Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Gericht weist Lärm-Klage ab

Glocken-Zoff in Bayern: Kälber dürfen „Tradition“ tragen: „Wenn man aus der Stadt...“

Verhandlung im Rechtsstreit um störende Kuhglocken
+
Eine Milchkuh leckt an einer Kuhglocke. (Symbolbild)
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
    schließen

Nach einem Gerichtsurteil dürfen Kühe auf einer Weide im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weiter Glocken tragen. Eine Klage von Nachbarn gegen einen Landwirt in Greiling wegen Lärmbelästigung hat das Amtsgericht in Wolfratshausen abgewiesen.

Wolfratshausen - Ein Ehepaar in Greiling stört sich am Geläut von Kuhglocken auf einer an ihr Grundstück grenzenden Wiese mitten im Dorf. Durch ein Gerichtsurteil erhoffte sich das Paar, dass das Gebimmel zwischen 22 und 6 Uhr von der Wiese verbannt wird, weil sie nachts nicht schlafen könnten.

Diese Klage wurde aber abgeschmettert. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig, weil die Frist für Rechtsmittel noch nicht abgelaufen sei, teilte eine Gerichtssprecherin am Donnerstag (17. November) mit. Zunächst hatte unser Partnerportal merkur.de darüber berichtet.

Um den Streit zwischen dem Bauern und einem Ehepaar beurteilen zu können, hatte das Gericht unter anderem einen Experten mit einem Gutachten beauftragt. Dadurch sollte geklärt werden, ob die Lautstärke der Kuhglocken den Grenzwert einhält oder nicht mehr alle Kühe Glocken bekommen dürfen, wie von den Klägern gefordert. Auch der Richter hatte sich dem Bericht von merkur.de zufolge ein Bild vor Ort gemacht. Demnach fand er fünf Kälber im Alter zwischen vier und sechs Monaten - von denen vier Kälber Glocken trugen - vor: „Bei geschlossenem Fenster waren die Glocken überhaupt nicht mehr zu hören.“

„Kuhglocken, die gab’s in Greiling immer schon“

„Kuhglocken, die gab’s in Greiling immer schon. Und haben deswegen eine lange Tradition. Und wenn man aus der Stadt aufs Land rauszieht, dann weiß man, dass es Kuh und Kalb und Glocken gibt“, hatte der Rechtsanwalt des Beklagten bereits zu Beginn des Prozesses angemahnt.

In Holzkirchen (Landkreis Miesbach) hatte ein ähnlicher Streit jahrelang die Gerichte durch mehrere Instanzen beschäftigt. Damals hatte ebenfalls ein zugezogenes Ehepaar geklagt, weil es nicht schlafen könne - der Anwalt sprach sogar von Tierquälerei. Im Jahr 2020 hatten sich dann das Ehepaar und eine Bäuerin nach einer richterlichen Hörprobe vor dem Oberlandesgericht München auf einen Vergleich geeinigt. Höchstens drei Kühe dürfen dort Glocken tragen, mit einem Durchmesser von maximal zwölf Zentimetern und einem Zentimeter Toleranz. Zudem dürfen die Tiere nur in einem bestimmten Teil der Weide grasen.

Damals sagte Peter Hartherz, Anwalt des Ehepaares, dass sich der Lärmpegel „um bis zu 50 Prozent vermindert. Von daher ist etwas an Ruhe wieder eingekehrt, wenn auch nicht so viel, wie man sich gewünscht hätte.“ Auch die Bäuerin Regina Killer gab sich damals im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur (dpa) zufrieden: „Damit kann ich leben - aber dann muss eine Ruhe sein.“

mz

Kommentare