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Asylsozialberater: „Der Freistaat muss 100 Prozent finanzieren“

interview . Nach dem Asylgipfel: Die Innere Mission betreibt die Sozialberatung in der Münchner Bayernkaserne.

Wir sprachen mit Vorstand Günther Bauer.

-Der Asylgipfel war recht kuschelig. Was halten Sie von den Ergebnissen?

Dass es künftig einen Beratungsschlüssel von 1 zu 100 in Erstaufnahmen geben soll, hört sich gut an. Aber es stellen sich Fragen: Bei den bisherigen Stellen finanziert der Freistaat 70 Prozent der Personalkosten, die restlichen 30 Prozent tragen die Sozialverbände. Wir fordern, dass er 100 Prozent zahlt. Sonst nützen uns die Extra-Stellen wenig, wenn wir nicht wissen, wie wir pro Stelle 18 000 Euro jährlich, unseren Anteil, finanzieren sollen. Bisher hat uns vor allem die Landeskirche die Mittel dafür gegeben. Wir wissen aber nicht, ob das auch für weitere Stellen möglich ist. Sie steckt ohnehin mehrere hunderttausend Euro jährlich in die Asylsozialarbeit.

-33 000 neue Asylbewerber heuer in Bayern bräuchten 330 Berater. Zurzeit gibt es die Hälfte. 160 neue würden – bei 60 000 Euro Jahresgehalt – fast zehn Millionen Euro kosten.

Ich sehe den Landtag in der Pflicht, die Haushaltsmittel bereitzustellen.

-Bisher haben Sie in der Bayernkaserne mit nur acht Leuten gearbeitet.

Auf einen Berater kamen bis zu 330 Flüchtlinge. Insofern waren Staatskanzleichef Hubers Zahlen sehr optimistisch: Bisher sei ein Berater für 150 Leute zuständig gewesen.

-Die Berater-Not liegt auch am Fachkräftemangel.

Bisher finanziert der Freistaat nur Sozialpädagogen. Davon muss man langfristig abrücken, so viele Fachkräfte gibt es gar nicht. Ergänzend brauchen wir Quereinsteiger, die einschlägige Qualifikationen haben oder die früher selbst Flüchtlinge waren.

-Was erwarten Sie noch?

Ich hoffe, dass in der Politik der „point of no return“ erreicht ist und es richtig nach vorne geht. Ein wunderbares Signal wäre, wenn der Ministerpräsident eine Flüchtlingseinrichtung besuchen würde.

Interview: Christine Ulrich