Bahnhof in Traunstein gesperrt

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- Traunstein - Der Schock nach der Tragödie in Bad Reichenhall sitzt tief: Um die Gefahr einer ähnlichen Katastrophe bereits im Keim zu ersticken, hat die Bahn am gestrigen Dienstag den Bahnhof in Traunstein vorübergehend gesperrt.

Da auf den Flachdächern über den beiden Bahnsteigen tonnenschwere Schneemassen lagen, entschloss sich die Bahn am Vormittag, das Gebäude zu räumen und niemanden mehr reinzulassen. Am Nachmittag ließ sie dann die Dächer von mehreren Firmen vom Schnee befreien. Die Arbeiten waren bis Redaktionsschluss noch nicht abgeschlossen.

Die Bundespolizei ging gestern am frühen Abend davon aus - wie Jörg Becker von der Pressestelle in Rosenheim auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung mitteilte, dass der Bahnhof heute in den Morgenstunden wieder zugänglich sein werde. Die Sperrung sei "eine reine Vorsichtsmaßnahme nach den Geschehnissen in Bad Reichenhall".

Gestern 9.30 Uhr: Mitarbeiter der "DB Netz" bemerken, dass die zwei Dächer über den beiden Bahnsteigen "leicht durchhängen". Sie melden ihre Beobachtungen - und der örtliche Mitarbeiter der "DB Sicherheit" handelt. Sensibilisiert von den furchtbaren Ereignissen in Reichenhall entschließt er sich in Absprache mit dem Bahnhofsmanager in Rosenheim, auf Nummer Sicher zu gehen und das gesamte Gebäude räumen zu lassen. Alle müssen raus - auch die Mitarbeiter einer Bank, die in dem Gebäude untergebracht ist.

Die Vordächer drohen der tonnenschweren Last unter Umständen nicht mehr standzuhalten. Eine der beiden Konstruktionen ist mit der Bahnhofshalle verbunden - und gerade auch deshalb ist der gesamte Bahnhof hermetisch abgeriegelt.

Die Polizei kommt, die Feuerwehr rückt an. Zunächst jedoch können die Floriansjünger nichts tun: Die Wehr hat keine Stützen zur Hand, die so dringend benötigt werden, um den Flachdächern Stabilität zu geben. Auch Schneeschaufeln fehlen - im Handel sind auf die Schnelle keine zu bekommen.

Gegen 14 Uhr hat die Feuerwehr dann jedoch das gewünschte Material: Die Floriansjünger fangen an, die Dächer zu stützen. Nach und nach schwindet die Einsturzgefahr immer mehr. Und schließlich können Mitarbeiter von mehreren herbeigerufenen Firmen daran gehen, in luftiger Höhe die Schneemassen zu beseitigen. Nach und nach schieben sie die tonnenschwere Last von den Dächern.

Züge

stehen still

Die anhaltenden Schneefälle der vergangenen Tage haben den Zugverkehr in Traunstein und Umgebung gestern zum Erliegen gebracht. Nichts ging mehr: Auf der Hauptstrecke nach Rosenheim und in der Gegenrichtung nach Freilassing fuhr gestern kein Zug, nach Ruhpolding gab's keine Verbindung, nach Waging und nach Trostberg nicht. Große Schneemengen lagen auf den Gleisen - und vor allem: Bäume waren umgestürzt und auf die Oberleitungen gefallen. "Wir haben viele Stellen, wo wir gleichzeitig arbeiten müssen", sagte Bianca Walter, Pressesprecherin der Deutschen Bahn AG für Bayern.

Die Reisenden, die mit dem Zug fahren wollten, mussten auf Ersatzbusse umsteigen, die die Bahn einsetzte. Wann der Zugverkehr wieder in der gewohnten Form aufgenommen werden kann, stand gestern am frühen Abend noch nicht fest.

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