Auf-, Ab- und Einsteiger

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Das Maximilianeum, ein ewiges Auf und Ab für die Politik.

Landtag intern. Kluge Pressesprecher empfehlen Politikern: Lasst euch nie im Aufzug fotografieren.

Weil man dem Foto später nicht ansieht, ob es senkrecht nach oben oder nach unten geht. Der Rausschmiss in ein paar Jahren ließe sich ja auch recht hämisch mit dem Fahrstuhl bebildern. Barbara Stamm wird diesen Rat in Kürze herzlich ignorieren. Was auch sonst? Die Landtagspräsidentin eröffnet im April den neuen Süd-Aufzug im Maximilianeum. Und das mit Stolz. Das 900 000-Euro-Projekt, 65 Stehplätze, soll helfen, einen Engpass zu beseitigen. Die zwei bestehenden Lifte sind zu wenig, zu klein und zu langsam. Es geht ja nicht nur um 180 Abgeordnete, sondern um hunderte Gruppen und insgesamt fast 100 000 Gäste pro Jahr. Wobei auch die Politiker selbst froh sind, einen Aufzug zu erwischen. Nur Neulinge oder Marathonläufer nehmen die Treppe von ganz unten bis rauf zur Plenarebene, weil dazwischen statt weniger Stufen ein halbes Alphabet an Kellergeschossen liegt. Vor ein paar Jahren warf sich sogar mal ein Personenschützer des damaligen Innenministers Günther Beckstein mit der Schulter voraus in die sich schließende Türe, um für seine Schutzperson noch den Lift zu sichern. Muss wehgetan haben, funktionierte aber.

Nun also ein Festakt für den Fahrstuhl. Warnhinweis: Der Treffpunkt ist im Erdgeschoß, das liegt sieben Stockwerke über der untersten Tiefgarage. Aber keine Sorge: Der neue Lift ist bereits vom TÜV freigegeben.

Anton Kreitmair, Landwirt aus Kleinberghofen (Kreis Dachau) und oberbayerischer Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbands, möchte nicht mehr für den Bayerischen Landtag kandidieren. Dem 54-Jährigen, der seit 2013 für die CSU im Landtag sitzt, ist die Arbeitsbelastung zu hoch. Als Listenkandidat hat er keinen eigenen Stimmkreis: „Mein Wahlkreis war ganz Oberbayern. Das ist unglaublich kräftezehrend.“ Für die Familie blieb kaum Zeit. Zudem wurmt ihn die fehlende Wertschätzung der Bürger für seine Arbeit. Viele Wähler würden sich heutzutage nicht mehr mit sachlichen Argumenten auseinandersetzen wollen – sie liefen stattdessen Populisten hinterher. Und diese Gattung Politiker habe es mittlerweise auch in den Landtag geschafft. Von ihnen werde der Bürger für dumm verkauft. Auf ein solches Niveau wolle er sich nicht begeben. Oberbayerns CSu-Bezirksvorsitzende Ilse Aigner versucht aber, ihn noch einmal umzustimmen. Bis nach Ostern will er sich nun entscheiden. Wenn er noch einmal weitermache, dann „nur in der Hoffnung, für den einfachen Bürger etwas bewegen zu können“. Ob er allerdings über die Liste in den Landtag einziehen könnte, ist fraglich. Christian Deutschländer/Stefanie Zipfer

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