PROZESS UM S-BAHN-ÜBERFÄLLE

Asylbewerber wollte Geld auftreiben

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Ebersberg – Im vergangenen Sommer hat eine Welle der Gewalt gegen junge Frauen vor allem im Landkreis Ebersberg für Angst und Schrecken gesorgt.

Sechs Frauen zwischen 16 und 23 Jahren wurden nachts an den S-Bahnhöfen Poing, Altenerding, Kirchseeon und Feldkirchen (Kreis München) überfallen und mit erheblicher Gewalt zur Herausgabe ihrer Handys und anderer Wertgegenstände gezwungen, zwei von ihnen wurden sexuell genötigt. Verantwortlich soll dafür ein 21-jähriger Asylbewerber aus Nigeria sein (wir berichteten). Gestern wurde ihm wegen besonders schweren Raubes, sexueller Nötigung, Körperverletzung, räuberischer Erpressung, dem Besitz von Betäubungsmitteln, Diebstahl und Schwarzfahrens in 27 Fällen am Landgericht München II der Prozess gemacht. Der junge Mann erzählte mithilfe einer Dolmetscherin stockend von seiner Kindheit, dass er nach dem gewaltsamen Tod seiner Eltern nach Europa geflüchtet und letztendlich in Deutschland als Asylbewerber abgelehnt worden sei. Weil er dann Geld für einen Anwalt brauchte, um gegen den Bescheid Widerspruch einzulegen, sei er auf die Idee mit den Überfällen gekommen. „Die Wahrheit ist, ich bin kein Krimineller“, sagte er. Bereits drei Mal war er wegen anderer Vergehen angeklagt. Der Prozess dauert noch vier weitere Verhandlungstage. Julia Traut

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