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Hat die Kanzlerkandidatin abgeschrieben?

Baerbock und die Plagiatsaffäre: Grüne beklagen „Propagandakrieg“

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht zum Ende der Bundesdelegiertenkonferenz ihrer Partei. Ob sie eine geeignete Kanzlerin für Deutschland ist, darüber diskutieren auch unsere Leser.
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Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht zum Ende der Bundesdelegiertenkonferenz ihrer Partei. Ob sie eine geeignete Kanzlerin für Deutschland ist, darüber diskutieren auch unsere Leser.

Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock soll in ihrem neuen Buch abgeschrieben haben. Die Meinungen darüber sind gespalten.

München – In dieser Plagiatsaffäre geht es diesmal nicht um den Doktortitel – für Annalena Baerbock aber im schlimmsten Falle um die Kanzlerschaft. Der österreichische Medienwissenschaftler Stefan Weber wirft der Grünen-Kanzlerkandidatin vor, in ihrem neuen Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“, an einigen Stellen aus dem Internet abgeschrieben zu haben – ohne die Quellen zu nennen.

Wörtlich von anderen Autoren kopiert

Vor zehn Tagen präsentierte Annalena Baerbock ihr erstes Buch – in den 240 Seiten kombiniert sie die politischen Ziele der Grünen mit persönlichen Anekdoten. Das Buch mit ihrem Gesicht auf dem Cover sollte ihr eigentlich im Wahlkampf Aufschwung verleihen – jetzt konfrontiert sie aber Weber in seinem Blog mit Textpassagen, die sie zum Teil wörtlich von anderen Autoren kopiert hat. (siehe Beispiele im Kasten).

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Bei Baerbocks Buch handelt es sich nicht um eine wissenschaftliche Arbeit – es gelten also keine strengen Zitierregeln wie etwa bei Dissertationen. „Vollkommen klar“, gibt auch Stefan Weber zu. Allerdings seien Textplagiate „ethisch nicht korrekt und wurden auch bereits in Sachbüchern zurecht bemängelt.“ Er spricht von „mehreren Urheberrechtsverletzungen“.

Weber hat Baerbock seit Wochen im Visier. Im Mai hat er sich mit ungenauen und falschen Details aus ihrem Lebenslauf befasst. Die Unsauberkeiten in ihrer Vita haben Schlagzeilen gemacht – und Baerbock hatte öffentlich ihre Schuld eingestanden. Jetzt ist die Strategie eine andere.

Grüne sprechen von Rufmord

Die Grünen gehen zum Gegenangriff über. „Wir führen gern harten Wahlkampf“, twitterte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. „Aber hört auf mit diesem Schmutz.“ Ein Sprecher der Grünen sprach von Rufmord: „Wir weisen den Vorwurf einer Urheberrechtsverletzung entschieden zurück.“ Bei den geschriebenen Passagen handele es sich um „allgemein zugängliche Fakten oder bekannte Grüne Positionen“.

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Grünen-Europapolitiker Reinhard Bütikofer reagierte besonders heftig und nannte die Vorwürfe gegen Baerbock einen „rechten Propagandakrieg“.Die Partei hat außerdem den Medienanwalt Christian Schertz eingeschaltet. Der könne „nicht im Ansatz eine Urheberrechtsverletzung erkennen“. Es sei „der Versuch einer Kampagne zum Nachteil von Frau Baerbock“.

Autor spricht von „wissenschaftlichem Interesse“

Stefan Weber streitet das ab. Er habe aus „wissenschaftlichem Interesse“ gearbeitet. „Alle Versuche der Grünen, mir ein bösartiges Vorgehen oder Rufmord zu unterstellen, sind daher kompletter Quatsch.“ Es gebe auch keinen Auftraggeber – Weber habe das Buch mit einer Software auf eigene Rechnung geprüft. Er kündigte an, in den kommenden Wochen manuell nach weiteren Plagiatsstellen zu suchen.

Für die gegnerischen Parteien kommen Webers Vorwürfe dennoch genau richtig. CSU-Generalsekretär Markus Blume twitterte: „Vorsätzlich getäuscht, schlampig gearbeitet und bei der eigenen Leistung schon wieder hochgestapelt – das hat bei Baerbock scheinbar System und erschüttert einmal mehr ihre Glaubwürdigkeit.“

Politiker der Konkurrenz nehmen Baerbock in Schutz

Andere Politiker aus der Konkurrenz nehmen Baerbock hingegen in Schutz. Die Vorwürfe gegen Baerbock seien „niveaulos und unanständig“, sagt der SPD-Politiker Ralf Stegner. Und Marco Buschmann von der FDP meint: „Kommt Leute! Regt Euch ab! Jeder weiß, dass Bücher von Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten vor der Wahl eher die literarische Qualität einer Werbebroschüre haben.“

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Klaus-Dieter Altmeppen, Leiter des Zentrums für Ethik der Medien, spricht von einer „miesen Kampagne“. „Wenn es Plagiatsvorwürfe gibt, sollte man Betroffene direkt kontaktieren – anstatt sie sofort in die Öffentlichkeit zu zerren.“

Plagiatsvorwürfe auch gegen Giffey und Scheuer

Baerbock ist nicht die erste Politikerin, die sich mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert sieht. Franziska Giffey (SPD) ist erst kürzlich wegen Täuschungsvorwürfen in ihrer Doktorarbeit als Familienministerin zurückgetreten. Auch Andreas Scheuer (CSU) hatte ein Plagiatsverfahren am Hals – er wurde zwar freigesprochen, seinen Doktortitel trägt er aber nicht mehr.

Der ehemalige Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg ist wegen fremder Passagen in seiner Dissertation zurückgetreten. Baerbock wird sich keinem Verfahren stellen müssen – wohl aber dem Wähler.

Original und bei Baerbock

Original: Je gespaltener und korrupter ein Staat ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er besonders stark unter den Folgeerscheinungen der Erderwärmung leiden wird – also unter inneren Konflikten, humanitären Katastrophen und Massenmigration. Das daraus entstehende Chaos könnte wiederum zu neuen Herausforderungen für das US-Militär führen, sei es durch humanitäre Hilfseinsätze oder militärische Interventionen im Ausland. (US-Politikwissenschaftler Michael T. Klare)

Der Klimawandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen aus: Sei es durch den extremwetterbedingten Ausfall von Zulieferern, Schäden an Verkehrsinfrastrukturen oder Gebäuden oder Änderungen der Beschaffenheit oder Verfügbarkeit von Rohstoffen. (www.climate-challenge.de/blog)

Die EU wuchs von 15 auf 25 Mitglieder – und begrüßte damit rund 75 Millionen neue Unionsbürgerinnen und -bürger.Bundeszentrale für politische BildungUnd der Rekord dürfte früher oder später ohnehin gebrochen werden: In Amsterdam ist ein 130 Meter hohes Holzhaus geplant, in Chicago ein 228 Meter großes und in Tokio eines mit 350 Metern Höhe. (Spiegel „Das HoHo ist das höchste Holzhochhaus der Welt“)

Zahlreiche hochentwickelte Länder (insbesondere die Staaten der EU und Kanada) versuchen seit einigen Jahren, gemeinsame Kriterien für die Ermittlung eines vergleichbaren und objektiven GPI zu entwickeln. (Wikipedia, „Indikator echten Fortschritts“)

Baerbock: Seine Conclusio: Je fragiler ein Staat ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er besonders stark unter den Folgeerscheinungen der Erderwärmung leiden wird – also unter inneren Konflikten, humanitären Katastrophen und Migration. Das daraus entstehende Chaos könnte wiederum zu neuen Herausforderungen für das US-Militär führen, sei es durch humanitäre Hilfseinsätze oder Interventionen im Ausland. („Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“, Seite 219)

Der Klimawandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen aus, etwa durch den extremwetterbedingten Ausfall von Zulieferern, durch Schäden an Straßen, Schienen und Gebäuden oder durch Rohstoffknappheit. („Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“, Seite 79)

Die EU wuchs von 15 auf 25 Mitglieder – und begrüßte damit rund 75 Millionen neue Unionsbürger*innen. („Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“, Seite 174)

Der Wettbewerb scheint auch weltweit eröffnet. In Amsterdam ist ein 130 Meter hohes Holzhochhaus geplant, in Chicago ein 228 Meter hohes und in Tokio eines mit 350 Metern Höhe. („Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“, Seite 89)

Gemeinsam mit anderen EU-Staaten und Ländern wie Kanada, die sich bereits auf den Weg gemacht haben, sollte die nächste Bundesregierung daher Kriterien für die Ermittlung eines vergleichbaren und objektiven Wohlstandindikators entwickeln. („Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“, Seite 84)

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