„Aufstehen für Weltoffenheit“

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EKD-Chef Bedford-Strohm

Angesichts der fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz warnt Landesbischof Bedford-Strohm vor einer „schleichenden Verschiebung des gesellschaftlichen Grundkonsenses“. Um gegenzusteuern, führte der Ratsvorsitzende der EKD eine Videokonferenz.

Kirche gegen Extremismus

München/Berlin – Nach den Attacken Rechtsradikaler gegen Ausländer in Chemnitz hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, zu Zivilcourage aufgerufen und abermals die AfD kritisiert. Chemnitz mit seiner auch von internationalen Studenten besuchten Universität sei eine weltoffene Stadt. „Dass es da jetzt welche gibt, die das kaputtmachen wollen, diese Weltoffenheit, dagegen müssen alle aufstehen“, sagte er. „Da müssen wir alle, egal wo wir sind, egal in welchem Teil Deutschlands wir leben, aufbegehren und klar sagen: So etwas geht nicht.“ Rassismus, Antisemitismus, Hetzjagden oder pauschale Verdächtigungen des Islam müssten in der Gesellschaft tabu bleiben. Solche Taten seien „mit der Menschenwürde nicht vereinbar“, sagte Bedford-Strohm zudem in einer Online-Diskussion der evangelischen Kirche.

In der von den Initiatoren als „größte Videokonferenz der deutschen Kirchengeschichte“ bezeichneten Diskussion, an der sich mehr als 1700 Internetnutzer beteiligten, warb Bedford-Strohm um Differenzierung im Umgang mit Rechtspopulisten. Man dürfe nicht das Gefühl verbreiten, dass wenn jemand irgendwelche Fragen habe, er „bei einer bestimmten politischen Lösung gleich als Rechtspopulist verdächtigt“ werde, so der Bischof. Wo jedoch „nur Ängste geschürt werden, muss man es klar brandmarken und sich deutlich dagegen stellen“.

Ähnliches gilt für Bedford-Strohm im Umgang mit der rechtspopulistischen AfD. Auch dort müsse man „unterschiedliche Gruppen von Menschen unterscheiden“: solche, die die Partei aus Protest wählten; denen ihre bisherige Partei inzwischen nicht mehr „konservativ genug ist“; und solche, die „wirklich rechtsextreme Thesen vertreten und Schritt für Schritt versuchen, den Grundkonsens des Sagbaren zu verschieben“.

Mit diesen drei Gruppen müsse man unterschiedlich umgehen, sagte der Bayer. Wo man „wirklich Dialoge führen kann“, müsse man das tun. Wer die AfD wähle oder sich ihr anschließe, müsse wissen, dass sie damit „denen, die rechtsextremes Gedankengut verbreiten, Legitimität geben“. Solche Gespräche dürften aber „nie auf Kosten der Klarheit gehen“, wo es um christliche Grundorientierung gehe.  epd

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