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Tourismus-Chefin Brigitte Schlögl im Interview

„Bad Reichenhall muss sich auf seine Stärken konzentrieren“

Dr. Brigitte Schlögl Berchtesgadener Land Tourismus Bad Reichenhall Tourismus & Stadtmarketing GmbH
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Ende März ist Schluss: Dr. Brigitte Schlögl hört nach vier Jahren als Geschäftsführerin - erst für die BGLT, später für die Bad Reichenhall Tourismus und Stadtmarketing GmbH auf.
  • Christina Eisenberger
    VonChristina Eisenberger
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Brigitte Schlögl verlässt ihre Position als Geschäftsführerin der Bad Reichenhall Tourismus und Stadtmarketing GmbH. Im zweiten Teil des Interviews mit BGLand24.de spricht sie über ihre Zeit in Bad Reichenhall, ihre eigene Karriere und vor welchen Herausforderungen die Stadt und ihr Nachfolger stehen.

Nach der BGLT sind Sie die Geschäftsführerin für Tourismus und Stadtmarketing in Bad Reichenhall und Bayerisch Gmain gewesen. Wie ist es Ihnen dabei ergangen?

Mit Oberbürgermeister Dr. Lung hatte ich von Anfang an eine sehr gute Gesprächsbasis. Wir haben uns intensiv ausgetauscht. Zur Zusammenarbeit kam es mitten in der Corona Krise und das hat die Situation nicht erleichtert. Durch die finanziellen Auswirkungen werden die Spannungsfelder zwischen Pflicht- und freiwilligen Aufgaben einer Kommune stärker. Und da gibt es halt unterschiedliche Ansichten und das muss man akzeptieren. 

Wie steht denn Bad Reichenhall als touristisches Produkt da?

Bad Reichenhall mit Bayerisch Gmain muss sich auf seine Stärken konzentrieren. Und das sind nun einmal Gesundheit, Prophylaxe und Kultur. Wenn ich aus den Themen das touristische Angebot schnüre, dann hat das sehr wohl Wert. Wir haben den Bekanntheitsgrad von Bad Reichenhall abfragen lassen. Wir liegen bei einer Bekanntheitsquote von 93 Prozent in ganz Deutschland - aufgrund des Salzes. Man kennt Bad Reichenhall. Aber ich muss es auch in ein touristisches Angebot ummünzen. Und da sind natürlich auch die Betriebe gefordert. Es tut sich ja was in Reichenhall, aber es müssen alle noch mehr zusammenarbeiten.

Was waren denn Erfolgsmomente in den vier Jahren?

Was ich wirklich total positiv empfunden habe, ist, dass es in Reichenhall jetzt einen Hotelier-Stammtisch gibt, dass die Betriebe sich treffen, einmal im Monat miteinander reden, sich austauschen und gemeinsam mit der BRM Projekte auf die Beine stellen. Das ist genau das, was diese Stadt braucht. Ich bin auch auf die Entwicklung des Reichenhaller Unternehmerforums (RUFO) stolz. Das war anfangs ein Workshop, wo ich vorangetrieben habe, dass sie eine Interessensvertretung - und weniger ein Veranstalter - werden. Die sind auch Mitträger und spielen auch eine wichtige Rolle beim Hotelier-Stammtisch. Da beginnt sich etwas zu entwickeln. Und das ist die Basis jedes Erfolges. Nicht, dass jemand von außen kommt und die Unternehmen vermarktet, sondern das muss von innen kommen.

Vor welchen offenen Aufgaben wird denn ihr Nachfolger stehen?

Die weitere Angebotsentwicklung mit den Schwerpunkten Kultur und Gesundheit. Das Thema Gesundheit ist nicht zuletzt aufgrund von Corona ein ganz entscheidendes. Wobei ich hier nicht auf Krank sein schaue, sondern tatsächlich die Prophylaxe. Das hat ein großes Potential. Da muss aber auch eine Angebotsentwicklung geschehen, von und auch mit den Betrieben. Darüber hinaus wird sicher die nachhaltige Mobilität generell für die Stadt ein Thema sein. Und wie die Stadt weiter macht mit dem Markenprozess. Auch im Schwerpunkt Kultur ist extrem viel Potential vorhanden. Diese Stadt mit ihren 19.000 Einwohnern leistet sich ein philharmonisches Orchester, hat eine Kunstakademie, die eine der größten ist deutschlandweit. Das sind echte Meilensteine. Dieses Thema kann man sehr wohl viel stärker kommunizieren und auch touristisch noch mehr herausholen.

Und die Unternehmer in der Stadt?

Was ich auch den Hoteliers ganz, ganz dringend ans Herz lege, ist, zusammen zu arbeiten. Und zu sagen, wir spezialisieren uns. Der eine auf den aktiven Gast, der andere auf den Gesundheitsorientierten, der dritte auf den Kulturinteressierten. Sie müssen ein Angebot entwickeln und sich zusammenschließen. Da müssen die Kräfte gebündelt werden. Ich glaube das ist und wird eine große Herausforderung.

Was würden Sie ihrem Nachfolger ans Herz legen?

Weiter vorantreiben, dass die Betriebe miteinander reden und zusammenarbeiten. Um das wird man nicht umhinkommen. Ich muss die Leute auch in die Verantwortung nehmen und sagen, erarbeiten wir gemeinsam etwas. Das ist das A und O für die Zukunft.

Verraten Sie, wie es für Sie ab April weitergeht?  

Ich bin im März übersiedelt und wieder zurück nach Österreich gegangen, aber nicht weit weg im Salzburger Land. Ich habe in Salzburg studiert und habe da sehr viele Freunde. Alles andere ist offen. Jetzt möchte ich mich aber einmal um mich kümmern und dann schauen wir weiter. Ich bin recht entspannt. Was mir vorschwebt: Ich möchte Projekte umsetzen, die mich interessieren und das wird sich die nächsten Monate zeigen.

Sie haben schon viele Jahre Berufserfahrung gesammelt, waren vor allem in Österreich in leitenden Positionen im Tourismus. Sind Sie zufrieden mit ihre Karriere?

Ehrlich gesagt ja, bin ich. Ich ziehe ein sehr positives Resümee von meiner beruflichen Laufbahn. Ich habe immer die Möglichkeit gehabt, Dinge umzusetzen. Ich hatte immer die richtigen Partner, die mich auch gelassen haben. Denn wenn man mich einsperrt und mir permanent sagt, was ich zu tun habe, dann ist es nichts für mich. Man muss mich laufen lassen. Das ist meine größte Stärke. Und wenn man mir Fesseln anlegt, dann habe ich ein Problem damit. Das habe ich aber von Anfang an immer auf den Tisch gelegt.

Was wünschen Sie der Stadt Bad Reichenhall?

Mehr Mut. Mehr Mut zur Lücke.

Dr. Schlögl, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Im ersten Teil des Interviews spricht Dr. Brigitte Schlögl vor allem über die zahlreichen Herausforderungen in ihrer Zeit im Landkreis.

ce