Krankheitswelle legt Schule lahm: Astrid-Lindgren-Grundschule Rosenheim zwei Tage dicht

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Symbolfoto: dpa
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Rund ein Drittel aller Schüler an der Astrid-Lindgren-Grundschule in Rosenheim ist erkrankt. Die Schule reagiert und sagt vorsorglich für zwei Tage den kompletten Schulunterricht ab.

Rosenheim – Winterzeit ist Schnupfenzeit, und so bringen manche Kinder aus der Schule mehr mit als nur die Hausaufgaben. An der Astrid-Lindgren-Grundschule an der Innsbrucker Straße in Rosenheim hat eine außergewöhnliche Krankheitswelle allerdings für einen Ausnahmezustand gesorgt: Am Donnerstag, 13. Februar, und am darauffolgenden Freitag bleibt die Schule komplett geschlossen. Der Grund: Von den 260 Schülern waren zuletzt fast ein Drittel krank, in manchen der 13 Klassen saßen nur die Hälfte der Kinder.

73 Kinder an einem Tag von den Eltern krank gemeldet

„Nachdem am Montag aufgrund des Sturmtiefs noch schulfrei war, sind wir am Dienstagmorgen von Krankmeldungen förmlich überflutet worden“, berichtet Schulleiterin Inge Thaler. 73 Kinder seien an dem Tag von ihren Eltern krank gemeldet worden. „Manche kamen auch mit Fieber in die Schule, die haben wir dann nach Hause geschickt“, so die Rektorin.

Zudem seien am Vormittag weitere Schüler mit plötzlich auftretenden Beschwerden ins Sekretariat gekommen. „So etwas habe ich in meiner über 40-jährigen Berufslaufbahn noch nicht erlebt“, sagt Thaler im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

Lehrerkollegium weniger hart getroffen

Neben hohem Fieber seien bei manchen Kindern auch Magen-Darm-Infekte aufgetreten. „Nachdem es auch am Mittwoch nicht wesentlich besser wurde, mussten wir eine Entscheidung treffen. In Absprache mit der Stadt Rosenheim und dem Schulamt habe man dann die Entscheidung getroffen, die Schule an zwei Tagen zu schließen und auch keine Betreuung anzubieten.

„Es ging darum, diese Krankheitswelle zu unterbrechen und die gegenseitige Ansteckung, die in einer Schule leicht möglich ist, zu unterbinden“, erläutert Thaler. Erstaunlich gut gehalten hat sich das Lehrerkollegium angesichts der massiven Flut an Viren und Bakterien. Lediglich zwei Lehrkräfte fallen krankheitsbedingt aus.

Reinigungsfirma desinfiziert das Schulgebäude

Um der Lage Herr zu werden, hat eine Reinigungsfirma den Auftrag erhalten, das Schulgebäude zu desinfizieren. Besonders geht es um Treppengeländer, Türklinken, Fenstergriffe, Tische und Toiletten. Denn hier fassen viele Menschen hin, Bakterien und Viren übertragen sich auf diese Weise schnell. Am Montag soll der Unterricht dann wieder normal stattfinden.

„Wichtig ist, dass die Eltern ihre Kinder nur dann wieder in die Schule schicken, wenn sie fieberfrei sind und auch keine anderen Krankheitssymptome haben.

Bei den Eltern sei die Entscheidung auf Verständnis gestoßen, sagt Thaler. „Die wollen ja auch nicht, dass sich die Sache noch länger hinzieht und ihr Kind womöglich gesund in die Schule geht und krank nach Hause kommt.“ Die Mutter eines Drittklässlers drückt es so aus: „Besser einmal hart durchgreifen als tagelang Unsicherheit.“

Michael Fischer, Pressesprecher des Landratsamts und damit auch des Gesundheitsamts, sagte auf OVB-Anfrage: „Wenn es hilft, die Infektionskette zu unterbrechen, ist es eine sinnvolle Maßnahme.“

Erst vor wenigen Tagen gab es in der Region flächendeckend einen schulfreien Tag.

Grund war Sturm Sabine, der über Südostbayern hinweggezogen war.

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