Job und Pensionsansprüche weg

Urteil: Polizist vergriff sich an 76-Jähriger - Nun muss er ins Gefängnis

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Ein Polizist soll zwei Frauen sexuell belästigt haben (Symbolbild).

Vor Gericht bestritt er die Vorwürfe, doch das Landgericht Ansbach sah es als erwiesen an, dass ein Beamter im Dienst zweimal sexuell übergriffig wurde. In einem Fall vergriff er sich an einer heute 76-Jährigen.

Update vom 22. Juli 2019: Das Landgericht Ansbach hat einen Polizeibeamten wegen sexueller Übergriffe im Dienst zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt. Die Kammer sah es am Montag als erwiesen an, dass der 57-Jährige zwei Frauen in deren Wohnungen besuchte und sie unsittlich berührte. Der suspendierte Beamte verliert damit seinen Job und auch seine Pensionsansprüche. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Einer heute 76-jährigen Rentnerin griff der Mann nach Überzeugung der Richter an die Brust und nutzte dabei seine Position als Polizist aus. Weil er dabei außerdem seine geladene Dienstwaffe mitführte, wurde er in diesem Fall wegen eines schweren sexuellen Übergriffs verurteilt.

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Im zweiten Fall verurteilte das Gericht den bereits vom Dienst suspendierten Beamten wegen sexueller Belästigung - dabei soll er einer heute 50-jährigen Frau unvermittelt an die Brust gegriffen und verlangt haben, sie solle sich ausziehen.

Der Vorsitzende Richter Claus Körner sagte, das Strafmaß sei erforderlich, aber ausreichend, um die Schuld zu sühnen. Der Mann habe der Polizei durch sein Verhalten großen Schaden zugefügt.

In der Verhandlung hatte der Angeklagte zu dem schwereren Fall eine Version des Geschehens geschildert, die der Aussage des Opfers komplett widersprach. Die Frau habe ihm „oben herum“ unbekleidet die Tür geöffnet, er habe sich belästigt gefühlt und deshalb schnell die Wohnung verlassen wollen. Dabei sei es zu einer Umarmung an der Tür gekommen. Er habe vorgehabt, nach zwei dienstfreien Tagen mit seinem Vorgesetzten über den Vorfall zu sprechen. In der Zwischenzeit habe die Frau jedoch bereits Anzeige erstattet gehabt.

Die Richter konnten diese Angaben nach eigenem Bekunden aber nicht nachvollziehen, zumal ein zweiter Beamter im Streifenwagen gewartet hatte. „Dass Sie ihn nicht zu der Situation hinzuholten, zeigt, dass der Kollege nichts mitbekommen sollte“, sagte Richter Körner.

Staatsanwalt Jonas Heinzlmeier hatte für den Polizisten aus dem mittelfränkischen Weißenburg eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten gefordert und gesagt, es sei nur schwer vorstellbar, dass sich die über 70-Jährige einem Polizisten angeboten habe. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe bestritten, sein Verteidiger auf Freispruch plädiert.

Polizist soll Frau sexuell belästigt haben - Er behauptet: „Sie kam oben ohne auf mich zu“

Update vom 22. Juli 2019: Vor dem Landgericht Ansbach schilderte die Frau, dass der 57-jährige Beamte sie in ihrer Wohnung aufgesucht habe. Nach etwa einer Viertelstunde habe der Angeklagte ihr plötzlich an die Brust gefasst. Anschließend habe er vorgeschlagen, dass sie sich nackt auszuziehe, sagte die heute 50-jährige Frau. Nach dem Vorfall habe sie länger abgewartet, ehe sie sich bei der Polizei meldete.

Am Nachmittag sollen in dem Verfahren zwei Polizeibeamte aus der Polizeiinspektion des Angeklagten als Zeugen aussagen. Anschließend sind Plädoyers und Urteil geplant. Für den Beamten steht viel auf dem Spiel: Er würde aus dem Polizeidienst entlassen werden, wenn er zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt wird.

Polizist soll Frau sexuell belästigt haben - Er behauptet: „Sie kam oben ohne auf mich zu“

Ansbach - Ein wegen sexueller Belästigung angeklagter Polizist hat vor dem Landgericht Ansbach die Vorwürfe bestritten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 57-Jährigen vor, 2017 und 2018 zwei Frauen zu Hause besucht und sie dann unsittlich berührt zu haben. Dabei habe er seine Position als Polizist ausgenutzt.

Dem widersprach der Angeklagte am Donnerstag vor Gericht. Im ersten Fall habe er nur einen Kondolenzbesuch abstatten wollen, nachdem er vom Unfalltod des damaligen Lebensgefährten der Frau erfahren habe. Den Verstorbenen habe er durch die Polizeiarbeit gekannt. Dabei sei es zu keiner übergriffigen Berührung der Frau gekommen.

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Sexuelle Belästigung durch Polizisten: Es soll das Gegenteil passiert sein

Im zweiten Fall sagte der Beamte aus, er habe sich um die 74-jährige Seniorin Sorgen gemacht. Auf einer Streifenfahrt sei sie ihm aufgefallen, als sie die Straße kehrte. Sie habe auf ihn verwirrt gewirkt, weshalb er sie am nächsten Tag erneut aufsuchte. Dabei habe ihm die 74-jährige „oben herum“ unbekleidet die Tür geöffnet und habe sich erst anziehen müssen, obwohl er sich telefonisch angekündigt habe. Dann habe sie sich ihm gegenüber entblößt. Letztlich habe er sich belästigt gefühlt und deshalb schnell die Wohnung verlassen wollen. Dabei sei es noch zu einer Umarmung an der Tür gekommen.

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Sexuelle Belästigung durch Polizisten: Richter können Aussage nicht nachvollziehen

Dem Gericht sagte er weiter, er habe vorgehabt, nach zwei dienstfreien Tagen mit seinem Vorgesetzten über den Vorfall zu sprechen. In der Zwischenzeit hatte jedoch die 74-jährige bereits Anzeige erstattet. Die Richter konnten diese Angaben nicht nachvollziehen, weil ein zweiter Beamter im Streifenwagen gewartet hatte, den der Angeklagte hätte hinzuholen können.

Der Prozess wird mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Ein Urteil wird für Mitte Juli erwartet.

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Zu sexuellen Belästigungen kam es auch in Niedersachsen in einer Sackgasse in Osnabrück und an einem Badesee in Braunschweig. Zwei Mädchen wurden auch in Bremen in der Straßenbahn sexuell belästigt.

dpa

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