Angeklagte wollte sich selbst töten

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Mordprozess Rottach-Egern – Warum ermordet eine Frau eine andere Frau?

Nur, um sich mit dem ersehnten Vermögen der Anderen ein angenehmes Leben zu verschaffen? Seit gestern versucht das Schwurgericht München II die Person der Angeklagten zu beleuchten. Die 49-jährige Ursula D. hatte im November 2012 eine Boutique-Besitzerin (65) aus Rottach-Egern (Kreis Miesbach) getötet. Sie strangulierte sie mit dem Riemen ihrer Handtasche.

Das Bild, das die Zeugen von der Angeklagten zeichneten, war gespalten: Flapsigkeit hier – Emotionalität dort. Auf die Frage des Richters, wie lange der Vorgang des Strangulierens gedauert hätte, antwortete sie: „Etwa vier Minuten – mei, ich mach’ das ja nicht jeden Tag.“ Schwer belastet hatten sie ihre Depressionen und das Scheitern ihrer Ehe. Sie unternahm drei Selbstmordversuche, wurde aber jedesmal gerettet – zuletzt im Februar 2012, als sie sich am Tegernsee die Pulsadern aufschnitt und der Rettungshubschrauber angefordert werden musste.

Wie sie genau ihr Opfer würgte, konnte nur ansatzweise rekonstruiert werden. An einem dicken Gesetzestext musste die 49-Jährige das Zuziehen demonstrieren. Dabei hatte sie während der Tat der auf dem Bauch liegenden 65-Jährigen den Kehlkopf gebrochen. „Und hat das Opfer noch etwas gerufen oder gesagt“, fragte der Vorsitzende Richter Martin Rieder. Die Angeklagte blieb ihm eine Antwort schuldig.

Während ihrer Vernehmungen bei der Polizei hatte sie keinerlei Mitleid für die von ihr getöteten Frau gezeigt. „Es hat ihr nur Leid getan, dass ihr Lebensgefährte enttäuscht wird“, berichtete ein Beamter. Am Montag soll das Persönlichkeitsbild der Angeklagten durch Aussagen von Verwandten vervollständigt werden. angela walser

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