Amerang sperrt die Mehrzweckhalle

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- Wasserburg/Altlandkreis - Sie hat schon ihren Sinn, die alpenländische Bauweise mit Giebeldächern. Viele Bürgermeister sind jetzt froh, dass sie ein solches traditionelles Dach über den öffentlichen Hallen haben, und kein Flachdach.

Nach dem Unglück von Bad Reichenhall wurden gestern trotzdem an vielen Orten die Dächer überprüft, in Amerang gab es eine vorsorgliche Hallensperrung.

28 Jahre alt ist die Mehrzweckhalle von Amerang. Am Dienstagnachmittag nahmen Bürgermeister Gust Voit und ein Architekt das Dach der Halle genauer unter die Lupe. Dabei habe man zwar keine Schäden festgestellt, so Voit. Weil aber überschlägig gerechnet die Schneelast an die statische Grenze herangereicht habe, sei die Sperrung beschlossen worden: "Eine Vorsichtsmaßnahme", so der Bürgermeister. Jetzt soll ein Statiker genauere Berechnungen anstellen, dann will man neu entscheiden.

Auch in den anderen Gemeinden im Raum Wasserburg, die über öffentliche Gebäude mit größeren Dachflächen verfügen, wurde gestern genauer nachgeschaut. Überall, wo die traditionellen Giebeldächer über den Hallen sind, ist man jetzt besonders froh über diese Bauweise. "Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht", versichert Josef Niedermeier, der Bürgermeister von Pfaffing. Doch sowohl die vergleichsweise moderate Schneelage als auch die Konstruktion der Dachstühle lassen ihn zu dem Ergebnis kommen, dass derzeit keine Gefahr besteht.

Beruhigt sind auch seine Nachbarn in Rott, wo Bürgermeister Georg Maier gestern selbst in den Dachstuhl der Schulturnhalle geschaut hat. Immerhin hat sie ein kritisches Alter von 35 Jahren. Doch es wurden keine Anzeichen für eine Überlastung gefunden. Und auch in der Rotter ASV-Turnhalle, wo heute der Fasching beginnt, gab es Entwarnung: Durch die Beheizung ist das komplette Dach abgetaut.

In Babensham hat Josef Huber bei der Morgenbesprechung mit seinen Mitarbeitern auch die Sporthalle angesprochen. Doch die ist erst sechs Jahre alt. Auch Huber ist froh, dass man kein Flachdach hat - und sieht die behördlichen Kontrollen bestätigt: "Man schimpft schnell über die Auflagen, zum Beispiel zu den Schneelast-Werten. Aber das hat schon seinen Sinn, wie man jetzt sieht."

In Schonstett wurde das Dach der Mehrzweckhalle im letzten Herbst gründlich überprüft. Bürgermeister Georg Rammelsberger sieht daher keine Gefahr. In Soyen hat man bereits Ende der 80er-Jahre die Flachdächer an der Schule mit Satteldächern geschützt, "Gottseidank", so Gemeindeschef Lorenz Kebinger.

In Schnaitsee, einem traditionellen "Schneeloch" der Region, wurden bei der Konstruktion der neuen Sporthalle bereits sehr hohe Dachlasten eingerechnet. Trotzdem werde im Moment immer wieder gemessen, so Bürgermeister Vitus Pichler. Das Landratsamt Traunstein habe eine Anweisung dazu herausgegeben, "aber wir waren schon vorher aktiv", versichert er.

Froh, dass man rechtzeitig etwas unternommen hat, ist auch Hermann Kratz von der Verwaltung des Caritasheims in Schonstett. Dort gab es ein Hallenbad mit Flachdach, das jetzt für die Tagesbetreuung genutzt wird. Da dieses Dach klar sanierungsbedürftig ist, hat man im Herbst als Vorsichtsmaßnahme zusätzliche Stützen eingezogen. Kratz: "Damit ist die Gefahr absolut gebannt, hat der Statiker versichert."

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