Was der Mai so alles bringt

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Klar, ohne Maibaum kein gscheiter Mai. Aber der neue Monat hält noch ganz andere Höhepunkte bereit. Wallfahrten, Jubiläen, die Eisheiligen – und Tausende Gebirgsschützen, die Bayerns Patronin, die Mutter Gottes, ehren.

von maria bis pankraz 

Klar, ohne Maibaum kein gscheiter Mai. Aber der neue Monat hält noch ganz andere Höhepunkte bereit. Wallfahrten, Jubiläen, die Eisheiligen – und Tausende Gebirgsschützen, die Bayerns Patronin, die Mutter Gottes, ehren.

von marcus mäckler

München – Heuer wird besonders stramm gestanden. Denn wenn Bayerns Gebirgsschützen-Kompanien am 4. Mai zu Ehren der Schutz-Patronin des Freistaats, der heiligen Maria, aufmarschieren, ist nicht nur König Horst zu Besuch – auch Bundespräsident Joachim Gauck kommt nach Miesbach. Neben 4500 Schützen wird er nochmal so viele Besucher zu sehen bekommen. Das nennt man dann wohl ein Spektakel.

Mai, das ist nicht nur der Monat der Burschen und ihrer weiß-blauen Bäume, sondern auch der Marienverehrung. Hierzulande wird die „Patrona Bavariae“ traditionell besonders gefeiert. Eben von den Gebirgsschützen, die die Gottesmutter oft noch auf ihren Fahnen tragen. Und überhaupt von allen gläubigen Katholiken. Sie feiern etwa am Samstag, 3. Mai, ab 19 Uhr zusammen mit Kardinal Reinhard Marx eine Andacht auf dem Marienplatz, also genau dort, wo der erzkatholische Kurfürst Maximilian I. 1638 eine Mariensäule aufstellen ließ. Die besondere Beziehung zwischen Bayern und der Gottesmutter – spätestens da war sie geboren.

Zur Schutzpatronin des Freistaats wurde Maria allerdings erst 1916. König Ludwig III. bat den damals amtierenden Papst Benedikt XV. mitten im Ersten Weltkrieg um seine Zustimmung. Der antwortete per Dekret – mit einem Ja.

Seither gibt es die, die beten. Und die, die außerdem noch wallfahren. Eine der größten Trachten-Wallfahrten begeht seit Jahren der Oberlandler Gauverband. Am 29. Mai geht es ab 9 Uhr von Fischbachau nach Birkenstein. Am 17. Mai treffen sich Gläubige aus allen bayerischen Bistümern in der bedeutenden Wallfahrtskirche „Maria im Grünen Tal“ nahe Würzburg.

Damit die Wallfahrer auch mit Segen von oben starten können, eröffnet der Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, an diesemDonnerstag in Altötting das Wallfahrtsjahr. Und zwar mit einem festlichen Gottesdienst in der Basilika Sankt Anna (10 Uhr), die nach langen Renovierungsarbeiten erst am vergangenen Palmsonntag wiedereröffnet wurde.

Andernorts geht es im Mai weltlicher zu. Beispiel: Die Feiern zum 100. Geburtstag des Burschenvereins Aying und der Feuerwehr Ottobrunn (beides Kreis München). Letztere lässt es sechs Tage am Stück (ab 28. Mai) krachen – mit viel, viel Musik von der Spider Murphy Gang bis LaBrassBanda. Um die Musi geht’s am 9. und 10. Mai auch in Garmisch-Partenkirchen. Genauer: um Blasmusik. 450 Musiker aus fünf Nationen spielen beim „Internationalen Militärmusikfestival“ auf. Ruhiger geht es im Bauernhofmuseum Jexhof in Schöngeising (Kreis Fürstenfeldbruck) zu, das am Donnerstag von 11 bis 18 Uhr geöffnet hat.

Naja, mit einer Einschränkung muss man rechnen. Der Mai, das ist auch der Monat der Eisheiligen. „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz“, heißt eine schlaue Bauernregel. Eine andere: „Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.“ Heißt: Vom 11. bis 15. Mai (dem Tag der heiligen Sophia) steht laut Überlieferung schlechtes Wetter an. Beim Blick aus dem Fenster fragt man sich: Sind die Eisheiligen nicht längst schon da?

Das will Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD) nicht bestätigen. Nur so viel: Der Tiefpunkt der aktuellen Mies-Wetter-Periode steht am Freitag und Samstag an – Wolken, Regen, Gewitter. Danach wird’s wieder deutlich wärmer. Aber Pankraz und Co. haben schon so manches Mal unerwartet zugeschlagen.

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