AUF DEM GELÄNDE FINDEN IMMER MEHR VERANSTALTUNGEN STATT – DAUERLÄRM UND AUTOS NERVEN MANCHE ANWOHNER SEHR

Ärger am Olympiapark

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Mögen es gerne mal laut: Rockfans bei einem Konzert im Münchner Olympiastadion. Foto: Martin Hagen (Archiv)

Von Michael Hellstern „Wir fordern mehr Lärmmessungen, denn wir können uns teilweise nur noch bei geschlossenen Fenstern unterhalten“, schimpft Susanne Spanier, eine Anwohnerin aus der Winzererstraße.

„Letztes Wochenende war das Munich Mash, am Freitag gab es eine Technoparty. Die Anzahl der Veranstaltungen nimmt zu und damit auch die Belastungen für uns Anwohner. Es geht uns nicht um einzelne Veranstaltungen, wie das Tollwood, sondern um die Gesamtsituation.“ Gemeinsam mit anderen Anwohnern hat sie nun eine Unterschriftenaktion gestartet, die in kurzer Zeit 60 Unterzeichner gefunden hat.

In der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses Schwabing-West (BA 4) bat Susanne Spanier um Unterstützung für ihr Anliegen. „Derart massive Beschwerden zum Thema Lärm sind mir neu. Wir werden beantragen, dass bei Veranstaltungen verstärkt Messungen durchgeführt werden“, versprach Walter Klein (SPD), Vorsitzender des BA 4. Für Susanne Spanier sind Stichprobenmessungen aber noch nicht die Lösung des Problems. Sie verweist auf die Stadt Augsburg, die während des dortigen dreitägigen Modular-Festivals einen Lärmschutzbeauftragten als Ansprechpartner für Anwohnerbeschwerden nennt. Anwohner können diesen während des Festivals durchgängig von 12 bis 23 Uhr telefonisch erreichen. „Wir brauchen für das Olympiaparkgelände ebenfalls eine Anlaufstelle, an die wir uns wenden können, wenn die Lärmbelastung besonders groß ist. Vor allem dann machen Messungen Sinn.“ Negativbeispiel sei beispielsweise stundenlange laute Technomusik bis 23 Uhr, die während des Aufbaus der vierwöchigen Veranstaltung „wee Island“ Ende Mai zu hören war. „Die Beschallung muss gegen Auflagen verstoßen haben, da zum Zeitpunkt des Aufbaus ja überhaupt keine Genehmigung für das Abspielen von Musik vorliegen kann“, sagt Susanne Spanier. Selbst die Polizei sei zunächst ratlos gewesen, woher der Lärm komme. Das jetzt gestartete Tollwood-Festival sei dagegen harmlos – zumindest was die Lärmbelastung betrifft.

Für den Anwohner Werner Reinheimer ist das Tollwood trotzdem jedes Jahr aufs Neue ein Ärgernis, denn dann nehme die Wildparkerei im Ackermannbogen massiv zu. „Die Grünflächen werden am Wochenende komplett zugeparkt“, sagt er. „Die Polizei ist lediglich am ersten Veranstaltungstag vor Ort und regelt die Parksituation. Danach herrscht das Chaos. Es wäre nicht schlimm, wenn es sich nur um ein paar Tage handeln würde, aber das Tollwood geht fast fünf Wochen.“ Tollwoodbesucher würden auch die Schilder missachten, auf denen Parkplätze nur für Anwohner ausgewiesen werden. Dies führe unter anderem auch in der St. Blasienstraße und der Birnauer Straße zu Parkproblemen. Werner Reinheimer betont allerdings, dass nicht nur das Tollwoodfestival den Ärger verursache: „Insgesamt ist die Parksituation während der gesamten Sommermonate rund um den Olympiapark grauenvoll und sie wird immer schlimmer.“

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