Autodieb fährt zwei Menschen tot

Der gestohlene Audi ist bei dem Unfall total zerstört worden, die rechte Seite riss komplett auf. Die zwei Mitfahrer des Autodiebs kamen ums Leben, er selbst flüchtete, stellte sich aber gestern Nachmittag der Polizei. FOTO: DPA
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Der gestohlene Audi ist bei dem Unfall total zerstört worden, die rechte Seite riss komplett auf. Die zwei Mitfahrer des Autodiebs kamen ums Leben, er selbst flüchtete, stellte sich aber gestern Nachmittag der Polizei. FOTO: DPA

Ein junger Mann hat in Unterfranken ein Auto geklaut und mit Freunden eine Spritztour unternommen. Für seine beiden Mitfahrer endete die Ausfahrt jedoch tödlich, der Wagen prallte gegen eine Betonwand. Der Unfallverursacher flüchtete – stellte sich aber wenige Stunden später der Polizei.

GROSSFAHNDUNG NACH UNFALL

Ein junger Mann hat in Unterfranken ein Auto geklaut und mit Freunden eine Spritztour unternommen. Für seine beiden Mitfahrer endete die Ausfahrt jedoch tödlich, der Wagen prallte gegen eine Betonwand. Der Unfallverursacher flüchtete – stellte sich aber wenige Stunden später der Polizei.

Schonungen – Fassungslos stehen die Anwohner am Fenster und beobachten die gespenstisch ausgeleuchtete Szenerie: Ein aufgerissener Audi quer auf der Straße, daneben zwei Leichen, ein umgeknickter Laternenmast 100 Meter weiter. Schon oft hatte es am Ortsausgang von Schonungen im Kreis Schweinfurt gekracht – aber noch nie waren die Umstände so tragisch wie dieses Mal.

Ein Autodieb hatte den Unfall am Montagabend verursacht. Wie die tz berichtet, wunderten sich am späten Nachmittag Fußballspieler am Sportheim über seine Fahrweise: Erst fuhr er rasend schnell an, dann legte er eine Vollbremsung hin. Er ließ eine junge Frau und einen Mann zusteigen, vermutlich seine Komplizen. Beide kamen wenige Stunden später ums Leben.

Gegen 20.15 Uhr hörte der Anwohner Manfred Mai einen lauten Knall. Als er aus dem Haus kam, sah er den total zerstörten Audi an der Mauer gegenüber. „Der muss 130 Sachen draufgehabt haben“, sagte Mai der tz. Der Fahrer hatte die Kontrolle über seinen Wagen verloren, war gegen einen Lichtmast geprallt und dann mit hohem Tempo gegen eine Betonmauer geschleudert. An dem Auto wurde dabei die komplette Beifahrerseite aufgerissen. Manfred Mai sah, wie der Fahrer ausstieg, sich kurz umschaute – und dann rasch davoneilte. „Die Art und Weise wie er weggerannt ist lässt vermuten, dass er zumindest keine größeren Verletzungen erlitten hat“, sagte Polizeisprecher Karl-Heinz Schmidt.

Die Zeugen versuchten, den beiden Mitfahrern zu helfen, die aus dem Wagen geschleudert wurden: eine 21-jährige Frau, die auf dem Beifahrersitz gesessen hatte, und ein 24-jähriger Mann, der auf der Rückbank des Wagens saß. Für beide kam jede Hilfe zu spät, auch die Rettungskräfte konnten sie nicht wiederbeleben. „Es spricht einiges dafür, dass die beiden ebenfalls in den Diebstahl verwickelt waren“, sagte Polizeisprecher Schmidt.

Der zwischen 25 und 30 Jahre alte Autodieb war verschwunden. Sofort trommelte die Polizei Suchmannschaften zusammen, ließ einen Helikopter mit Wärmebildkamera aufsteigen und forderte eine Rettungshundestaffel an. „Die Tiere nahmen auch eine Spur auf, die sich dann allerdings im Wald zwischen Hesselbach und Hausen verlor“, berichtet Schmidt weiter.

Auch gestern lief die Suche nach dem Autodieb auf Hochtouren. Am Nachmittag stellte sich der Mann schließlich der Polizei – offensichtlich aufgrund des Fahndungsdrucks. Bei der ersten Vernehmung räumte er die Tat ein. Er wurde daraufhin festgenommen.

Die beiden Leichen sollen heute obduziert werden. Die Untersuchungen der Rechtsmedizin sollen Hinweise liefern, wie der Mann und die Frau ums Leben kamen. Auch das komplett zerstörte Unfallauto wird von Spezialisten untersucht.  mm/lby

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