog einerseits auf die BCP-Studie stützt, um gegen unsere Planungen bei Grafing zu protestieren, andererseits derselben Studie aber Fehler unterstellt, dann scheint die Verwirrung groß zu sein“, teilte DB-Gesamtprojektleiter Matthias Neumaier in einer Presseerklärung mit.

Unter anderem hatten die Gegner des Bahnausbaus die in der Studie genannte niedrige Passagierzahl von 2200 pro Tag zwischen Innsbruck und Verona zitiert und als Beleg für die schwache Auslastung der Strecke durch den Personenverkehr genutzt. Auch die Wachstumszahlen im Güterverkehr seien übertrieben, viel Verkehr werde überdies künstlich auf den Brenner gelotst, statt über die kürzere Gotthard- oder Tauernroute geführt zu werden.

Alpentraversale ein europäisches Jahrhundertprojekt

Die Bahn unterstreicht dagegen erneut die Priorität des Brenner. Die Bahn habe immer hervorgehoben, dass der Ausbau der großen Alpentransversale München–Verona als ein europäisches Jahrhundertprojekt gesehen werden müsse, sagte Neumaier.

Die Gleise, die heute als Zulauf für den Brenner-Basistunnel im Norden und im Süden geplant und auch schon gebaut werden, sollen „auch für kommende Generationen dienen“. „Wer die Mobilitätsbedürfnisse der Zukunft ignoriert, der muss sich den Vorwurf gefallen lassen, im Dampflokzeitalter stehen geblieben zu sein“, so Neumaier weiter.

Die Bahn kann die angeblichen Denkfehler, die an der BCP-Studie bemängelt werden, nach eigenen Angaben nicht nachvollziehen. Neumaier: „Selbst das von den Bürgerinitiativen beauftragte Büro hat die BCP-Studien als substanziell und ordentlich gemacht bezeichnet.“ Die vorgebrachten Einwände seien aus der Luft gegriffen. Selbst die von der Bürgerinitiative genannte angebliche Leistungsfähigkeit der bestehenden Strecke habe mit einem realistischen Bahnbetrieb nichts zu tun, wettert Neumaier: „Solche Verweise sind schon oft entkräftet worden.“

Kritik durch Brennerdialog Rosenheimer Land

Matthias Neumaiers Vorwürfe will die Bürgerinitiative Brennerdialog Rosenheimer Land so nicht stehen lassen. Zentral sei, dass die Autoren der BCP-Prognosen selber zu dem Ergebnis kommen, dass es für eine Hochgeschwindigkeitsverbindung von München nach Verona mit nur einem einzigen Zwischenhalt in Innsbruck viel zu wenige Fahrgäste gebe. Es könne eben niemand mehr ein- und aussteigen, kritisiert Thomas Riedrich als Sprecher der Initiative in einer Antwort auf die Mitteilung der Bahn.

Wenn man in den wichtigsten Ballungszentren entlang der Strecke - die Stadt Rosenheim sei darunter nicht aufgezählt - Stopps einlege, dann könne die teure, neue Hochgeschwindigkeitsinfrastruktur von den schnellen Zügen, für die sie eigens gebaut wird, nicht genutzt werden. Die aktuell laufende Planung der DB Netz AG sei nicht nur überflüssig, sondern auch „unsinnig“, meint Riedrich.