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Air France und Airbus müssen sich vor Gericht verantworten

Ines starb bei Todesflug AF447: Vaterstettener Vater hofft nach 13 Jahren auf Gerechtigkeit

Bernd Gans aus Vaterstetten hat bei dem Absturz seine Tochter Ines verloren
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Bernd Gans aus Vaterstetten hat bei dem Air-France-Absturz 2009 seine Tochter Ines verloren.
  • VonClaudia Muschiol
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228 Menschen kamen bei dem Absturz einer Air-France-Maschine am 1. Juni 2009 auf dem Weg von Rio nach Paris ums Leben. Air France und Airbus müssen sich erneut vor Gericht verantworten. Angehörige der Opfer haben lange dafür gekämpft.

Paris – Gut 13 Jahre nach dem Absturz eines Flugzeugs zwischen Rio de Janeiro und Paris mit hunderten Toten müssen sich die Airline Air France und Hersteller Airbus für den Vorfall vor Gericht verantworten. Am Montag, den 10. Oktober, hat in Paris der Prozess gegen sie wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung begonnen. Den beiden Konzernen drohen Geldstrafen bis zu 225.000 Euro.

Flugzeugtragödie: Air France Flug 447 stürzt auf dem Weg nach Rio ab

Die Air-France-Maschine des Flugs AF 447 war am 1. Juni 2009 auf dem Weg von Rio in die französische Hauptstadt von den Radarschirmen verschwunden. Der Airbus vom Typ A330 stürzte in den Atlantik, 228 Menschen starben. Lange war die Ursache unklar.

Erst im Mai 2011 wurden die letzten Leichen und der Flugdatenschreiber aus etwa 4.000 Metern Tiefe geborgen. Unter den Opfern des Unglücksflugs waren auch 28 Deutsche.

Gericht sprach Air France und Airbus frei, Angehörige der Opfer gingen in Berufung

Der Beginn des Verfahrens folgt auf ein jahrelanges juristisches Tauziehen. 2019 hatten Ermittlungsrichter den Fall zunächst abgewiesen. Ein Berufungsgericht ordnete dann aber im vergangenen Jahr den Prozess gegen Airbus und Air France an. Konkret dürfte es in dem neunwöchigen Verfahren darum gehen, ob die Piloten für Extremsituationen wie bei dem Absturz ausreichend gut ausgebildet waren.

Auch könnte die Frage im Raum stehen, ob Hersteller Airbus die Folgen eines Ausfalls der sogenannten Pitot-Sonden für die Geschwindigkeitsmessung unterschätzt hat. Die Sonden vereisten auf dem Flug. Die Crew sei im Anschluss mit der Lage überfordert gewesen, obwohl die Situation beherrschbar gewesen sei, hieß es in einem Expertengutachten 2012.

Vater von Ines: „Wir haben lange darum gekämpft“

Für die Hinterbliebenen des Todesflugs ist der Prozessbeginn eine weitere Etappe bei der Aufarbeitung der Schuld und ein lang ersehnter Termin: „Wir haben lange darum gekämpft“, sagt Bernd Gans aus Vaterstetten. Er hat an diesem 1. Juni 2009 seine damals 31-jährige Tochter Ines bei dem Absturz verloren. So groß der Schmerz auch ist – Gans hat sich seit Jahren der Aufklärung des Unglücks verschrieben. Er ist Vorstand des Vereins „HIOP e.V.“ (Hinterbliebene der Opfer der Airbusabstürze). Um Geld geht es für die Hinterbliebenen im Prozess hingegen nicht. Schon vor Jahren kamen die meisten von ihnen mit Air France und Versicherern über Entschädigungszahlungen überein. Über die genauen Summen herrscht Stillschweigen.

Vater von Ines hofft auf Klarheit

Zum Prozessbeginn ist Gans, wie viele andere Hinterbliebene, nach Paris gereist. Und ist erleichtert, dass es endlich so weit ist: „Jetzt haben wir die Gelegenheit, dass endlich Klarheit in den Fall kommt.“ Denn Gans ist überzeugt: „Sowohl bei Airbus als auch bei Air France hat es zu viele Unterlassungen und Pflichtverletzungen gegeben. Wir hoffen, dass diese in dem Prozess zutage gebracht werden und eine Bestrafung erfolgt.“ Empörend ist für den Vaterstettener allerdings die Höhe der möglichen Strafe, um die es in dem Prozess geht: „Es müsste ein ganz anderes Zeichen gesetzt werden“, fordert er. „Es ist ein Schlag ins Gesicht, ist eine Beleidigung der Opfer.“

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