MEIN DORF

„130 verschiedene Apfelkuchen“

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Arm in Arm mit dem Kürbismandl: Maria Liegl. foto: Privat
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Arm in Arm mit dem Kürbismandl: Maria Liegl. foto: Privat

Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat.

Maria Liegl, 57 Jahre alt, ist gebürtige Nußdorferin. Sie liebt ihr Dorf am Inn und gerät richtig ins Schwärmen, wenn sie von ihrer Heimat erzählt.

-Frau Liegl, was ist der schönste Fleck in Nußdorf am Inn?

Der Dorfweiher. Der ist wirklich mitten im Dorf, im Sommer schwimmen da die Enten. Es ist Idylle pur! Man hat einen herrlichen Ausblick auf den Heuberg. Es gibt auch einen Tisch, an dem man Brotzeit machen kann. Dazu empfehle ich, von unserer Kaffeerösterei am Weiher Kaffee und Kuchen mitzunehmen.

-Was macht Nußdorf sonst noch lebenswert?

Es ist ein bodenständiges Dorf mit vielen Vereinen. Man hilft sich gegenseitig, grüßt sich, ist miteinander bekannt. Es gibt einfach eine gute Gemeinschaft.

-Was sind die Nußdorfer für Menschen?

Wir sind hier sehr aufgeschlossen. Ich sag immer: „Wie man in den Wald reinruft, so schallt es zurück.“ Wenn man sich als „Zuagroaster“ engagiert oder in einen Verein eintritt, ist man schnell integriert. Im Obst- und Gartenbauverein haben wir sogar ein Mitglied aus Wiesbaden...

-Das ist ja etwas Besonderes. Wie kam das?

Das ist eine Dame, die mal hier Urlaub gemacht hat. Sie war so begeistert davon, wie der Obst- und Gartenbauverein Blumenbeete rund um den Dorfweiher pflegt. Wir haben die so richtig bauerngartenmäßig angelegt, wunderschön! Sie hat dann spontan gesagt, dass sie in unserem Verein Mitglied werden und uns unterstützen möchte.

-Wenn man als Tourist nach Nußdorf kommt, was sollte man machen?

Eine Dorfführung. Man lernt das ganze Dorf kennen mit der schönen Wallfahrtskirche Kirchwald. Auch der Mühlenweg ist einzigartig, das ist ein Spazierweg durch das Dorf und den Wald entlang des Mühlbachs, wo früher mehrere Mühlen standen. Gut essen kann man bei unserem Schneiderwirt, ein Traditionshaus, dessen Wirt vor einigen Jahren das Hotel ausgebaut hat. Mir gefällt es sehr gut, das hat wirklich Charme. Im Sommer ist der Biergarten immer voll.

-Gibt es etwas, das Sie in Nußdorf vermissen?

Nein. Wir haben eine Post, einen Bäcker, eine Metzgerei, ein Trachten- und ein Schuhgeschäft und zum Glück auch noch ein Lebensmittelgeschäft hier im Dorf. Ich hoffe, dass sich diese Traditionsgeschäfte alle noch lange halten können.

-Was ist das wichtigste Fest in Nußdorf?

Wir feiern alle drei Jahre ein Apfelkuchenfest am letzten Sonntag im September. Das ganze Dorf ist da auf den Beinen, es gibt um die 130 verschiedene Apfelkuchen und -torten. Im Sommer werden schon die Rezepte verteilt. 2014 haben wir in knapp zwei Stunden über 200 Kuchen verkauft. Die Atmosphäre ist toll. Wir stellen dann auch immer unsere traditonellen „Kürbismandln“ im Dorfanger auf, menschengroße Figuren in bairischer Tracht. Im nächsten Jahr werden wir wieder dieses außergewöhnliche Fest feiern.

Interview: Aglaja Adam

Wollen Sie mitmachen?

Wenn auch Sie Ihr Dorf vorstellen möchten, schreiben Sie uns an redaktion@ovb.net

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