Ausgerissene Wölfin tappt in Lebendfalle

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Noch etwas benommen erkundet die Wölfin das Trenngehege, in dem sie gerade untergebracht ist. Nationalpark Bayerischer Wald

Am Samstagabend hat die Falle zugeschnappt: Eine aus dem Nationalpark Bayerischer Wald ausgebrochene Wölfin wurde mit einer Lebendfalle eingefangen. Doch: Zwei weitere entlaufene Tiere sind noch immer verschwunden.

Zwei weitere Tiere werden noch gesucht

von claudia Schuri

Lindberg – Am Ende war der Fleischköder zu verlockend: Eine Wölfin, die aus dem Nationalpark Bayerischer Wald ausgebrochen ist, ist am Samstagabend in eine Lebendfalle getappt. Vor mehr als zwei Wochen sind sechs Wölfe aus dem Gehege des Nationalparkzentrums Falkenstein (Kreis Regen) freigekommen, nachdem ein Unbekannter das Tor geöffnet hat. Ein Wolf wurde von einem Zug erfasst und getötet, zwei weitere erschossen.

Die Wölfin, die jetzt in die Falle getappt ist, hat ihr Abenteuer überlebt. „Nachdem die Falle ausgelöst hat, ist sofort ein Team gekommen und hat sie betäubt“, erklärt Gregor Wolf, Sprecher des Parks. „Wir peppeln sie wieder auf, sie hat an Gewicht verloren.“ Die Wölfin hatte wohl Probleme, sich in freier Wildbahn zurechtzufinden. Jetzt ist das Tier in einem Trenngehege untergebracht. „Dort wird die Wölfin zur Zeit noch beobachtet“, sagt Gregor Wolf. Zwei andere entkommene Wölfe sind weiter frei. „Einer wird noch immer im Falkensteingebiet vermutet“, sagt Wolf. Bei dem zweiten ist es komplizierter: „Er scheint nicht stationär irgendwo zu sein, sein Aktionsradius ist größer“, sagt Wolf.

Am Freitagabend wurde bei St. Englmar (Kreis Straubing-Bogen) ein Wolf von einem Auto angefahren. „Weil der Wolf über die Straße gelaufen ist, gab es einen leichten Zusammenstoß“, sagt ein Polizeisprecher. Nach dem Unfal verschwand das Tier, Spuren wurden keine gefunden. Bei der Polizei werden täglich Wolfsichtungen gemeldet, zum Beispiel im Kreis Deggendorf, bei Zwiesel (Kreis Regen) oder bei Regenstauf (Kreis Regensburg).

Der Nationalpark bemüht sich weiter, die Tiere zu fangen. Mehr als zwölf Lebendfallen sind im Einsatz, genauso wie Fotofallen und Narkosegewehre. Doch um die Wölfe zu betäuben muss man nah ran, zudem weichen Wölfe den Pfeilen aus. „Wir tun alles dafür, um die Wölfe lebend zu bekommen“, betont Wolf. Bei Gefahr müsse man sie aber abschießen. Das sagt auch Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU): „Wenn die Sicherheit der Menschen das erfordert, muss auch ein Abschuss der noch freien Wölfe vorgenommen werden.“

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