Gastrobranche hart getroffen

Arbeitslosenzahl in der Region steigt leicht an, doch die Coronakrise scheint überwunden

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Leere Biergärten bedeutete: keine Arbeit. Die Beschäftigten in der Gastronomie hat die Coronakrise besonders hart getroffen.

Die Coronakrise hat den Arbeitsmarkt in der Region schwer getroffen. Zwar stiegen die Zahlen im vergangenen Monat weniger stark als im März und April. Aber es zeigt sich: Am härtesten hat es Arbeitnehmer in den Branchen getroffen, die besonders unter dem Lockdown gelitten haben.

Rosenheim – „Die Corona-Pandemie hat das gesellschaftliche und das wirtschaftliche Leben von Mitte März bis Mitte Mai stark beeinflusst und auch auf dem Arbeitsmarkt deutliche Spuren hinterlassen“, sagt Michael Vontra, der Geschäftsführer des operativen Geschäfts der Agentur für Arbeit Rosenheim. Die Arbeitslosenzahl ist im Agenturbezirk Rosenheim (Stadt und Landkreis Rosenheim, Landkreis Miesbach, Landkreis Bad Tölz-Wolfrathshausen) zwischen dem 15. April und 14. Mai um 840 Menschen gestiegen. Im Vormonat lag der Anstieg bei 1940.

Tourismus, Hotel- und Gaststättenberufe hart getroffen

"Zum Stichtag am 14. Mai waren bei der Agentur für Arbeit Rosenheim 10.670 Arbeitslose gemeldet, 3.980 Personen oder knapp 60 Prozent mehr als vor einem Jahr“, sagt Vontra. Am deutlichsten ist der Anstieg der Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Mai 2019 in den Berufshauptgruppen Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufe (620), Lebensmittelherstellung und -verarbeitung (z.B. Bäcker; Metzger) (330), Verkaufsberufe (320), Unternehmensführung, -organisation (280) und Verkehr, Logistik (210). All diese Bereiche waren und sind mittel- oder unmittelbar vom Lockdown durch die Corona-Pandemie betroffen.

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Vontra dazu: "Wir sehen teilweise bereits jetzt, dass die Arbeitslosenzahl in diesen Wirtschaftsklassen zurückgeht, da die Geschäfte und die Betrieben im Hotel- und Gaststättengewerbe in den vergangenen Wochen schrittweise wieder öffnen konnten. Wir hoffen, dass sich dieser Effekt weiter fortsetzt.“

Arbeitslosenquote steigt um 0,3 Prozentpunkte

Die Arbeitslosenquote kletterte im Mai um 0,3 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent und liegt damit um 0,3 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und um 1,3 Prozentpunkte höher als im Mai 2019. Die Arbeitslosenzahl sei zwar hoch, heißt es in der Pressemitteilung der Arbeitsagentur. Doch hätten viele Unternehmen ihre Leute in Kurzarbeit geschickt und so Entlassungen vermieden.

Bis zum 27. Mai sind für den Monat Mai 488 Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit, die insgesamt 5579 Beschäftigte umfassten, bei der Agentur für Arbeit Rosenheim eingegangen. Das war ein deutlicher Rückgang gegenüber den knapp 5.692 Anzeigen, die 55.171 Personen umfassten, für konjunkturelle Kurzarbeit, die in den Monaten März und April bei der Agentur für Arbeit Rosenheim eingegangen sind.

Ausbildungsmarkt bleibt in der Coronakrise robust

Nach wie vor hoch sei die in der Region angebotene Zahl von Ausbildungsstellen. Mit 3120 liege die Zahl lediglich 130 Ausbildungsstellen niedriger als im Mai 2019. Auf dem Ausbildungsmarkt herrscht aktuell viel Bewegung: Seit Oktober 2019, dem Beginn des Berichtsjahres für den Ausbildungsmarkt, haben sich bei der Agentur für Arbeit Rosenheim 2500 Jungen und Mädchen für eine betriebliche Ausbildung vormerken lassen. Aktuell suchen noch 1190 Jugendliche für den Herbst eine Lehrstelle, 110 weniger als vor einem Monat.

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Dem gegenüber wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Rosenheim von Industrie- und Handwerksbetrieben, Verwaltungen und den so genannten freien Berufen wie Ärzten, Rechtsanwälten, Steuerberatern seit Oktober 3.120 Ausbildungsplätze mit Starttermin im Herbst gemeldet. Davon waren zum Stichtag am 14. Mai 1600 noch unbesetzt, 70 weniger als vor einem Monat.

Die meisten Ausbildungsplatzangebote gibt es noch in den Berufen Kaufmann Einzelhandel (110), Verkäufer (60), Handelsfachwirt (Ausbildung) (60), Bankkaufmann (60), Koch (60) und Zahnmedizinischer Fachan-gestellter (60). Zahlreiche Angebote können unter www.arbeitsagentur.de in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit abgerufen werden.

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