Am 1. Juli geht's los

Mit dem Boot auf der Alz – diese Spielregeln gelten in der Paddel-Saison 2020

Für Schlauchboote gibt es an der Einstiegsstelle in Seebruck-Graben eine Luftfüllstation.
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Für Schlauchboote gibt es an der Einstiegsstelle in Seebruck-Graben eine Luftfüllstation.
  • vonAxel Effner
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Ab dem 1. Juli ist die Alz wieder für private Bootsfahrten freigegeben. Neue Service- und Infoangebote sollen den Andrang kanalisieren und den Ausgleich zwischen Naturschutz und Tourismus ermöglichen. 

Seebruck – Sich im Sommer mit dem Boot durch die malerische Naturlandschaft entlang der Alz von Seebruck nach Truchtlaching oder bis nach Altenmarkt hinabtreiben zu lassen, gehört zu den Höhepunkten der regionalen Freizeitaktivitäten.

Ab kommenden Mittwoch, 1. Juli sind die Fahrten mit Schlauchbooten, SUPs, Kanus, Kajaks, Luftmatratze oder Schwimmreifen wieder offiziell erlaubt. Um auch in Zeiten von Corona einen ungetrübten Bootsspaß zu ermöglichen, sollen neue Schilder mit Sicherheits- und Verhaltenshinweisen sowie Info- und Serviceangebote den Betrieb in dem sensiblen Naturschutzgebiet in geordnete Bahnen lenken.

Spagat zwischen Tourismus und Naturschutz

In der Vergangenheit ist es an manchen Tagen aufgrund der vielen Menschen, die eine Bootstour machen wollten, zu einem Gedränge gekommen. Tausende paddeln jedes Jahr in der erlaubten Zeit bis 31. Dezember die Alz hinab. Laute Musik, gestörte Nachtruhe, zugeparkte Orte und weggeworfener Müll gehörten ebenso wie stark alkoholisierte Gäste zu unangenehmen Begleiterscheinungen, mit denen Anwohner, Gemeindemitarbeiter und die Tierwelt zu kämpfen hatten.

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Um diesen Spagat zwischen Tourismus, Naturschutz und einer verträglichen Umwelt zu schaffen, hat sich im Frühjahr vergangenen Jahres eine Arbeitsgruppe „Runder Tisch Alz“ gegründet. Ihm gehören unter anderem Vertreter der Gemeinden Seeon-Seebruck und Altenmarkt, der Brauerei Baumburg, Fischer, DLRG und Wasserwacht, der Flößerfamilie und der Tourist-Info Seeon-Seebruck an.

Wie Anna Esterlechner, Leiterin der Tourist-Info erklärt, gelten für diese Saison eine ganze Reihe neuer Regeln. So informieren neue grüne Tafeln an den Einstiegs- und Ausstiegsstellen in Seebruck, Truchtlaching und Altenmarkt über die Besonderheiten, Umstiegsgebote und Befahrungsverbote auf den beiden Zahm- und Wildwasserabschnitten der rund 16 Kilometer langen Strecke.

Nur die ausgewiesenen Zutrittsstellen auf der Alz nutzen

Es sollten auch nur die ausgewiesen Zutrittsstellen genutzt werden, um sensible Uferbereiche mit geschützten Feuchtwiesen und brütenden Wasservögeln nicht zu beeinträchtigen. So gilt etwa für die Schilfinsel mit ihrem wertvollen Lebensraum für die Vogelwelt nordwestlich von Truchtlaching, den sogenannten „Bifuß“, ein Betretungsverbot.

Nach Angaben von Esterlechner, wurde zusammen mit dem Abwasserverband Chiemsee an der Einstiegsstelle für Schlauchbootfahrer in Seebruck-Graben eine Luftfüllstation installiert. Gegen eine kleine Gebühr können Bootsfahrer dort die Boote mit Luft befüllen, um Wartezeiten zu verkürzen. Dies soll vermeiden, dass Bootsbesitzer ihre Gefährte auf der Haushoferstraße oder dem Parkplatz aufpumpen und es so zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommt.

Klare Ansagen in Sachen Müll

Ebenso verbessert wurde die Toilettensituation in Seebruck und Truchtlaching. An der Brücke in Truchtlaching soll zudem noch ein deutlicherer Hinweis für den Ausstieg vor dem gefährlicheren Wildwasserabschnitt bis Altenmarkt erfolgen. Esterlechner appelliert auch an die Bootsfahrer, den Müll mitzunehmen und Glasflaschen aufgrund der Verletzungsgefahr keinesfalls ins Wasser zu werfen.

Weitere wertvolle Hinweise über den aktuellen Wasserstand inklusive Webcam, Radverleih und Buslinien für die Rückfahrt, Parkplätze, Gastronomieangebote und geführte Schlauchbootfahrten gibt es im Internet

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Das Landratsamt Traunstein weist nach einer Sicherheitsbefahrung in einer aktuellen Stellungnahme darauf hin, dass durch den Regen der vergangenen Tage und Wochen aktuell eine gute Befahrbarkeit der Alz gegeben ist. Bei fallendem Wasserspiegel im Abschnitt zwischen Truchtlaching und Altenmarkt muss aber damit gerechnet werden, dass man an Steinen oder Findlingen hängen bleiben kann, die knapp unter der Wasseroberfläche liegen. Eine vorausschauende Fahrweise sollte auch wegen der Bäume am Ufer sowie bei den wildwassertypischen Stromschnellen und Kiesbänken erfolgen.

Bei geringem Wasserstand ausweichen

Besondere Herausforderungen stellen auch heuer wieder die Verhältnisse rund um die Offlinger Insel dar. Hier wird dringend empfohlen, der Ausschilderung zu folgen und bei geringem Wasserstand das eigene Boot über die Kiesbank in den rechten Alzarm umzu setzen, so das Landratsamt.

Aufgrund der Corona-Regelungen ist der Aufenthalt an der frischen Luft im Kreis von Angehörigen des eigenen Hausstands oder in Gruppen bis zu 10 Personen erlaubt. Der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen zwei Personen sollte eingehalten werden.

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