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Kanzlerkandidatin in der Kritik

„Schmutzkampagne“: Grünen-Basis der Region unterstützt Baerbock

Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Grüne) steht im Bundestag am Rednerpult und breitet die Arme aus.
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Ist in Erklärungsnot geraten: Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Grüne).
  • Mathias Weinzierl
    VonMathias Weinzierl
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Der scharfe Wahlkampf hat Spuren hinterlassen bei den Umfragewerten von Annalena Baerbock. Doch die Grünen-Basis in der Region will von einer Personaldebatte nichts wissen – und stärkt ihrer Spitzenkandidatin den Rücken.

Wasserburg/Traunstein – Die Wasserburger Stadträtin Steffi König wittert eine „Schmutzkampagne“ gegen Baerbock und hält die Kritik für völlig überzogen. Sie habe sich schließlich für ihre Fehler entschuldigt.

Traunsteiner Landtagsabgeordnete: Spitzenkandidatentausch „wäre der größte Fehler“

So klingt das landauf, landab, wenn man sich an der grünen Basis in Bayern umhört. Gisela Sengl etwa, Landtagsabgeordnete aus dem Kreis Traunstein, sagt, ein kurzfristiger Spitzenkandidatentausch wäre „der größte Fehler überhaupt“. Die Umfragewerte der Grünen seien stabil – und die zuletzt 18 Prozent für Annalena Baerbock „so schlecht nicht“.

Die Kritik hält sie zwar teilweise für berechtigt. „Klar hätte man da Angriffsfläche vermeiden können. Aber wir sind nicht perfekt, wir lernen dazu.“ Und im Vergleich zu Verfehlungen etwa der Union bei der Maskenbeschaffung seien Baerbocks Fehler Kleinigkeiten.

Auf dem Weg zu „amerikanischen Verhältnissen“

Der Freisinger Landtagsabgeordnete Johannes Becher spricht gar davon, dass Deutschland auf dem Weg sei, „amerikanische Verhältnisse“ zu bekommen. „Hier wird gezielt nach Schwächen und Fehlern gesucht, die man dann mit großer Effekthascherei zur Staatsaffäre macht.“

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Becher erinnert daran, dass die Grünen bei den Umfragen immer noch doppelt so stark seien wie ihr Ergebnis bei der letzten Bundestagswahl. Statt über „Nebensächlichkeiten“ solle man lieber darüber diskutieren, wer die besten Ideen für die Zukunft des Landes habe.

Baerbocks Fehltritte „Peanuts“

So sieht das auch ihr Landtagskollege, der niederbayerische Abgeordnete Toni Schuberl. „Während Annalena Baerbock mit einer erstaunlichen Vehemenz angegriffen wird, interessiert es niemanden, dass ein Andreas Scheuer wieder auf der Bundestagsliste steht – obwohl er Millionen verbrannt hat.“ Dagegen seien Baerbocks Fehltritte „Peanuts“.

Grüne halten Plagiatsvorwürfe für überzogen

Wolfgang Rzehak weiß, wie es sich anfühlt, als Grüner eine schwarze Bastion zu erobern. Bei der Kommunalwahl im Jahr 2014 setzte er sich nach den politischen Turbulenzen der Miesbacher Sparkassen-Affäre durch und wurde Deutschlands erster grüner Landrat. Seine Parteikollegin Annalena Baerbock will nun ebenfalls Historisches erreichen und als erste Grüne den Einzug ins Kanzleramt schaffen.

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Doch die Debatten über ihren Lebenslauf, die Plagiatsvorwürfe zu ihrem Buch oder die Nachmeldung von Nebeneinkünften haben ihre persönlichen Umfragewerte kräftig fallen lassen. Die linksalternative „taz“ sprach sich jüngst in einem Leitartikel sogar dafür aus, dass Baerbock ihre Spitzenkandidatur an Robert Habeck abgeben sollte.

Welpenschutz für Grüne vorbei

Doch die Grünen-Basis in Bayern hält die Kritik an ihrer Spitzenkandidatin für überzogen. Wolfgang Rzehak, mittlerweile Ex-Landrat, sagt: „Ich bin mir sicher, dass ohne die Grünen keine Regierung gestellt wird.“ Baerbock sei nicht die einzige Spitzenkandidatin, die mit Kritik umgehen müsse. Der Welpenschutz für seine Partei sei vorbei. Bei Baerbock käme hinzu, dass sie als junge Frau Ambitionen auf das Kanzleramt habe, was manche Konservative so wohl nicht akzeptieren könnten. Er ist überzeugt: „Sie wäre eine gute Kanzlerin.“

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Kritik am Verhalten der Spitzenkandidatin gibt es auch, aber eher leise. Der Grünen-Abgeordnete Martin Runge aus Fürstenfeldbruck sagt, gerade was den Lebenslauf angeht, hätte die Spitzenkandidatur besser vorbereitet werden können. Und die Dachauer Kreisrätin Marese Hoffmann hält es für unerfreulich und ärgerlich, was über Baerbock zuletzt zu lesen gewesen sei. „Das sind keine Lappalien.“ Aber da hätten Scholz und Laschet auch jede Menge Baustellen

Grüne wollen wieder in die Offensive kommen

Auch Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann sagt: „Die Fehler ärgern mich, weil sie einen Unions-Schlafwagen-Wahlkampf erst ermöglichen.“ Jetzt gehe es darum, wieder in die Offensive zu kommen. „Wir müssen inhaltliche Debatten darüber führen, wie der Weg aussehen kann, um Ökologie und Ökonomie zusammenzubringen.“ dg/hob/zip/sih/mke

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