Ansteckungsketten nicht mehr kontrollierbar: Zahl der Coronafälle in der Region steigt

Innerhalb von weniger als 24 Stunden sind 14 neue Erkrankungen an dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten. Das meldet das Gesundheitsamt. Woher die Ansteckungen kommen, kann mittlerweile kaum noch nachvollzogen werden.

Rosenheim – Die Gesamtzahl liegt damit (Stand: 10 Uhr) bei 91 bestätigten Fällen, so das Landratsamt Rosenheim in einer Pressemeldung. Es handele sich dabei zunehmend um Einzelerkrankungen, die nicht einem Krankheitsausbruch mit gemeinsamer Quelle zugeordnet werden können.

Diese neuen Fälle wurden durch Abstriche von mehreren Arztpraxen in der Region bei ihren Patienten diagnostiziert. In vielen Fällen lassen sich die neuen Erkrankten nicht mehr auf eine bekannte Ansteckungsquelle zurückführen. Aufgrund der Menge von Erkrankungsfällen, der Vielzahl der engen Kontaktpersonen und der Kürze der Inkubationszeit können die Infektionsquellen nicht mehr in jedem Fall zuverlässig und zeitnah unterbrochen werden.

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Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, appelliert an die Bürgerinnen und Bürger von Stadt und Landkreis Rosenheim: „Es ist wichtig, dass jeder einzelne Bürger seine persönliche Verantwortung für die Gesellschaft ernst nimmt und sein soziales Verhalten zum Schutz derer, die besonders für einen schweren Krankheitsverlauf gefährdet sind, verändert. Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Ausbreitung des Virus in unserer Region zu verlangsamen.“

Aufgrund der sehr ernsten Lage empfiehlt das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim der Bevölkerung eindringlich:

  • das Haus nur zu den unabweisbar notwendigen Verrichtungen, wie beispielsweise Fahrten zu und von der Arbeit, Einkäufe für den Bedarf des täglichen Lebens, Besuche beim Arzt und in der Apotheke, zu verlassen.
  • Personen, die zu einem bestätigten Coronavirus-Erkrankungsfall engen Kontakt hatten, gelten als begründete Verdachtsfälle. Wenn sie Krankheitssymptome wie Husten, Schnupfen, Fieber oder Halsschmerzen entwickeln, müssen Sie zu Hause bleiben. Nutzen Sie die Möglichkeit einer telefonischen Krankschreibung durch Ihren Hausarzt für eine Woche. Dadurch helfen Sie, andere nicht zu gefährden.
  • Bei Symptomenverschlechterung nehmen Sie telefonisch Kontakt mit Ihrem Hausarzt oder mobilen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns unter 116 117 auf.
  • Bleiben Sie zu Hause, wann immer möglich, sehen Sie von unnötigen Kontakten in der Öffentlichkeit ab.
  • Schränken Sie Kontakte zu anderen Menschen, insbesondere zu Senioren und Personen mit chronischen Grunderkrankungen, auf das notwendigste Maß ein.
  • Sagen Sie gemeinschaftliche Treffen/Aktivitäten ab (z.B. private Feiern).
  • Vermeiden Sie Menschenansammlungen undhalten Sie in der Öffentlichkeit mindestens 1,5 m voneinander Abstand.
  • Besuche beim Arzt sind bei Infektionserkrankungen zwingend vorher telefonisch anzumelden.

Das Gesundheitsamt beobachte und analysiert die Lage weiterhin sehr genau.

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