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15 000 Berlin-Flüge auf Bahn verlagerbar

Viele Flugreisen ab München könnten alternativ mit der Bahn stattfinden. Diesen Schluss kann man aus einer Aufschlüsselung der Flugziele ziehen, die das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage der Linken im Bundestag vorgelegt hat.

ZUG STATT FLUG

von dirk walter

München – Das beliebteste Flugreiseziel ab München liegt nicht etwa in Italien, Spanien oder in Fernost. Nein, es ist schlicht die Bundeshauptstadt: Mit insgesamt 15 240 Flügen von und nach Berlin liegt die Hauptstadt auf Platz eins der Rangliste. Vier Prozent aller Flüge (384 504) waren 2016 Berlin-Flüge, ergibt sich aus der Antwort des Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Norbert Barthle (CDU), auf eine parlamentarische Anfrage der Ingolstädter Linken-Bundestagsabgeordneten Eva Bulling-Schröter. Die Antwort liegt unserer Zeitung vor. Auch die Zahl an Passagieren ist imposant. Im Jahr 2016 flogen jeweils etwas mehr als eine Million Passagiere von und nach Berlin.

Hinter Berlin folgen Hamburg (13 116) und Düsseldorf (12 919). Erst auf Platz vier folgt die erste internationale Flugverbindung – London-Heathrow mit gut 10 000 Flügen (von und nach London-Gatwick sind es weitere 1600 Flüge). „Die Zahlen zeigen ganz klar, dass die Bahn gegenüber Flugzeug und Auto immer dann die bessere Wahl ist, wenn schnelle Verbindungen vorhanden sind“, folgert Bulling-Schröter.

Die Aufstellung enthält noch weitere Zahlen, die diesen Eindruck untermauern könnten. So hatten 67 Prozent aller Flüge Ziele oder Ausgangspunkte von unter 1000 Kilometern Entfernung. Betrachtet man die Frachtflüge, so haben fast drei Viertel eine Entfernung von weniger als 1000 Kilometern. Weitere Erkenntnis: Fast 120 000 Flüge fanden von und zu Zielen statt, die vom Münchner Hauptbahnhof aus in höchstens sechs Stunden erreichbar sind, fast 15 000 davon sogar in höchstens vier Stunden. Da künftig auch auf der neuen ICE-Strecke nach Berlin Reisezeiten von unter vier Stunden angepeilt werden, dürfte sich dieser Anteil künftig noch erhöhen. Ein weiteres Beispiel sind die kurzen Frankfurt-Flüge – mehr als 10 000 fanden im vergangenen Jahr statt. Frankfurt/Main ist vom Münchner Hauptbahnhof aus per ICE in drei Stunden erreichbar.

Weitere Attraktivitätssteigerungen bei der Bahn müssten jetzt folgen, forderte Bulling-Schröter. So fordert die Politikerin die Wiedereinführung der 2016 abgeschafften City-Night-Line-Nachtzüge. Der Bau einer dritten Startbahn am Flughafen München sei hingegen nicht notwendig und setze im Gegenteil „völlig falsche Anreize“. Außerdem müssten „auch heilige Kühe geschlachtet“ werden wie etwa das Mehrwertsteuerprivileg für Auslandsflüge.

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