MEIN DORF – PEIß

„Alte Peißer gegen junge Peißer“

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Kennt Peiß wie seine Westentasche: Bernhard Katzmair ist Chronist des Ortes. Marcus Schlaf

Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat.

Bernhard Katzmair (70) ist Chronist von Peiß im Kreis München und kennt sich entsprechend gut aus. Außerdem war er von 1992 bis 1996 Bürgermeister des Ortes.

-Was war und ist besonders an Peiß?

Peiß ist schon lange bekannt, weil die Rosenheimer Landstraße hier durch den Ort führt. Früher sind die Salzfuhrwerke nach München hier entlanggefahren.

-Also liegt Peiß an einer wichtigen Verkehrsader?

Ja, früher schon. Deshalb hatten wir auch eine Thurn-und-Taxis-Poststelle. Das historische Gebäude gibt es heute noch und es prägt unser Ortsbild sehr. Ein Gebäude mit so einem steilen Dachgiebel gibt es sonst in ganz Oberbayern nicht mehr, soweit ich weiß. Heißen tut es bis heute „Gasthof zur Post“, aber inzwischen ist eine Pizzeria drin.

-Also verändern sich die Dinge auch in Peiß?

Ja, natürlich. Es gibt auch gewaltigen Zuzug wie überall in der Region. Einige neue Häuser und Baugebiete sind in den letzten Jahren schon entstanden, auch, weil wir ja einen S-Bahnhof haben. Das macht Peiß für Pendler attraktiv.

-Und was mögen Sie besonders an Peiß?

Man kann hier sehr schöne Spaziergänge machen und dabei jeden grüßen, weil man jeden kennt. Da geh ich auch gern beim Bäcker vorbei, der noch selbst bäckt. Hervorragend! Sonst gehe ich natürlich auch gern in die Kirche. Da trifft man auch immer viele Leute. So sieht man sich mal wieder, und nach der Messe kann man in die Wirtschaft zur Post gehen.

-Also gibt es ein reges Gemeindeleben?

Ja, wir haben auch ein Fest. Früher war das auf der Kramer Wiesn. Die ist jetzt leider etwas zugebaut, aber da fällt uns schon ein Ersatz ein. Das Fest wird immer mit einem Fußballspiel „alte Peißer gegen junge Peißer“ eröffnet und danach sind wir gemütlich beisammen gesessen. Da kamen durchaus auch Leute von weiter weg.

-Zieht es auch Familien mit Kindern nach Peiß?

Ja, Kinder gibt es viele. Und wir haben auch eine Schule. Die ist in Aying, aber das ist nicht weit. Eine der ersten Schulen im Gemeindegebiet war aber in Peiß auf einem Bauern-Anwesen.

-Gibt es heute noch Landwirtschaft in Peiß?

Früher haben wir viele Bauern gehabt. Die haben fast alle Kartoffeln verkauft. Die wenigen Bauern, die es heute noch gibt, bauen in der Regel Getreide an.

-Und was passiert mit den Bauernhöfen?

In einem großen Bauernhof hier ist inzwischen zum Beispiel ein Antiquitätenhändler drin. Und der kann den vielen Platz in der großen Tenne und im großen Stall natürlich gut ausfüllen.

Interview: Laurenz Gehrke

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