ANGRIFF IN MOOSBURG

Asylbewerber schwebt noch in Lebensgefahr

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Zahlreiche Polizeibeamte machten sich gestern in Moosburg noch einmal auf die Suche nach der Tatwaffe. Foto: Albrecht

Moosburg – Der 18-jährige Asylbewerber, der in der Nacht zum Sonntag in Moosburg (Kreis Freising) niedergestochen wurde, kämpft noch immer um sein Leben.

Der junge Somalier wird nach Informationen der Polizei weiter auf der Intensivstation behandelt. Gestern führte die Kripo am Tatort umfangreiche Untersuchungen zur Sicherung von Spuren durch. Nach wie vor fehlt die Tatwaffe. Bisher sei unbekannt, ob mit einem Messer oder einem anderen Gegenstand zugestochen wurde.

Gesucht wird noch immer der Mann, der laut Zeugenaussage unmittelbar nach der Tat Richtung Stadtmitte gegangen war. Die Polizei präzisierte gestern die Beschreibung: Es handelt sich um einen 18 bis 25 Jahre alten Mann, stämmig, mit nackenlangen, blonden und welligen Haaren. Er trug eine helle Camouflage-Hose mit schwarzen Flecken. Er hatte einen tapsigen Gang und soll Selbstgespräche geführt haben. Nach dem Zeugenaufruf der Polizei gingen zwei Hinweise ein, die nun eingehend geprüft werden.

Die Kriminalpolizei Erding ermittelt wegen versuchter Tötung. Anhaltspunkte für eine rassistisch motivierte Tat gebe es aktuell nicht, heißt es seitens der Polizei. Ermittelt werde aber in alle Richtungen. Die Kripo hat eine siebenköpfige Ermittlungsgruppe eingesetzt.

Der Somalier, der in Rosenheim untergebracht ist, hatte am Samstagabend gegen 22.20 zu Fuß die Brücke über die ehemalige Bundesstraße 11 überquert, als der Unbekannte ihn angriff. Er schleppte sich noch bis zu einer Straßeneinmündung nahe einer Pizzeria, wo er zusammenbrach. Ziel des Opfers war die Flüchtlings-Unterkunft in Moosburg, wo er wohl eine Bekannte besuchen wollte. In dem Heim an der Stadtbadstraße wohnen ausschließlich Asylbewerberinnen.

Jürgen Zwerger vom Moosburger Helferkreis glaubt an eine Eifersuchtstat. Er beobachtet seit Längerem, dass an der Stadtbadstraße verschiedene Männer bei den Damen aus Somalia ein und aus gingen. „Mal sind es ältere Partner, mal jüngere“, erklärt der Ehrenamtler. Er vermutet, dass der 18-Jährige dort nächtigen wollte – schließlich sei der letzte Zug in Richtung München/Rosenheim um diese Uhrzeit nicht mehr zu erreichen. Genaue Informationen über Tat und Täter sind derzeit aber noch rar gesät. A. Hirschfeld/C. Möllers

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