„Avenio“-Tram ist zugelassen

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Zufrieden: MVG-Chef Herbert König vor einer Tram vom Typ „Avenio“, der jetzt unbefristet zugelassen ist. Schlaf

Nach langen Streitigkeiten erlaubt die Regierung von Oberbayern der MVG, die Bahnen dauerhaft aufs Gleis zu stellen. München - Es ist vollbracht: Nach langem Hin und Her haben die „Avenio“-Trambahnen nun endgültig eine Zulassung von der Regierung von Oberbayern bekommen.

Seit November 2014 sind acht Züge schon in München im Einsatz – bislang aber nur unter Vorbehalt. Anfang August hatte die Regierung von Oberbayern noch angekündigt, die Bahnen zurück ins Depot zu zwingen – die vorläufige Zulassung dann letztlich aber doch noch einmal um einige Wochen verlängert.

Schuld sei die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), hieß es damals von der Regierung von Oberbayern. Die MVG habe immer wieder Unterlagen nicht eingereicht. Die Verkehrsbetriebe gaben den Schwarzen Peter zurück und zeigten keinerlei Verständnis für den Rüffel der Behörde.

Nun haben sich die Streithähne offenbar zusammengerauft: Gestern vermeldetete die Regierung von Oberbayern die endgültige Zulassung der „Avenio“-Züge. Anfang August habe es ein Gespräch gegeben, hieß es. Die MVG habe den Zeitplan eingehalten, lobte die Regierung.

Das sind neue Töne im traditionell angespannten Verhältnis. Auch ein MVG-Sprecher betonte gestern, es sei kein Problem, dass die Zulassung buchstäblich erst in letzter Minute gekommen ist. Man habe schon davor gewusst, dass es mit den „Avenio“-Bahnen weitergeht. „Dazu gab es ein abgestimmtes Verfahren“, sagte er. Der Zulassungsprozess habe zu keinerlei Veränderungen an den Fahrzeugen geführt, betonte er.

Überhaupt ist die MVG ganz begeistert von den Bahnen. Seit der Einführung im Herbst 2014 habe es keinerlei Probleme gegeben, heißt es. Von Fahrgästen und Fahrern gebe es nur positive Rückmeldungen. Gestern meldeten sie stolz, dass sie 22 weitere Züge bei Siemens bestellt haben.

Gerade weil alle so zufrieden sind, schüttelt Andreas Nagel immer noch den Kopf über das ewige Hin und Her zwischen der Regierung von Oberbayern und der MVG. Nagel ist Chef der „Aktion Münchner Fahrgäste“. „Wir haben für diese ganzen Spielchen überhaupt kein Verständnis“, sagte er gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es ist unklar, was dieses ganze Theater sollte.“

Nagel fordert mehr Personal für die Regierung von Oberbayern. So könne es auf jeden Fall nicht weitergehen. Er verweist auf das Zulassungsverfahren für die neuen U-Bahn-Züge vom Typ C2, das noch nicht abgeschlossen ist – und auf die Trambahn nach Steinhausen. Für die neue Trasse war wie berichtet erst jetzt die Zulassung von der Regierung von Oberbayern erteilt worden – eigentlich hätten die Bauarbeiten schon im Frühjahr beginnen sollen. Es wird spannend sein zu sehen, ob die gute Stimmung zwischen den alten Kontrahenten anhält. Oder ob nicht doch bald wieder ein neuer Streitpunkt aufbricht. Felix Müller

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