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Anhalterin (28) vermutlich getötet

Eine 28-jährige Studentin fährt per Anhalter von Leipzig nach Amberg. Doch unterwegs verschwindet sie spurlos. Nach tagelanger Suche verhaftet die Polizei gestern einen Verdächtigen – und spricht von einem Tötungsdelikt.

Verdächtiger verhaftet

von Josef Ametsbichler

Amberg/Leipzig – An einer Autobahntankstelle im sächsischen Schkeuditz steigt Sophia L. in einen Lkw. Sie ist per Anhalter unterwegs – aus Leipzig, wo sie studiert, nach Amberg in der Oberpfalz, ihrem Heimatort. Doch dort kommt sie nie an. Es ist fast eine Woche her, seit die 28-Jährige am vergangenen Donnerstag zuletzt gesehen wurde. Ihr Bruder startet eine verzweifelte Suchaktion im Internet, verfolgt Spuren quer durch Europa, macht schließlich offenbar sogar einen Lkw-Fahrer in Spanien ausfindig, der Sophia L. Tage zuvor ein Stück in Richtung Regensburg mitgenommen haben will. „Wir haben alles vor der Polizei gefunden“, sagt er. Und hofft auf einen guten Ausgang.

Doch dann folgt der Rückschlag: Gestern Nachmittag teilen Staatsanwaltschaft und Polizei Leipzig, die in dem Fall ermitteln, mit: Es gab eine Verhaftung. Ein Mann, laut „Bild“ ein 40-jähriger Marokkaner, ist dringend verdächtig, Sophia L. getötet zu haben. Polizeien aus mehreren Bundesländern sowie im Ausland seien an den Ermittlungen beteiligt. Suchkommandos durchkämmen ein Waldstück an der A 9 – gut 50 Kilometer von der Heimat der Studentin entfernt. Es sieht nicht gut aus.

Ob es noch Hoffnung gibt, Sophia L. noch lebend zu finden, ist am Abend völlig unklar. Polizei und Staatsanwaltschaft mauern. Zur Identität des Verhafteten, zum Ort oder Land der Verhaftung, zu möglichen Anhaltspunkten, Beweisen oder Zeugenaussagen gibt es „aus ermittlungstaktischen Gründen“ keine Angaben. Ob der Lkw-Fahrer, den der Bruder der Vermissten ausfindig gemacht hat, etwas mit dem Tatverdächtigen zu tun hat: keine Auskunft.

Im Netz grassieren derweil die Spekulationen. Die unbestätigten Informationen, es handele sich um einen Marokkaner, sorgen im Netz für eine Flut von Häme von rechts – und das nicht nur anonym – die sich über die Angehörigen der Vermissten ergießt. Der Bruder ist bei den Grünen, Sophia L. hat sich für Flüchtlinge eingesetzt, war bei den Bamberger Jusos aktiv. Die Lust am Leid des vermeintlichen politischen Gegners lässt bei so manchem die Hemmungen fallen.

Die Polizei sucht derweil nach Zeugen, die an der Autobahntankstelle, an der Sophia L. verschwand, oder andernorts etwas beobachtet haben könnten, das bei der Suche hilft. Sophia L. wird als 1,65 Meter groß beschrieben, mit schulterlangen, dunklen Haaren, bekleidet mit dunkler, kurzer Hose und dunklem, kurzem Oberteil.

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