KIRCHE UNTERSAGT GEISTLICHEN UNTERSTÜTZUNG DES SOGENANNTEN SEHERS CAPUTA – GUTACHTEN VOM LEHRSTUHL FÜR DOGMATIK

Angebliche Marien-Erscheinung: Erzbistum distanziert sich

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Neben der Laurentius-Kapelle in Unterflossing soll die Gottesmutter erschienen sein. Das Erzbistum verbietet seinen Geistlichen jegliche Unterstützung. Foto: Stefan Rossmann

München – Von wegen Marien-Erscheinungen in Walpertskirchen (Kreis Erding) und Unterflossing (Kreis Mühldorf): Das Erzbistum München und Freising hat sich gestern deutlich distanziert von den merkwürdigen Vorgängen, die ein selbst ernannter Seher ausgelöst hatte.

Wie berichtet, hatte ein gewisser Salvatore Caputa zunächst im Jahr 2016 behauptet, die Gottesmutter erscheine in einer Privatkapelle einer Bauernfamilie in Walpertskirchen. Der Sohn des Bauern unterband das.

Danach sammelte Caputa Menschen in Unterflossing an einer Privatkapelle um sich. Am 17. März sollte die Gottesmutter hier wieder erscheinen. Doch jetzt liegt ein Gutachten des Lehrstuhls von Professor Bertram Stubenrauch (Dogmatik und Ökumenische Theologie) an der Ludwig-Maximilians-Universität in München vor, das die Erscheinungen als „äußerst fragwürdig“ bezeichnet. Es kommt zum gleichen Schluss wie die Gutachten der italienischen Diözesen Mantova und Bozen-Brixen: Caputa sucht nur „öffentliche Anerkennung“.

Angesichts der Theatralik der Inszenierungen, der Selbstdarstellung des vorgeblichen Sehers und des Inhalts der angeblichen Botschaften liege es nahe, dass von tatsächlicher Offenbarung nicht die Rede sein kann. Die Reaktion des Münchner Generalvikars Peter Beer ist klar: Das Erzbistum verbietet „allen Klerikern, auf dem Gebiet der Erzdiözese in zeitlichem oder örtlichem Zusammenhang mit den Auftritten Caputas Gottesdienste zu leiten“ und erkennbar an Gottesdiensten oder Versammlungen teilzunehmen. Der selbst ernannte Seher darf in keiner Weise unterstützt werden. Keine Räume für ihn, keine Liegenschaften, keine Infrastruktur. Kurzum: Es dürfe keinesfalls der falsche Eindruck erweckt werden, dass es „sich bei den angeblichen Erscheinungen um kirchlich anerkannte Vorgänge handele“. Caputa sei bereits in Mantova und Bozen-Brixen als Seher aufgetreten, berichtet Gudrun Lux von der erzbischöflichen Pressestelle. Dann zog er weiter nach Oberbayern. „Er sucht seine Aufmerksamkeit immer wieder woanders.“ Das Erzbistum vermutet, dass der „Seher“ nun weiterzieht. Claudia Möllers

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