Auto prallt gegen Drohne

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Eine Frau aus dem Kreis Freising ist mit ihrem Auto gegen eine Drohne gekracht. Das Flugobjekt stand mitten auf der Autobahn bei Germering (Kreis Fürstenfeldbruck). Die Polizei fordert, den privaten Gebrauch besser zu reglementieren.

Auf der Autobahn

Von Susanne Weiß

Germering – Die Münchner Westumfahrung A99 am Samstag in der Mittagszeit: Eine Autofahrerin aus dem Kreis Freising fährt mit ihrem Mazda in Richtung Lindau. Die 49-Jährige befindet sich auf Höhe der Anschlussstelle Germering Nord, als plötzlich der Wagen vor ihr stark bremst und ausweicht. Die Frau sieht zu spät, warum der vorausfahrende Pkw auf der linken Spur so reagiert. Es kracht.

Einige Zeit zuvor im angrenzenden Münchner Neubaugebiet Neuaubing: Ein Drohnenpilot startet sein Sport- und Freizeit-Flugobjekt an der Wiesentfelser Straße. Im Flug filmt er nichts gezielt, vermutlich will er seine Drohne testen. Die Kamera zeichnet den Startpunkt auf, Häuser und Wiesen. An der Anschlussstelle Germering Nord hört die Aufzeichnung auf. Genau dort kommt Drohne mitten auf der linken Autobahnspur zum Stehen.

Die 49-Jährige bremste wegen des vorausfahrenden Wagens ab. Ihr Tacho zeigt noch etwa 100 Kilometer die Stunde, als sie den Grund für das Bremsmanöver ihres Vordermanns sieht: Auf der Autobahn steht die 1,2 Kilo schwere Drohne. Die Autofahrerin kann nicht mehr ausweichen: Ihr Mazda prallt gegen das Flugobjekt. Es ist 12.50 Uhr. Die Frau hat großes Glück, sie übersteht den Unfall ohne Verletzungen. Ihr Auto wird an der Stoßstange beschädigt. Schaden: 2000 Euro.

Eine Drohne auf der Autobahn – dabei hätte viel Schlimmeres passieren können. „Das ist eine große Gefahr“, sagt Polizeihauptmeister Sebastian Klose von der Verkehrspolizeiinspektion Fürstenfeldbruck. „Die Drohne hätte im Flug gegen die Windschutzscheibe prallen können.“ Klose war mit einem Kollegen am Unfallort. Die Drohne des Herstellers DJI, etwa 40 mal 40 Zentimeter groß und hauptsächlich aus Plastik, zersprang beim Aufprall in tausende Einzelteile. „Wir mussten die Stelle zweimal anfahren, bis wir alles eingesammelt haben“, berichtet der Polizeihauptmeister.

Die Aufzeichnungen der Drohne blieben intakt. So konnte die Polizei den Startpunkt der Drohne ermitteln und bittet auf der Suche nach dem Drohnenpiloten um Hinweise. Wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr droht ihm mindestens eine Geldstrafe. Unklar ist noch, warum die Drohne mitten auf der Autobahn gelandet ist. „Vermutlich war es ein technischer Defekt“, sagt Klose.

Für die Verkehrspolizeiinspektion Fürstenfeldbruck ist dies der erste Zwischenfall mit einer Drohne. Anderswo gab es aber bereits Flugobjekte von Hobbypiloten, die Autounfälle verursacht haben – in Bochum und Bremen zum Beispiel. Auch für Flugzeuge stellen Drohnen eine Gefahr dar, weil sie auf dem Radar nicht sichtbar sind. Im August 2016 kam eine fliegende Kamera einer Lufthansa-Maschine nahe des Flughafen Münchens gefährlich nahe.

Selbst Fußgänger machten mit Drohnen schlechte Erfahrungen: Beim Absturz im Münchner Olympiapark im November verfehlte ein Gerät eine Familie nur knapp. Kurze Zeit später wäre beinahe Topläufer Marcel Hirscher beim Ski-Weltcup in Madonna di Campiglio von einer Drohne getroffen worden. Die Forderungen nach einem Verbot werden lauter. „Ob das sinnvoll ist, weiß ich nicht“, sagt Sebastian Klose. Außer Frage stehe jedoch, dass der Einsatz von Drohnen besser reglementiert werden müsse und die Nutzer über Gefahren aufgeklärt werden müssten. „Im Moment sind sie frei verkäuflich und man muss sich um nichts weiter kümmern“, kritisiert er.

Mehr Regeln für die Flugobjekte sind in Arbeit. Ein Verordnungsentwurf von Verkehrsminister Alexander Dobrindt sieht eine Art Drohnen-Führerschein, eine Kennzeichnungspflicht sowie verschiedene Flugverbote für Drohnen vor, um für mehr Sicherheit am Himmel zu sorgen. Dafür wird es Zeit: Schätzungen zufolge sollen bis 2020 in Deutschland rund 1,1 Millionen private Drohnen fliegen.  mit dpa

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